tüchtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtüch-tig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tüchtig‹ als Erstglied: ↗Tüchtigkeit  ·  mit ›tüchtig‹ als Letztglied: ↗untüchtig  ·  mit ›tüchtig‹ als Grundform: ↗-tüchtig · ↗ertüchtigen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
besonders befähigt, die gestellten Aufgaben gut erfüllend
Beispiele:
ein tüchtiger Mensch, Arzt
ein tüchtiger Handwerker
diese Arbeiter sind sehr tüchtig
er ist tüchtig in seinem Beruf, Fach
umgangssprachlich tüchtig, tüchtig! (= Lob)
dem Tüchtigen steht alles offen in dieser Zeit [SakowskiSteine5]
2.
umgangssprachlich besonders tauglich, den gestellten Ansprüchen gut genügend
Beispiele:
eine tüchtige Arbeit, Leistung
tüchtige Kenntnisse besitzen
etw. Tüchtiges (= Brauchbares) lernen, leisten
Es war ein tüchtiger kleiner Aufsatz [I. SeidelTor435]
veraltet von guter Qualität, Beschaffenheit
Beispiele:
ein tüchtiger (= fester) Strick
Ihr habt tüchtige (= gute) Dukaten in der Tasche [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,222]
3.
umgangssprachlich ganz beträchtlich
Beispiele:
ein tüchtiger Regenguss
ein tüchtiges Stück Arbeit
eine tüchtige Strecke
er ist ein tüchtiger (= starker) Esser
eine tüchtige (= derbe) Ohrfeige
salopp er bezog eine tüchtige Tracht Prügel
[sie] nahm einen tüchtigen Schluck Wein [F. HuchPitt53]
adverbiell
sehr, viel
Beispiele:
tüchtig arbeiten, einheizen
sie haben tüchtig gefroren
iss tüchtig!
jmdn. tüchtig ärgern
jmdn. tüchtig ins Gebet nehmen (= jmdm. Vorhaltungen machen, mit Fragen zusetzen)
jmdn. tüchtig ausschimpfen
salopp jmdm. tüchtig den Kopf waschen (= jmdn. scharf tadeln)
salopp es jmdm. tüchtig geben (= jmdn. verprügeln) (= jmdn. mit Worten zurechtweisen)
sich tüchtig anstrengen
er hat sich tüchtig in den Finger geschnitten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tüchtig · Tüchtigkeit
tüchtig Adj. ‘geschickt, erfahren, fleißig, gut’. Das nur im Westgerm. bezeugte Adjektiv mhd. tühtec, tühtic ‘brauchbar, wacker, edel und fein gesittet’, mnd. düchtich, mnl. duchtich, nl. duchtig, aengl. dohtig, engl. (älter) doughty ist von dem in ahd. tūht ‘Andrang, Ansturm’ (11. Jh.; anatūht, 10. Jh.), mhd. tūht, dūht ‘Andrang, Kraft, Gewalt, Tüchtigkeit’, nhd. Tucht (bis 16. Jh.), mnd. ducht überlieferten ti-Abstraktum zu dem unter ↗taugen (s. d.) dargestellten Verb abgeleitet. Tüchtigkeit f. ‘tüchtiges Wesen’, mhd. tühtecheit, tuchtikeit ‘Kraft, Stärke, Rüstigkeit, Festigkeit’, mnd. düchtichēt, mnl. duchticheit. In älterer Sprache vorwiegend im Sinne von ‘Tauglichkeit, Eignung, Brauchbarkeit’; der in neuerer Zeit vorherrschende Gebrauch ‘besondere Leistungsfähigkeit, Qualität’ findet sich bereits im Frühnhd.

Thesaurus

Synonymgruppe
anpackend · ↗arbeitsam · ↗energisch · ↗engagiert · ↗fleißig · ↗produktiv · ↗strebsam · ↗tatkräftig · tüchtig  ●  mit Schmackes  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beherzt · ↗entschlossen · ↗forsch · ohne langes Überlegen · tüchtig · zupackend  ●  ↗feste  ugs. · ↗ordentlich  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgiebig · ↗deutlich · ↗dramatisch (journal.) · durchdringend · ↗eingehend · ↗erheblich · ↗heftig · ↗intensiv · ↗kräftig · ↗mächtig · ↗sehr (vor Verben oder Partizipien 2) · ↗stark  ●  dass es nur so (...)  ugs., variabel · tüchtig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Administrator Fachmann Geiger Geschäftsfrau Geschäftsleute Geschäftsmann Handwerker Hausfrau Heerführer Kaufleute Kaufmann Kerl Leutchen Portion Prise Rechtsbeistand Schluck Sekretärin Verwalter Verwaltungsbeamter arbeitsam begabt brav einheizen fleißig gewissenhaft strebsam tapfer zulangen zuverlässig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tüchtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Juristisch könnte die IAAF dafür noch tüchtig ins Schlingern geraten.
Der Tagesspiegel, 02.09.1999
Die wurden reichlich überrascht, andererseits enttäuscht in der Erwartung, es flögen noch mal tüchtig die Fetzen.
Süddeutsche Zeitung, 20.02.1995
Jetzt mußte er aber das Risiko eingehen, das Heer einer tüchtigen militärischen Führung zu unterstellen.
Welles, C. Bradford: Die hellenistische Welt. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 4196
Auch die Zahlen, die aus jenen Jahren vorliegen, erzählen von tüchtiger gemeinsamer Arbeit.
Baader, Ottilie: Ein steiniger Weg, Lebenserinnerungen einer Sozialistin. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 24696
Man muß auch schon tüchtig arbeiten, sonst bekommt man nichts zu essen.
Friedländer, Hugo: Die Vorgänge in der Provinzial-Arbeitsanstalt zu Brauweiler vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 15594
Zitationshilfe
„tüchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tüchtig>, abgerufen am 16.11.2018.

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