surrealistisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: surrealistischer · Superlativ: am surrealistischsten
Aussprache  [ˌzʊʀeaː'lɪstɪʃ] · [ˌzyʀeaː'lɪstɪʃ]
Worttrennung sur-re-alis-tisch · sur-rea-lis-tisch
formal verwandt mit Surrealismus
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Kunst auf dem Surrealismus beruhend, im Stil des Surrealismus
Grammatik: ohne Steigerung
Kollokationen:
als Adjektivattribut: das surrealistische Manifest; ein surrealistischer Dichter, Maler; die surrealistische Fotografie, Malerei; eine surrealistische Collage, Montage; ein surrealistisches Gemälde
als Adverbialbestimmung: surrealistisch angehaucht, anmutend
in Koordination: abstrakt, dadaistisch, expressionistisch, kubistisch und surrealistisch
Beispiele:
Zu den bekanntesten Künstlern [des Surrealismus] zählen Salvador Dalí, Man Ray, Alberto Giacometti, Marcel Duchamp und André Breton, der 1924 mit seinem »Surrealistischen Manifest« den Grundstein für die Bewegung legte. [Die Zeit, 10.02.2011 (online)]
Neben den skurrilen, an Altertumssagen oder Volkserzählungen angelehnten Songs war seine Lyrik vor allem ein orkanhafter Rausch an apokalyptischen Bildern, lässigen Assoziationen und erratischen Verweisen. Das letzte Gabriel‑Album »The Lamb Lies Down on Broadway«, Höhepunkt des Bandschaffens [von Genesis], ist nicht zu dechiffrieren, es ist surrealistische Hochkultur. [Welt am Sonntag, 09.06.2019]
Wirklich groß war [Dora] Maar nur als surrealistische Fotografin. Ihre Hauptwerke sind noch immer so verstörend wie vor 80 Jahren. Vor allem Le portrait d’Ubu, das ein ekliges und mitleiderregendes Wesen zeigt, ein gewagtes Porträt des Tyrannen »König Ubu«, den Alfred Jarry in seinem Theaterstück erdacht hatte. Bei Maar ist es ein Monster‑Fötus mit dem Blick eines depressiven Elefanten und Schuppen am Körper. [Die Welt, 25.06.2019]
Dabei wandern seine Bilder auf dem schmalen Grad [sic!, Grat] zwischen Fotojournalismus und surrealistisch anmutender Kunst. [Die Zeit, 08.10.2003]
In Mannheim beginnt die Ausstellung »Vision und Magie«, eine Zusammenfassung der surrealistischen Tendenzen der heutigen deutschen Malerei. [Overresch, Manfred / Saal, Friedrich Wilhelm (Hg.): Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918–1949. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 15624]
2.
entsprechend der Bedeutung von surreal (1)
Kollokationen:
als Adverbialbestimmung: surrealistisch wirken
Beispiele:
Ein bisschen surrealistisch war die Debatte schon: Bei Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ging es im Kreis‑Bauausschuss um die sommerliche Hitze in den Klassenzimmern der Landkreisschulen. [Münchner Merkur, 14.11.2019]
Die Kleidervorschriften [in einer bestimmten Schule] sind meist absurd, oft willkürlich, teilweise geradezu surrealistisch. Schleier sind verboten, aber Bandanas erlaubt – es sei denn, sie wären zu breit. [Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2017]
Das Max‑Ernst‑Museum im rheinischen Brühl war ein gut gewählter Treffpunkt zu einer Zeit, in der Rettungsschirme für Europa immer surrealistischere Dimensionen annehmen. [Die Welt, 21.10.2011]
Oft geben auch einfache Dinge des Alltags, Witziges oder Surrealistisches den Anstoß zu einem Bild. [Frankfurter Rundschau, 12.10.2000]
Das mag einer der surrealistischsten Dialoge gewesen sein, zu denen Prozeßbeteiligte in der Bundesrepublik vor Gericht imstande sind. [die tageszeitung, 04.08.1988]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
imaginär · irreal · nicht real · nicht wirklich · surreal · surrealistisch · traumhaft · unreal · unwirklich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›surrealistisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›surrealistisch‹.

Zitationshilfe
„surrealistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/surrealistisch>, abgerufen am 26.09.2021.

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