tölpelhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtöl-pel-haft
WortzerlegungTölpel-haft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tölpel · tölpisch · tölpelhaft · Tölpelei
Tölpel m. ‘einfältiger, ungeschickter Mensch, Dummkopf’. Die seit dem 16. Jh. bezeugten Formen Tölpel, Dölpel (vielleicht schon im 15. Jh. für Tölp vorauszusetzen, s. unten) gehen durch Assimilation hervor aus mhd. törpel, dörpel, die selbst dissimilierte Formen von mhd. dorpære, dörper, törper ‘bäuerischer, roher, nicht höfisch gebildeter Mensch’ (eigentlich ‘Dorfbewohner’) sind. Mhd. dorpære (mit unverschobenem -p-), das neben lautgesetzlich entwickeltes mhd. dorfære tritt, ist wie andere Wörter der höfisch-ritterlichen Kultur (s. ↗Ritter, ↗Wappen) aus dem Fläm. übernommen, vgl. mnl. dorper(e), doorper, doerper, nl. dorper (zu mnl. dorp ‘Acker, Hof, Dorf’, s. ↗Dorf). Die mnl. Bildung gibt afrz. vilain ‘Landmann, Bauer, Nichtadliger, Mann niederen Standes’ wieder (wovon mhd. vil(l)ān), das in Ableitungen und in adjektivischer Verwendung früh pejorativ im Sinne von ‘gemein, grob, ungebildet’ gebraucht wird; es ist entlehnt aus mlat. villanus ‘Bauer, Land-, Dorfbewohner’, adjektivisch ‘zum Land(gut), Dorf gehörig’ (zu lat. vīlla ‘Landhaus, Landgut’, s. ↗Villa). tölpisch Adj. ‘einfältig, unbeholfen, ungeschickt, tölpelhaft’ (16. Jh., daneben bis ins 17. Jh. auch dölpisch, dolpisch), wohl gebildet zu dem Ende des 15. Jhs. belegten, möglicherweise aus als Deminutivum aufgefaßtem Tölpel (s. oben) entstandenen Tölp, Dölp ‘täppischer Mensch, Tölpel’ (zunächst fiktiver Personenname), doch vgl. auch mhd. dörpisch ‘bäurisch’ (s. ↗dörfisch). tölpelhaft Adj. (Anfang 18. Jh., älter tölpelhaftig, 1700). Tölpelei f. ‘Ungeschicklichkeit, Dummheit’ (Mitte 17. Jh., daneben Tölperei, 1691, Tölperlei, 1749); voraus geht mhd. dörperīe, häufiger dörperheit, törperheit, auch dörpelheit ‘bäurisch rohes Benehmen’.

Typische Verbindungen zu ›tölpelhaft‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tölpelhaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›tölpelhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir wollen ja nicht so tölpelhaft in die Verantwortung stolpern, wie es Rot-Grün 1998 getan hat, um dann zu überlegen - was machen wir jetzt eigentlich?
Die Welt, 26.07.2004
Ihr Wirken in den vergangenen 300 Jahren sei "tölpelhaft, streitsüchtig, zynisch, gemein und zuweilen aufdringlich" gewesen.
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2002
Er gilt als taktlos und tölpelhaft und verhält sich auch häufig so.
Der Spiegel, 23.07.1990
Er singt den beiden Schildkröten zu Hause ein tölpelhaftes, herrliches Lied über seinen Stolz.
Die Zeit, 26.12.2011 (online)
Fasolt, tölpelhaft verliebt in die Göttin, erspäht noch ihres "Auges Stern".
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 230
Zitationshilfe
„tölpelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/t%C3%B6lpelhaft>, abgerufen am 02.04.2020.

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