surreal

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsur-re-al (computergeneriert)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

real · irreal · Realität · realisieren · Realismus · Surrealismus · surreal · Realist · realistisch · reell
real Adj. ‘dinglich, sachlich, wirklich, tatsächlich, der Wirklichkeit entsprechend’ (Mitte 17. Jh., vgl. schon Realwerk, Anfang 17. Jh.), entlehnt aus spätlat. reālis ‘wirklich’, mlat. ‘die Sache betreffend, sachlich, wesentlich’, zu lat. rēs ‘Sache, Ding, Wesen, Angelegenheit, Ereignis, Erscheinung, Interesse, Vorteil, Rechtssache’. Vielfach erstes Glied in Zusammensetzungen im Sinne von ‘auf die Wirklichkeit, auf die Praxis ausgerichtet, die Dinge betreffend’, vgl. Realschule, Reallexikon ‘Sachwörterbuch’, Realwissenschaften (18. Jh.), Realpolitik (19. Jh.). Dazu die verneinende Bildung (s. ↗in-) irreal Adj. ‘nicht wirklich, nicht der Wirklichkeit entsprechend’ (20. Jh.; vgl. frz. irréel, Ende 18. Jh.). Realität f. ‘Wirklichkeit, Tatsache, tatsächliche Beschaffenheit, künstlerische Wahrhaftigkeit’ (Mitte 17. Jh.), auch (meist im Plur., besonders in Bayern und Österreich) ‘Grundbesitz, Liegenschaften’ (Ende 18. Jh.), entlehnt aus mlat. realitas (Genitiv realitatis) ‘Sache, Ding, Wirklichkeit, Grund und Boden’. realisieren Vb. ‘(einen Gedanken, ein Vorhaben) verwirklichen, durchführen’ (Mitte 17. Jh.), speziell ‘Papiergeld in klingende Münze umsetzen, eine Sache zu Geld machen’ (Mitte 18. Jh.), heute auch ‘ein Musik-, Theaterstück aufführen, verfilmen’ (1. Hälfte 20. Jh.); entlehnt aus gleichbed. frz. réaliser (mfrz. realiser ‘ein Kapital vertraglich zu regelmäßigen Zahlungen umwandeln’). In jüngster Zeit (unter Einfluß von engl. to realize) auch ‘klar erkennen, verstehen, begreifen’. Realismus m. ‘Wirklichkeitssinn, der Wirklichkeit entsprechende Haltung gegenüber den tatsächlichen Gegebenheiten und Verhältnissen, Sachlichkeit’, in der Philosophie Bezeichnung für erkenntnistheoretische Grundrichtungen, die von der Realität der Außenwelt ausgehen (zuerst bezogen auf die Scholastik, die die Allgemeinbegriffe als bewußtseinsunabhängige Wirklichkeit auffaßte), gelehrte Bildung (Ende 18. Jh., Kant, Schiller, Goethe) zu real. Als Gestaltungsprinzip in der Kunst seit etwa 1830 geläufig (gleichzeitig mit frz. réalisme). Surrealismus m. Bezeichnung für eine (in Paris entstandene) Strömung in bildender Kunst und Literatur, die, auf Psychoanalyse und Symbolismus fußend, das Irrationale und Unbewußte sowie auch Traum- und Rauscherlebnisse ohne Rücksicht auf Logik und Kausalität darzustellen sucht (1. Hälfte 20. Jh.), nach frz. surréalisme (1924, vgl. frz. sur ‘auf, über’, afrz. sor, sur, aus lat. super ‘oben, auf, darüber’). Dazu im Dt. (ohne frz. Vorbild) surreal Adj. ‘fern der Realität, unwirklich’ (20. Jh.). Realist m. ‘Vertreter des (philosophischen, künstlerischen) Realismus’ (Mitte 18. Jh.), allgemein ‘sachlich denkender und handelnder Mensch’ (Ende 18. Jh.), gebildet (unter Einfluß von frz. réaliste, 16. Jh., engl. realist, 17. Jh.) zu real. realistisch Adj. ‘zum Realismus gehörend, wirklichkeitsnah, sachlich, an der Wirklichkeit orientiert’ (2. Hälfte 19. Jh.). reell Adj. ‘dinglich, sachlich, wirklich, tatsächlich vorhanden’ (um 1700), Entlehnung von gleichbed. frz. réel, afrz. reel, real, das auf spätlat. reālis (s. oben) beruht; im Dt. verwendet wie real. Daneben entwickelt sich (ebenfalls seit etwa 1700) die heute vorherrschende, jedoch unabhängig und abweichend vom Frz. entstandene Bedeutung ‘anständig, ehrlich, ordentlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗imaginär · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · zusammenfantasiert  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
imaginär · ↗irreal · nicht real · nicht wirklich · surreal · ↗surrealistisch · ↗traumhaft · ↗unreal · ↗unwirklich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Albtraum Anmutung Bilderbogen Bilderwelt Bildwelt Brechung Collage Einschlag Groteske Imagination Montage Phantastik Poesie Szenerie Tableau Touch Traumbild Traumlandschaft Traumsequenz Traumwelt Trip Verfremdung angehaucht anmutend grotesk irreal märchenhaft verfremdet verrätselt Überhöhung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›surreal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Städtische Erfahrung ist reine Bewegung und wenn man das einfriert, hat das eine sehr surreale Wirkung.
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2003
Andere Blätter aus der gleichen Zeit haben surreal anmutende Visionen zum Inhalt.
Die Zeit, 22.04.1977, Nr. 17
Die kristallene Musik deckt sich auch mit den surrealen Texten.
Mannzen, Walter u. a.: Expressionismus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 11362
Ich hatte plötzlich eine ziemlich genaue Vorstellung von der Bedeutung des Adjektivs »surreal«.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 224
Eisenbahnen gelten als Sinnbilder surrealer Verstrickungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 17953
Zitationshilfe
„surreal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/surreal>, abgerufen am 20.03.2019.

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