tönern

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungtö-nern
eWDG, 1976

Bedeutung

aus Ton
Beispiele:
eine tönerne Schüssel, Vase
ein tönerner Topf
übertragen
Beispiele:
das zaristische Rußland war ein Koloss auf tönernen Füßen (= ein riesiges Reich ohne innere Festigkeit)
diese Behauptung steht auf tönernen Füßen (= hat keine Beweisgründe für sich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton1 · tönern · Tonerde
Ton1 m. lockeres, feinkörniges Sediment, ‘Lehm’ (besonders zur Herstellung von Töpferwaren) ist mit Verdumpfung von ā zu ō entstanden aus frühnhd. tahen, than (Luther), einer aus spätmhd. dāhe, tāhe f. (Genitiv dāhen, tāhen) ‘Lehm’, ahd. thāha f. ‘Ton, Lehm, Töpfererde, irdenes Gefäß’ (um 800) hervorgegangenen Form (mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus). Verwandt sind mnd. , aengl. þō, þōhe, got. þāhō f. ‘Ton, Lehm’. Das zugrundeliegende germ. *þanhōn f. ‘beim Trocknen schrumpfende, dichter werdende Erde’ ist mit den verwandten, unter ↗dicht und ↗gedeihen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *tenk- ‘(sich) zusammenziehen, fest, dicht werden’ anzuschließen. Genuswechsel zum Mask. wohl in Anlehnung an Lehm. tönern Adj. ‘aus (gebranntem) Lehm’ (17. Jh.); vgl. frühnhd. thönen, ahd. thāhīn (um 800), asächs. þāhīn ‘tönern’. Tonerde f. (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aus Ton (gefertigt) · tönern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Figur Fundament Fuß Gefäß Koloß Krieger Krug Pferd Riese Topf Urne

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tönern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Computer auf tönernen Füßen gibt es zwar noch nicht.
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2000
Sonst stehe, er freilich weiß das schon seit langem, auch der Euro auf tönernen Füßen.
Die Zeit, 20.06.1997, Nr. 26
Kultur sind große tönerne Figurengefäße über dem Eingang in der Wand eingelassen.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11977
Der Grumbach hielt die Augen geschlossen und schlug dröhnend seine tönerne Trommel.
Perutz, Leo: Die dritte Kugel, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1988 [1915], S. 212
Das so mächtig erscheinende Perserreich war in Wirklichkeit ein «Koloß auf tönernen Füßen».
Krämer, Walter: Geheimnis der Ferne, Leipzig u. a.: Urania-Verlag 1971, S. 202
Zitationshilfe
„tönern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tönern>, abgerufen am 20.11.2019.

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