tönen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtö-nen
Wortbildung mit ›tönen‹ als Erstglied: ↗-töner  ·  mit ›tönen‹ als Letztglied: ↗abtönen · ↗antönen · ↗austönen · ↗ertönen · ↗forttönen · ↗vortönen · ↗weitertönen · ↗übertönen
 ·  mit ›tönen‹ als Grundform: ↗Getön · ↗Getöne · ↗tönend
 ·  formal verwandt mit: ↗hellgetönt · ↗mattgetönt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. töntetw. gibt Töne von sich, klingt
Beispiele:
eine Glocke, ein Klingelzeichen, die Orgel, der Gong, Lautsprecher tönt
aus dem Haus tönte Gesang, Musik
hell, schrill, laut, leise, dumpf tönen
er sagte dies mit tönender Stimme
ein tönender Bass
sein klangvoller, tönender Name
tönende (= wohlklingende, aber leere, nichtssagende) Worte, Phrasen
2.
umgangssprachlich, abwertend jmd. töntjmd. spricht, äußert sich, ohne etw. Positives, Wesentliches zu sagen
Beispiel:
er tönte wieder lang und breit über dasselbe Thema
3.
etw. in der Färbung verändern, mit einer bestimmten Färbung, Farbnuance versehen
Beispiele:
sie hat ihr Haar (dunkelblond) tönen lassen, getönt
die Zimmerdecke wurde hellgelb, die Wand etwas dunkler getönt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton2 · tönen · getönt · ertönen · betonen · Betonung · vertonen · Tonart · Tonleiter
Ton2 m. ‘Klang, Laut, Betonung, Akzent, Farbe in bestimmter Abstufung’, mhd. dōn, tōn ‘Melodie, Lied, Gesang, auf einem Instrument gespielte Weise, Strophenform, Laut, Stimme, Art und Weise, Schall, Krach’, mnd. dōn(e) ist entlehnt aus lat. tonus ‘Ton, Klang, Akzent, Farbton, Spannung’, spätlat. ‘Melodie’, griech. tónos (τόνος) ‘Spannung, Seil, Saite, Sehne, Spannung der Stimme’; vgl. griech. té͞inein (τείνειν) ‘strecken, dehnen, spannen, ausdehnen, sich erstrecken’ (s. ↗dehnen). Daneben besteht ahd. tuni ‘das Dröhnen’ (11. Jh.), aengl. dyne, dynn, engl. din ‘Getöse, Lärm’, anord. dynr ‘Lärm’; ahd. tuni fällt mit der zuvor genannten Entlehnung zusammen, so daß mhd. dōn, tōn auch die Bedeutung ‘Geräusch, Schall, Krach’ fortsetzt. Mit dem germ. Substantiv ist verwandt das Verb mhd. dünen, dunen ‘dröhnen, donnern’, asächs. dunnian ‘dröhnen’, mnd. dȫnen, aengl. dynian ‘lärmen, tönen’, engl. to din ‘schreien, grölen, betäuben’, anord. dynja ‘dröhnen, hervorstürzen’, außergerm. sind vergleichbar aind. dhúniḥ ‘rauschend, brausend, tosend’, dhvánati ‘tönt’, lit. dundė́ti ‘dröhnen’, so daß von einer lautnachahmenden Wurzel ie. *dhu̯en-, *dhun- ‘dröhnen, tönen’ ausgegangen werden kann. tönen Vb. ‘als Ton oder Schall weithin hörbar sein, Töne, Klänge von sich geben, sich wichtig machen, eine Färbung geben’, mhd. dœnen ‘singen, spielen’; getönt Part.adj. ‘gefärbt, in der Färbung abgestuft’ (19. Jh.). ertönen Vb. ‘erklingen, erschallen, plötzlich zu tönen beginnen’ (Anfang 16. Jh.). betonen Vb. ‘mit Nachdruck aussprechen, nachdrücklich mit Worten unterstreichen, auf etw. Gewicht legen, hervorheben, akzentuieren’ (18. Jh.); Betonung f. (18. Jh.). vertonen Vb. ‘zu einem Text die Musik schreiben’ (Anfang 20. Jh.). Tonart f. auf einem Grundton beruhende und ein bestimmtes Tongeschlecht aufweisende Stufenfolge von Tönen, Tonleiter f. stufenweise vom Grundton ausgehende Folge von Ganz- und Halbtönen innerhalb einer Oktave (beide 1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
abtönen · ↗einfärben · ↗färben · ↗kolorieren · ↗nuancieren · ↗tingieren · tönen
Musik
Synonymgruppe
jodeln · ↗tirilieren · ↗trällern · tönen  ●  ↗singen  Hauptform · ↗intonieren  geh. · ↗schmettern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Box Boxen Fanfare Glocke Kehle Lautsprecher Off Orchestergraben Radio Sirene Stimme abtönen antönen durchtönen entgegentönen fort herauf heraustönen hereintönen hervortönen herübertönen hohl laut lauter mittönen nachtönen schrill unisono vollmundig zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tönen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist gewiss lobend gemeint, und tönt doch grauslich nach allerlei gelehrtem Bestreben.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2000
Locker, unbedingt gelassen soll das klingen, aber es tönt recht weit entfernt davon.
Der Tagesspiegel, 24.05.1999
So gehört die Pause notwendig zur Musik und tönt doch nicht.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 351
Nur einmal tönt leises Klirren von Instrumenten aus dem Zimmer nebenan.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 147
Gegen 8 Uhr tönte durch die stille Nacht die weiche Melodie "Stille Nacht".
Brief von Martin Müller vom 25.12.1914. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1914], S. 173
Zitationshilfe
„tönen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tönen>, abgerufen am 06.12.2019.

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