subordinieren

Grammatik Verb · subordiniert, subordinierte, hat subordiniert
Aussprache [ˌzʊpʔɔʁdiˈniːʀən]
Worttrennung sub-or-di-nie-ren
Wortbildung  mit ›subordinieren‹ als Erstglied: ↗Subordination  ·  mit ›subordinieren‹ als Grundform: ↗subordiniert

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Sprachwissenschaft] ⟨jmd., etw. subordniert etw.⟩ Sätze mit Hilfe einer unterordnenden Konjunktion so miteinander verknüpfen, dass ein Teilsatz von dem anderen abhängig ist
  2. 2. [veraltend, noch bildungssprachlich] ⟨jmd. subordniert sich, jmdn., etw. (jmdm., etw.)⟩ eine Sache oder Person einer wichtigeren oder hierarchisch höher positionierten Sache oder Person unterstellen, unterordnen
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft jmd., etw. subordniert etw.Sätze mit Hilfe einer unterordnenden Konjunktion so miteinander verknüpfen, dass ein Teilsatz von dem anderen abhängig ist
Beispiel:
Will man im Deutschen zwei Sätze verbinden, so kann man sie koordinieren (nebenordnen) oder subordinieren (unterordnen). [Nebensätze: subordinierende Konjunktionen, 18.05.2014, aufgerufen am 22.01.2020]
2.
veraltend, noch bildungssprachlich jmd. subordniert sich, jmdn., etw. (jmdm., etw.)eine Sache oder Person einer wichtigeren oder hierarchisch höher positionierten Sache oder Person unterstellen, unterordnen
Synonym zu unterordnen (2)
Beispiele:
Die gesamte Schöpfung ist seinem [des Mannes] Willen subordiniert; jedes Tier unterliegt seinem Willen, sei er nun Jäger, Nomade, Bauer oder Städter. [Neue Zürcher Zeitung, 14.08.1999]
Die Personen [in Schillers Werken] seien nur »um der Idee willen da« und müssten sich als Individuen »subordinieren«. [Süddeutsche Zeitung, 10.11.2009]
Ihr [Angela Merkels] beherzter Putsch stürzte jedoch nicht das Geschichtsbild der Ära Kohl, in dem die DDR der West‑Republik subordiniert blieb. [Die Zeit, 10.11.2005, Nr. 46]
Die Wiener »Presse« subordiniere sich diesem Reglement [Pressveröffentlichungen vor Drucklegung autorisieren zu lassen] selbstverständlich. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2006]
Und auch Goethe, vergessener Verfasser einiger Singspiele, betont, dass »die Poesie der Musik zu subordinieren« sei. [Süddeutsche Zeitung, 14.07.2003]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

subordinieren · Subordination · Insubordination
subordinieren Vb. ‘unterordnen’, entlehnt (Anfang 17. Jh.) aus gleichbed. frz. subordonner oder direkt aus diesem zugrunde liegenden mlat. subordinare, zu lat. ōrdināre ‘in Reihen anpflanzen, in Reih und Glied aufstellen, regeln’ (s. ↗ordnen und ↗sub-). Subordination f. ‘Unterordnung, Gehorsam’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. frz. subordination, dieses aus mlat. subordinatio; zu lat. sub ‘unter’ und lat. ōrdinātio ‘(An)ordnung, Regelung’. Dazu das Gegenwort Insubordination f. ‘Gehorsamsverweigerung, Unbotmäßigkeit’, Übernahme (18. Jh.) von gleichbed. frz. insubordination.

Thesaurus

Synonymgruppe
(den Anordnungen) Folge leisten · (sich) Weisungen fügen · ↗(sich) anpassen · ↗(sich) beugen · ↗(sich) unterordnen · ↗(sich) unterwerfen · tun, was man gesagt bekommt  ●  (nach jemandes) Pfeife tanzen  fig. · ↗gehorchen  Hauptform · ↗springen  ugs., fig. · ↗spuren  ugs. · subordinieren  geh.
Assoziationen
Zitationshilfe
„subordinieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/subordinieren>, abgerufen am 17.05.2021.

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