subtil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsub-til
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›subtil‹ als Grundform: ↗Subtilität
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
fein gegliedert, gestaltet
Beispiele:
subtile Formen
ein subtiler Stil
seine subtile Gestaltungskunst
subtile Unterschiede
denn so zart ist ja unser Gehirn, dies aus subtilster Substanz gestaltete Schaltwerk [St. ZweigAmok199]
daß [die Psychologie] ... schon mit viel feineren und subtileren Werkzeugen zu arbeiten gelernt hat [BrechtSchriften z. Theater1,109]
2.
feinsinnig, zartfühlend
Beispiele:
ein subtiles Empfinden, eine subtile Beziehung
sich subtil in etw. einfühlen
subtile (= scharfsinnige, komplizierte) Gedankengänge, Überlegungen, Fragen
Aber die besten Späße, die höheren, subtileren, hat er sich entgehen lassen [Feuchtw.Söhne495]
In der Tat bedarf es eines subtilen Umweges, um das Postulat der allgemeinen Relativität exakt anzuwenden [EinsteinRelativitätstheorie50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

subtil Adj. ‘zart, fein, sorgsam, spitzfindig, schwierig’, mhd. subtīl, entlehnt aus lat. subtīlis ‘fein, dünn, zart’, übertragen ‘genau, gründlich, feinfühlend, fein unterscheidend’; aus *subtexlis ‘untergewebt, fein gewebt’, zu lat. tēla ‘Gewebe’, lat. texere (textum) ‘weben, flechten, zusammenfügend verfertigen, bauen, errichten’ (s. ↗Text). In der Sprache der Mystiker bezeichnet subtīl die Feinheit geistiger Substanz, die Genauigkeit und Differenziertheit menschlichen Wahrnehmens, Erkennens und Denkens oder die Schwierigkeit, geistige Sachverhalte zu verstehen. Bereits bei den Mystikern entwickelt sich aus ‘(allzu)fein zergliedernd’ die Bedeutung ‘spitzfindig’ (danach mehrfach bei Luther).

Thesaurus

Synonymgruppe
subtil  ●  ↗feingeschliffen  geh., fig. · ↗feinsinnig  geh., Hauptform · feinziseliert  geh., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
fein · nur mit Feinsinn wahrnehmbar · ↗sublim · subtil · ↗unterschwellig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstufung Andeutung Anspielung Bosheit Erotik Farbgebung Gemeinheit Horror Humor Ironie Jagd Komik Mechanismus Methode Nuance Nuancierung Psychogramm Rache Schattierung Unterscheidung Verführung Weise Witz Zwischenton austariert differenziert höchst minder nuanciert äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›subtil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sind eher schreiend infantil als subversiv subtil, doch komisch genug allemal.
Die Welt, 10.06.2005
Aber vor allem war sie eine Schule in der Kunst des subtilen Flirtens.
Der Tagesspiegel, 25.08.1998
Das war länger als zehn Jahre her, als wir uns zu Beginn der Fünfziger daranmachten, die Art des Hauses subtiler zu gestalten.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 388
Das lief viel subtiler ab und damit auch viel perfider.
Der Spiegel, 18.06.1990
Das ist unnötig subtil, aber zur dialektischen Übung mag auch das gereichen.
Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067
Zitationshilfe
„subtil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/subtil>, abgerufen am 06.12.2019.

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