tölpisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungtöl-pisch
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend einfältig, ungeschickt (und schwerfällig)
Beispiel:
sich tölpisch benehmen, anstellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tölpel · tölpisch · tölpelhaft · Tölpelei
Tölpel m. ‘einfältiger, ungeschickter Mensch, Dummkopf’. Die seit dem 16. Jh. bezeugten Formen Tölpel, Dölpel (vielleicht schon im 15. Jh. für Tölp vorauszusetzen, s. unten) gehen durch Assimilation hervor aus mhd. törpel, dörpel, die selbst dissimilierte Formen von mhd. dorpære, dörper, törper ‘bäuerischer, roher, nicht höfisch gebildeter Mensch’ (eigentlich ‘Dorfbewohner’) sind. Mhd. dorpære (mit unverschobenem -p-), das neben lautgesetzlich entwickeltes mhd. dorfære tritt, ist wie andere Wörter der höfisch-ritterlichen Kultur (s. ↗Ritter, ↗Wappen) aus dem Fläm. übernommen, vgl. mnl. dorper(e), doorper, doerper, nl. dorper (zu mnl. dorp ‘Acker, Hof, Dorf’, s. ↗Dorf). Die mnl. Bildung gibt afrz. vilain ‘Landmann, Bauer, Nichtadliger, Mann niederen Standes’ wieder (wovon mhd. vil(l)ān), das in Ableitungen und in adjektivischer Verwendung früh pejorativ im Sinne von ‘gemein, grob, ungebildet’ gebraucht wird; es ist entlehnt aus mlat. villanus ‘Bauer, Land-, Dorfbewohner’, adjektivisch ‘zum Land(gut), Dorf gehörig’ (zu lat. vīlla ‘Landhaus, Landgut’, s. ↗Villa). tölpisch Adj. ‘einfältig, unbeholfen, ungeschickt, tölpelhaft’ (16. Jh., daneben bis ins 17. Jh. auch dölpisch, dolpisch), wohl gebildet zu dem Ende des 15. Jhs. belegten, möglicherweise aus als Deminutivum aufgefaßtem Tölpel (s. oben) entstandenen Tölp, Dölp ‘täppischer Mensch, Tölpel’ (zunächst fiktiver Personenname), doch vgl. auch mhd. dörpisch ‘bäurisch’ (s. ↗dörfisch). tölpelhaft Adj. (Anfang 18. Jh., älter tölpelhaftig, 1700). Tölpelei f. ‘Ungeschicklichkeit, Dummheit’ (Mitte 17. Jh., daneben Tölperei, 1691, Tölperlei, 1749); voraus geht mhd. dörperīe, häufiger dörperheit, törperheit, auch dörpelheit ‘bäurisch rohes Benehmen’.

Verwendungsbeispiele für ›tölpisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hielt ihn für primitiv und tölpisch, und er fühlte sich zurückgesetzt.
Die Zeit, 13.11.1959, Nr. 46
Er warf, während er ihn überholte, einem Fuhrknecht, der sich tölpisch in der Mitte der Straße hielt, einen groben Fluch hin.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 676
Zitationshilfe
„tölpisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/t%C3%B6lpisch>, abgerufen am 04.04.2020.

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