substanziell

Alternative Schreibungsubstantiell
GrammatikAdjektiv
Worttrennungsub-stan-zi-ell · subs-tan-zi-ell ● sub-stan-ti-ell · subs-tan-ti-ell
HerkunftLatein
WortzerlegungSubstanz-iell
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von Substanz (Lesart 2)
Beispiel:
der neue Kollege bedeutet einen substantiellen/substanziellen Gewinn für das Unternehmen
2.
entsprechend der Bedeutung von Substanz (Lesart 3)
Beispiele:
das ist keine Sache der Form, sondern ein substantielles/substanzielles Problem
substantielle/substanzielle Fragen behandeln
der substantielle/substanzielle Kern einer Sache
weil man nur sehr substantielle (= nahrhafte, gehaltvolle) Sachen einführte, fast nur Konserven [Erh. KästnerZeltbuch126]
3.
Philosophie
entsprechend der Bedeutung von Substanz (Lesart 4)
Beispiel:
jenes Wort ... mit dem die abstrakte Philosophie nichts Geringeres als das substantielle Substrat der Körperwelt ... bezeichnet [Kisch2,1,475]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Substantiv · substantivieren · Substanz · substantiell
Substantiv n. ‘Hauptwort, Dingwort’ (18. Jh.), zuvor Substantivum (1. Hälfte 16. Jh.), hervorgegangen aus der Fügung spätlat. verbum substantīvum, womit der Grammatiker Priscian das Verb lat. esse ‘sein’ bezeichnet, wenn es für sich allein, d. h. als Prädikat steht, also eigentlich ‘selbständiges Wort’; vgl. lat. substantīvus ‘selbständig, für sich selbst bestehen könnend’, abgeleitet von lat. substantia (s. unten Substanz). substantīvum (nōmen) ‘Haupt-, Dingwort’ erscheint seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. in dt. grammatischen Schriften, verdeutscht durch selbständiges Nennwort (17. Jh.), Hauptwort (Gottsched, 18. Jh.). substantivieren Vb. ‘zum Substantiv machen, als Substantiv verwenden’ (20. Jh.). Substanz f. ‘Stoff, Material, Wesentliches, Inhalt’, mhd. substanci(e), substanz ‘das den Phänomenen als wesentlich und selbständig Zugrundeliegende’, vorwiegend in theologischen und philosophischen Zusammenhängen verwendet, verbreitet bei den Mystikern (13. Jh.), entlehnt aus lat. substantia ‘Bestand, Wesenheit, Existenz, Wesen, Beschaffenheit, Stoff, Sache, Speise, Vermögen, Hab und Gut’, einer Ableitung von lat. substāre (Part. Präs. substāns, Genitiv substantis) ‘darunter-, dabei-, darinsein, vorhanden sein, standhalten’ (zu lat. stāre ‘stehen’). Frühnhd. Substanz wird in seiner Bedeutung und Anwendung erweitert zu ‘zugrundeliegende Materie, Stoff, Masse, Materialbeschaffenheit’ im naturwissenschaftlichen Bereich (15. Jh.), ‘wesentlicher Inhalt, Kern einer Sache, wesentliches Merkmal’ (16. Jh.), dem Lat. entsprechend auch ‘Vermögen, Besitz, Kapital’ (ebenfalls 16. Jh.). substantiell Adj. ‘wesentlich, entscheidend, inhaltlich’, in älterer Zeit auch ‘stofflich, materiell, nahrhaft, kräftig’ (18. Jh.), von gleichbed. frz. subtantiel, afrz. substanciel, sustanciel, nach spätlat. substantiālis ‘wesentlich’; älteres, dem Lat. folgendes substantial, substantialisch ‘wesenhaft, wesentlich, selbständig’ (16. Jh.) ablösend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Grund- (z.B. Grundkenntnisse) · ↗basal · ↗elementar · ↗essentiell · ↗essenziell · ↗fundamental · ↗grundlegend · ↗primär · ↗prinzipiell · substanziell · von elementarer Bedeutung · von essentieller Bedeutung · von essenzieller Bedeutung · von grundlegender Bedeutung · ↗wesentlich · ↗wichtig  ●  ↗eminent  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstrich Akquisition Aufstockung Autonomie Beitrag Betrag Fortschritt Gleichheit Kürzunge Neuanfang Neubeginn Politikwechsel Rabatt Reduktion Schuldenerlaß Sein Steuersenkung Strukturreform Verbesserung Verbesserunge Verringerung Verwässerung Veränderung Zugeständnis Zusage konstruktiv produktiv verläßlich Änderung Äquivalenz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›substanziell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es würde substanziell etwas bringen und außerdem wäre es psychologisch außerordentlich wichtig, solche Signale zu setzen.
Der Tagesspiegel, 21.10.2002
Zwar tritt sie offiziell erst im August 98 in Kraft, aber substanziell wirft sie jetzt schon ihre segnenden Schatten voraus.
C't, 1996, Nr. 8
Selbst die primären Qualitäten weisen auf keinen substanziellen oder materiellen Träger.
Knittermeyer, H.: Berkeley. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 3560
Bis dahin befand sich der Himmel, der ebenfalls als substanzielle Größe gedacht oder mindestens empfunden war, im polaren Gleichgewicht zur Erde.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 423
Also ist die substanzielle Teilung, also überhaupt die ganze Voraussetzung der Substanzialität dieser Gebilde unhaltbar.
Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067
Zitationshilfe
„substanziell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/substanziell>, abgerufen am 22.05.2019.

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