Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tönern

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache 
Worttrennung tö-nern
Wortzerlegung Ton2 -ern
eWDG

Bedeutung

aus Ton
Beispiele:
eine tönerne Schüssel, Vase
ein tönerner Topf
übertragen
Beispiele:
das zaristische Rußland war ein Koloss auf tönernen Füßen (= ein riesiges Reich ohne innere Festigkeit)
diese Behauptung steht auf tönernen Füßen (= hat keine Beweisgründe für sich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ton1 · tönern · Tonerde
Ton1 m. lockeres, feinkörniges Sediment, ‘Lehm’ (besonders zur Herstellung von Töpferwaren) ist mit Verdumpfung von ā zu ō entstanden aus frühnhd. tahen, than (Luther), einer aus spätmhd. dāhe, tāhe f. (Genitiv dāhen, tāhen) ‘Lehm’, ahd. thāha f. ‘Ton, Lehm, Töpfererde, irdenes Gefäß’ (um 800) hervorgegangenen Form (mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus). Verwandt sind mnd. , aengl. þō, þōhe, got. þāhō f. ‘Ton, Lehm’. Das zugrundeliegende germ. *þanhōn f. ‘beim Trocknen schrumpfende, dichter werdende Erde’ ist mit den verwandten, unter dicht und gedeihen (s. d.) genannten Formen an die Wurzel ie. *tenk- ‘(sich) zusammenziehen, fest, dicht werden’ anzuschließen. Genuswechsel zum Mask. wohl in Anlehnung an Lehm. tönern Adj. ‘aus (gebranntem) Lehm’ (17. Jh.); vgl. frühnhd. thönen, ahd. thāhīn (um 800), asächs. þāhīn ‘tönern’. Tonerde f. (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aus Ton (gefertigt) · tönern

Typische Verbindungen zu ›tönern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tönern‹.

Verwendungsbeispiele für ›tönern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonst stehe, er freilich weiß das schon seit langem, auch der Euro auf tönernen Füßen. [Die Zeit, 20.06.1997, Nr. 26]
Denn die Presse des Landes steht auf tönernen Füßen; selbst renommierte Blätter darben finanziell. [Die Zeit, 25.10.1996, Nr. 44]
Das bescheidene Wachstum in den ersten Monaten dieses Jahres steht auf tönernen Füßen. [Die Zeit, 12.06.1992, Nr. 25]
Den Computer auf tönernen Füßen gibt es zwar noch nicht. [Süddeutsche Zeitung, 04.04.2000]
Kultur sind große tönerne Figurengefäße über dem Eingang in der Wand eingelassen. [o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11977]
Zitationshilfe
„tönern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/t%C3%B6nern>.

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