türmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtür-men
GrundformTurm
Wortbildung mit ›türmen‹ als Letztglied: ↗aufeinandertürmen · ↗auftürmen · ↗eintürmen · ↗emportürmen · ↗entgegentürmen · ↗hochtürmen · ↗übereinandertürmen
eWDG, 1976

Bedeutung

sich türmensich turmartig (übereinander) erheben, sich auftürmen
Beispiele:
Aktenstöße türmen sich auf dem Schreibtisch
auf der Erde türmten sich Koffer, Bücher (zu Bergen)
an den Straßenrändern türmten sich bis zu fünf Meter hohe Schneewehen
übertragen sich stark häufen
Beispiele:
vor ihnen türmen sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten
vor ihm türmten sich neue Probleme
etw. türmen
Beispiele:
über jmdn. viele Decken türmen
der Wirt türmte die Stühle auf die Tische
Bücher auf den Boden türmen
Die Frauen räumen das Stroh fort und türmen es zu Ballen [UhseTagebuch163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Turm · türmen1 · auftürmen · Türmer
Turm m. hochaufragendes Bauwerk mit verhältnismäßig kleiner Grundfläche, ahd. turn (9. Jh.), mhd. turn, torn, (md.) turm, mnd. torn, tarn, mnl. torn, tōren, nl. toren sind entlehnt aus afrz. *torn ‘Turm’, als sicher vorauszusetzen durch das bezeugte Deminutivum afrz. tornele, mfrz. tournelle. Dieses beruht wie gleichbed. afrz. tor (frz. tour) auf lat. turris ‘Turm’, entlehnt aus griech. týrsis (τύρσις) ‘Turm, Wohn-, Mauerturm, Burg, Palast, mit Mauer und Turm befestigte Stadt’. Da lat. turris auch den beweglichen, drehbaren Angriffs- und Beobachtungsturm des römischen Befestigungssystems bezeichnet, hat sich durch Einfluß des Verbs lat. tornāre ‘mit dem Drechseleisen runden’, spätlat. ‘wenden’ auslautendes -n entwickelt. Unmittelbar aus dem Lat. ist entlehnt ahd. turri (um 800), turra (9. Jh.), mnl. tor(re). Mit Luther setzt sich die md. Form Turm durch. türmen1 Vb. ‘turmartig aufbauen, hoch übereinanderstapeln’, reflexiv ‘sich turmartig (übereinander) erheben’ (18. Jh.), ‘in den Gefängnisturm werfen, mit einem Turm versehen’ (15. Jh.); vgl. ahd. turrōn ‘mit Türmen versehen’ (11. Jh.). auftürmen Vb. ‘turmartig aufbauen, aufhäufen, aufstapeln’, übertragen reflexiv ‘sich stark häufen’ (17. Jh.). Türmer m. ‘Turmwächter, Glöckner’, mhd. turner, türner.

türmen2 Vb. ‘davonlaufen, ausreißen’, Herkunft unbekannt. Wohl aus der Gaunersprache des 19. Jhs. Vielleicht ‘dem (Gefängnis)turm, der Gefangenschaft entlaufen’?

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufbauen · ↗(sich) auftürmen · ↗(sich) erheben · ↗aufragen · ↗aufsteigen · ↗aufstreben · ↗auftürmen · ↗emporragen · ↗hervorheben · ↗hervortreten · ↗hinausragen · ↗hochragen · ↗ragen · türmen
Synonymgruppe
(das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · ↗entkommen · ↗fliehen · ↗flüchten · ↗weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · ↗(sich) dünn(e) machen  ugs. · ↗(sich) verdrücken  ugs. · ↗abhauen  ugs. · ↗ausfliegen  ugs., ironisch · ↗stiften gehen  ugs. · türmen  ugs. · ↗verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(aus dem Gefängnis) ausbrechen · (sich) einen Weg in die Freiheit verschaffen · türmen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Akte Aktenberg Aktenordner Bauschutt Berg Eisscholle Gebirge Halde Haufen Leichenberg Meterhoch Müll Müllberg Pyramide Regal Schnee Schneemaß Schreibtisch Schutt Stapel Straßenrand Unrat Wolke aufeinandertürmen auftürmen emportürmen hochtürmen meterhoch übereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›türmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon jetzt türmen sich die Akten in der zuständigen Abteilung.
Die Welt, 27.10.2003
Zu tief liegen die Ursachen, zu hoch türmen sich die Probleme.
Süddeutsche Zeitung, 11.05.1998
Man muß fort, man muß türmen, lieber heute als morgen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 287
Es drohte, sich zu ungeheuren Bergen zu türmen, aber nicht für lange Zeit.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 172
Zitationshilfe
„türmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/türmen#1>, abgerufen am 17.11.2019.

