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tändeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtän-deln
Wortbildung mit ›tändeln‹ als Erstglied: ↗Tändelschürze
eWDG, 1976

Bedeutung

oberflächlich, unverbindlich und spielerisch irgend etw., meist Nichtiges tun, um sich die Zeit zu vertreiben
Beispiele:
er trödelt und tändelt immer nur, statt etw. Ordentliches zu lernen
sie spielte und tändelte (= scherzte) gern mit ihren Kindern
er tändelt (= scherzt, schäkert, flirtet) gern mit jungen Mädchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tand · tändeln · Tändelei
Tand m. ‘wertloses Zeug, wertlose hübsche Kleinigkeiten’, mhd. mnd. tant ‘Nichtigkeit, leeres Geschwätz, Possen’, in der Kaufmannssprache mhd. ūf den tant ‘auf Borg’, mnd. tant van Nurenberch ‘Nürnberger Spielwaren’, ist wohl entlehnt aus lat. tantus ‘so groß, so viel’ bzw. aus dessen substantiviertem Neutrum tantum ‘Kleinigkeit, Nichtigkeit’. Eine Vermischung mit zu ahd. tantarōn ‘verrückt sein, faseln’ (10. Jh.), einem Verb unbekannter Herkunft, gebildeten Wörtern ist nicht auszuschließen. tändeln Vb. ‘spielen, verspielt sein, scherzen, flirten, mit Nichtigkeiten die Zeit totschlagen’ (15. Jh.), frühnhd. auch ‘mit Kleinigkeiten, mit Kram handeln’, Iterativbildung zu spätmhd. tanten, tenten ‘spielen, Kurzweil, Possen treiben, schwatzen’, einer Ableitung vom Substantiv; vgl. mhd. tendelieren ‘feilschen, schachern’. Tändelei f. ‘Spielerei, Liebhaberei, Flirt’ (17. Jh.); vgl. mhd. tenterīe, frühnhd. tanderei, tänderei, tentelei ‘Spielerei, Possen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bummeln · ↗tingeln · tändeln
Assoziationen
Synonymgruppe
bebalzen · beturteln · ↗herumschäkern · herumturteln · ↗kokettieren · ↗liebäugeln · ↗schäkern · ↗turteln  ●  ↗flirten  Hauptform · ↗poussieren  veraltet · ↗scharmutzieren  veraltend · tändeln  veraltend · herummachen mit  ugs. · ↗liebeln  ugs. · rummachen mit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball herum herumtändelt tanzen tänzelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tändeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn einer mit 46 Jahren aus dem Nichts auftaucht, kann er nicht mehr tändeln.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2001
Er tändelt mal mit der einen, mal mit der anderen, doch mit keiner ernsthaft.
Die Zeit, 31.05.1963, Nr. 22
In den tollen Tagen steigt selbst der doppelgesichtige Gott Janus den Röcken nach und tändelt zwischen zwei Frauen.
Der Tagesspiegel, 05.03.1999
Seine Hand tändelt mit dem goldenen Armband der kleinen Frau, so unsicher ist auch er.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 190
Sie entflieht der Finsternis und schreitet, vorerst tändelnd, durch Prüfungen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 05.03.1921
Zitationshilfe
„tändeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tändeln>, abgerufen am 27.05.2018.

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