töten

GrammatikVerb · tötete, hat getötet
Aussprache
Worttrennungtö-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›töten‹ als Erstglied: ↗Töter · ↗Tötung  ·  mit ›töten‹ als Letztglied: ↗abtöten  ·  mit ›töten‹ als Grundform: ↗tötend
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. gewaltsam ums Leben bringen
Beispiele:
einen Menschen, ein Tier töten
jmdn. mit einem Dolch, mit einer Axt töten
jmdn. fahrlässig, vorsätzlich töten
umgangssprachlich wenn Blicke töten könnten! (= Ausruf bei der Wahrnehmung eines feindseligen Blickes)
den Nerv eines Zahnes (schmerzlos) töten (= den Nerv eines Zahnes unempfindlich machen)
biblisch du sollst nicht töten
Der Schreck hatte sie getötet [RinserMitte131]
sich tötenSelbstmord begehen
Beispiel:
er hat sich aus Lebensüberdruss, mit Gift getötet
umgangssprachlich, bildlich etw. unwirksam, zunichtemachen
Beispiele:
eine Zigarette töten (= zum Verlöschen bringen, ausdrücken)
die Zeit töten (= nutzlos verstreichen lassen)
salopp jmdm. den Nerv töten (= jmdm. auf die Nerven fallen)
etw. tötet jmdn.etw. wirkt sich negativ, schädlich auf jmdn. aus
Beispiele:
Lächerlichkeit tötet (= zerstört jmds. Ansehen)
Wenn ich nicht malen kann, tötet mich die Langeweile [DauthendeyAcht Gesichter107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angabe Angriff Anschlag Aufständische Bombenanschlag Explosion Gefecht Kampf Kopfschuß Mensch Messerstich Palästinenser Person Polizist Rebell Rebelle Schuß Selbstmordanschlag Sicherheitskräfte Soldat Terrorist Tier US-Soldat Zivilist Ziviliste Zusammenstoß abtöten verletzen verwunden Überfall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›töten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Guckt doch bei euch selbst, wie viele deutsche Frauen töten ihre Kinder?
Die Zeit, 06.04.2006, Nr. 15
Wenn Du nicht den Deutschen tötest, wird der Deutsche Dich töten.
konkret, 2000 [1998]
Denn die töteten die Kinder vor den Augen ihrer Mütter.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 478
Manche Politiker maßen sich noch heute das Recht an, in höherem Auftrag töten zu dürfen.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 38
Wenn er uns findet und wenn im Hause was geschehen ist, läßt er uns töten.
Hofmannsthal, Hugo von: Elektra. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 5578
Zitationshilfe
„töten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/töten>, abgerufen am 19.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Totemtier
Totempfahl
totemistisch
Totemismus
Totem
Totenacker
totenähnlich
Totenamt
Totenangst
Totenantlitz