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türmen

GrammatikVerb · türmt, türmte, ist getürmt
Aussprache
Worttrennungtür-men
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp fliehen
Beispiele:
bei Nacht und Nebel türmen
nach N türmen
Na, Wachtmeister, nehmen Sie ihm die Kette ab, er wird schon nicht türmen [FalladaBlechnapf470]
sich eilig entfernen, ausreißen
Beispiel:
[sie] prügelten uns aus dem Lokal raus […] Wir türmten [WelkGrambauer116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Turm · türmen1 · auftürmen · Türmer
Turm m. hochaufragendes Bauwerk mit verhältnismäßig kleiner Grundfläche, ahd. turn (9. Jh.), mhd. turn, torn, (md.) turm, mnd. torn, tarn, mnl. torn, tōren, nl. toren sind entlehnt aus afrz. *torn ‘Turm’, als sicher vorauszusetzen durch das bezeugte Deminutivum afrz. tornele, mfrz. tournelle. Dieses beruht wie gleichbed. afrz. tor (frz. tour) auf lat. turris ‘Turm’, entlehnt aus griech. týrsis (τύρσις) ‘Turm, Wohn-, Mauerturm, Burg, Palast, mit Mauer und Turm befestigte Stadt’. Da lat. turris auch den beweglichen, drehbaren Angriffs- und Beobachtungsturm des römischen Befestigungssystems bezeichnet, hat sich durch Einfluß des Verbs lat. tornāre ‘mit dem Drechseleisen runden’, spätlat. ‘wenden’ auslautendes -n entwickelt. Unmittelbar aus dem Lat. ist entlehnt ahd. turri (um 800), turra (9. Jh.), mnl. tor(re). Mit Luther setzt sich die md. Form Turm durch. türmen1 Vb. ‘turmartig aufbauen, hoch übereinanderstapeln’, reflexiv ‘sich turmartig (übereinander) erheben’ (18. Jh.), ‘in den Gefängnisturm werfen, mit einem Turm versehen’ (15. Jh.); vgl. ahd. turrōn ‘mit Türmen versehen’ (11. Jh.). auftürmen Vb. ‘turmartig aufbauen, aufhäufen, aufstapeln’, übertragen reflexiv ‘sich stark häufen’ (17. Jh.). Türmer m. ‘Turmwächter, Glöckner’, mhd. turner, türner.

türmen2 Vb. ‘davonlaufen, ausreißen’, Herkunft unbekannt. Wohl aus der Gaunersprache des 19. Jhs. Vielleicht ‘dem (Gefängnis)turm, der Gefangenschaft entlaufen’?

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufbauen · ↗(sich) auftürmen · ↗(sich) erheben · ↗aufragen · ↗aufsteigen · ↗aufstreben · ↗auftürmen · ↗emporragen · ↗hervorheben · ↗hervortreten · ↗hinausragen · ↗hochragen · ↗ragen · türmen
Synonymgruppe
(das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · ↗entkommen · ↗fliehen · ↗flüchten · ↗weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · ↗(sich) dünn(e) machen  ugs. · ↗(sich) verdrücken  ugs. · ↗abhauen  ugs. · ↗ausfliegen  ugs., ironisch · ↗stiften gehen  ugs. · türmen  ugs. · ↗verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(aus dem Gefängnis) ausbrechen · (sich) einen Weg in die Freiheit verschaffen · türmen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Akte Aktenberg Aktenordner Bauschutt Berg Eisscholle Gebirge Halde Haufen Leichenberg Meterhoch Müll Müllberg Pyramide Regal Schnee Schneemaß Schreibtisch Schutt Stapel Straßenrand Unrat Wolke aufeinandertürmen auftürmen emportürmen hochtürmen meterhoch übereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›türmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon jetzt türmen sich die Akten in der zuständigen Abteilung.
Die Welt, 27.10.2003
Zu tief liegen die Ursachen, zu hoch türmen sich die Probleme.
Süddeutsche Zeitung, 11.05.1998
Man muß fort, man muß türmen, lieber heute als morgen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 287
Es drohte, sich zu ungeheuren Bergen zu türmen, aber nicht für lange Zeit.
Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 172
Zitationshilfe
„türmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/türmen#2>, abgerufen am 17.11.2019.

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