täuschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung täu-schen
Wortbildung  mit ›täuschen‹ als Erstglied: ↗Täuscher · ↗Täuscherei · ↗täuschend
 ·  mit ›täuschen‹ als Letztglied: ↗antäuschen · ↗hinwegtäuschen · ↗vortäuschen
eWDG

Bedeutung

jmdn. täuschenjmdn. etw. Falsches glauben machen, jmdm. etw. vorspiegeln, was nicht den Tatsachen entspricht, jmdn. irreführen, betrügen
Beispiele:
er hat seine Freunde (über seine wahren Absichten) getäuscht
er lässt sich nicht täuschen, hat sich (von ihm) täuschen lassen
er ist leicht zu täuschen
jmdn. durch, mit etw. zu täuschen suchen
der Schein, Erfolg täuscht (= trügt) oft
ihre bösen Ahnungen, Gefühle haben sie getäuscht
wenn (mich) nicht alles täuscht, so ...
wenn meine Augen mich nicht täuschen ...
wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, dann ...
das Licht täuschte, es vergrößerte und ... nichts war vertraut [ RemarqueZeit zu leben30]
Riebenlamm ist mein Name, aber der täuscht [ H. KantAula32]
sich täuscheneine falsche Meinung, Vorstellung von jmdm., etw. haben, sich irren
Beispiele:
sie haben sich (in ihm) getäuscht
täuschst du dich (da, darin) nicht?
er täuschte sich über seinen Gesundheitszustand, seine wirkliche Lage, in den Schwierigkeiten, in der Uhrzeit
er täuscht sich (sehr), wenn er glaubt, dass ...
ich kann mich auch, natürlich täuschen, aber ...
wenn ich mich nicht täusche, dann ...
jmds. (positive) Erwartungen nicht erfüllen, jmdn. enttäuschen
Beispiele:
er hat alle in ihn gesetzten Hoffnungen getäuscht
seine Erwartungen wurden getäuscht, haben ihn getäuscht
er sieht sich in seinen Hoffnungen getäuscht
nie hatte eines je das Vertrauen des andern getäuscht [ FalladaJeder stirbt238]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

täuschen · enttäuschen · Täuscher
täuschen Vb. ‘jmdn. etw. Falsches glauben machen, jmdn. irreführen’, reflexiv ‘sich irren, eine falsche Vorstellung, Meinung haben’, mhd. tiuschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tūschen (s. ↗tauschen), stammt wohl aus dem Nd., vgl. mnd. tūschen ‘täuschen, betrügen, sein Spiel mit jmdm. haben, mit Würfeln spielen, tauschen, wechseln’, mnl. tuuscen, nl. (älter) tuisen ‘täuschen, würfeln’. Herkunft unbekannt. Im Obd. ist das Verb nicht üblich; Luthers teuschen wird hier mit (be)triegen, (ver)vorteilen verdeutlicht. enttäuschen Vb. ‘jmds. Erwartungen nicht erfüllen’, eigentlich ‘aus einer Täuschung herausreißen’, gebildet (um 1800) als Ersatz für heute unübliches desabusieren (frz. désabuser) und detrompieren (frz. détromper). Täuscher m. ‘wer andere täuscht, irreführt’, mhd. tiuschære, tiuscher ‘Täuscher, Betrüger’.

Thesaurus

Synonymgruppe
blenden · ↗bluffen · ↗trügen · täuschen
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem) ein X für ein U vormachen · ↗foppen · ↗narren · ↗nasführen · täuschen · zum Besten haben · zum Besten halten · zum Narren halten  ●  (jemanden etwas) glauben machen  Hauptform · ↗(jemandem etwas) weismachen  ugs. · ↗(jemandem) einen Bären aufbinden  ugs. · (jemanden) für dumm verschleißen  ugs., rheinisch, veraltend · (mit jemandem) sein(e) Spielchen treiben  ugs. · an der Nase herumführen  ugs. · ↗anführen  ugs. · ↗anmeiern  ugs. · ↗anschmieren  ugs. · ↗auf den Arm nehmen  ugs., fig. · auf die Rolle nehmen  ugs. · ↗auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗einseifen  ugs. · für dumm verkaufen  ugs. · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗verarschen  derb · ↗verdummbeuteln  ugs. · verdummdeubeln  ugs. · ↗vergackeiern  ugs. · verkaspern  ugs. · ↗verkohlen  ugs. · ↗verladen  ugs. · vernatzen  ugs., regional · ↗verschaukeln  ugs. · ↗verscheißern  derb · ↗veräppeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
mogeln · ↗schummeln · ↗schwindeln · ↗tricksen · täuschen  ●  Schmu machen  ugs. · ↗kungeln  ugs., regional · ↗mauscheln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›täuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›täuschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›täuschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ja, er habe Fehler gemacht, nein, er habe nicht bewusst täuschen wollen.
Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48
Blix gab später zu, vom Irak getäuscht worden zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 06.06.2003
Wenn er dabei gehofft hatte, Rom werde nichts unternehmen, so hatte er sich nicht getäuscht.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8829
Unter den abgefeimten Praktikern von heute hat die Lüge längst ihre ehrliche Funktion verloren, über Reales zu täuschen.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 21
Das täuscht sicher, das war 1941, später war es nicht.
o. A.: Einhundertzweiundfünfzigster Tag. Dienstag, 11. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23715
Zitationshilfe
„täuschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/t%C3%A4uschen>, abgerufen am 15.06.2021.

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