sublimieren

Grammatik Verb · sublimiert, sublimierte, hat/ist sublimiert
Aussprache 
Worttrennung su-bli-mie-ren · sub-li-mie-ren
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›sublimieren‹ als Erstglied: ↗Sublimierung  ·  mit ›sublimieren‹ als Grundform: ↗Sublimation
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. verfeinern, veredeln, läutern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Gefühle, Triebe, Eigenschaften sublimieren
eine sublimierte Leidenschaft
Lüge dir doch nicht vor, die Selbstsucht los zu sein, du hast sie bloß sublimiert [ BahrHimmelfahrt334]
2.
Chemie
a)
vom festen Aggregatzustand (unter Umgehung des flüssigen) direkt in den gasförmigen übergehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
Wenn zu bestimmten Jahreszeiten die Eiskappen der Pole sublimieren [ Urania1961]
b)
etw. sublimierenein Feststoffgemisch unmittelbar (unter Umgehung des flüssigen) in den gasförmigen Aggregatzustand überführen (und dabei die rasch verdunstenden Komponenten des Gemischs abtrennen)
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
eine bestimmte Menge eines Stoffes sublimieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sublim · sublimieren · Sublimat
sublim Adj. ‘erhaben, verfeinert, vergeistigt’, Entlehnung (2. Hälfte 17. Jh.) aus lat. sublīmis ‘hoch, erhaben, emporstehend, emporragend’, übertragen auch von Rede und Dichtung; zu lat. līmen ‘Schwelle, Türschwelle’. Im Dt. anfangs vom erhabenen Stil, seit dem 18. Jh. in erweiterter Anwendung. Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. sublime ist wahrscheinlich. sublimieren Vb. ‘ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln’ (18. Jh.), zuvor (Mitte 15. Jh.) als Fachwort der Alchimie bzw. der Chemie ‘unmittelbar aus dem festen in den gasförmigen bzw. aus dem gasförmigen in den festen Aggregatzustand übergehen oder überführen’, aus lat. sublīmāre ‘(hoch) erheben, emporheben’; vgl. mfrz. frz. sublimer. Sublimat n. ‘unmittelbar aus dem gasförmigen Zustand (mit Überspringen des flüssigen) ausgeschiedener fester Niederschlag’ (16. Jh.), auch Bezeichnung für ‘Quecksilberchlorid’, lat. sublīmātum, substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. sublīmāre (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›sublimieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sublimieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›sublimieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ins Bewußtsein gehoben wird, büßt seine vormalige Kraft ein: es wird „sublimiert“.
Die Zeit, 30.07.1982, Nr. 31
Ich ging nach Hause und sublimierte gut bürgerlich durch Arbeit.
konkret, 1995
Gewissermaßen versuchte ich, durch verfeinerte Bildung mein Dasein zu sublimieren, zu abstrahieren, in metaphysischer Form weiterzuleben.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203
Sie werden "verdrängt" und kehren in anderer Form wieder; beispielsweise wird Aggression in Aktivität "sublimiert".
o. A. [S., A. v.]: Psychoanalyse. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1981]
Dafür aber sind alle seine Sätze durchblutet von stärkstem Ausdruck und sublimiert zu höchster Allgemeingültigkeit.
Lippmann, Friedrich u. a.: Mozart. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 35821
Zitationshilfe
„sublimieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sublimieren>, abgerufen am 25.11.2020.

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