tabu
GrammatikAdjektiv · nicht attributiv, indeklinabel
Aussprache
Worttrennungta-bu (computergeneriert)
HerkunftPolynesisch
eWDG, 1976

Bedeutung

unverletzlich, unantastbar
Beispiele:
dieses Thema, dieser Bereich war damals tabu (= man durfte, wollte nicht darüber sprechen)
Ein Mädel wie die Ingrid ist doch tabu, solange man nicht ans Heiraten denkt [NollHolt2,234]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tabu · tabu · tabuieren · tabuisieren
Tabu n. kultisches Gebot bei Naturvölkern, gewisse als heilig und geweiht verstandene Lebewesen, Gegenstände, Pflanzen, Orte, Wörter u. ä. zu meiden, Entlehnung (Anfang 19. Jh.) von engl. tabu bzw. taboo, wie Cook (1777) polynes. tapu, eigentl. ‘gekennzeichnet’ (als Reservat des Herrschers), daher ‘unberührbar, heilig’, wiedergibt. In übertragenem Sinne ‘heilige, unberührbare Sache, Unverletzlichkeit’ (2. Hälfte 19. Jh.), auch ‘konventionelle Schranke, Vorschrift, über bestimmte Dinge nicht zu sprechen oder bestimmte Handlungen nicht auszuführen’ (1. Hälfte 20. Jh.). tabu Adj. ‘heilig, unantastbar, verboten’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus gleichbed. engl. tabu, taboo (s. oben). tabuieren Vb. ‘für tabu erklären, mit Tabu belegen’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute mit tabuisieren Vb. (Mitte 20. Jh.) konkurrierend.

Thesaurus

Synonymgruppe
(strikt) untersagt · nicht erlaubt · nicht zugelassen · tabu · ↗verboten · ↗verpönt
Assoziationen
Synonymgruppe
heilig · ↗sakrosankt · tabu · ↗unantastbar · ↗unaussprechlich · ↗unverletzlich · über alle Zweifel erhaben
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Drogen Gentechnik Homosexualität Privatleben Radwege Rauchen Schlafzimmer Sex Sexualität Steuererhöhungen Studiengebühren Süßigkeiten Thema Turnschuhe Zigaretten auf jeden Fall bislang ebenso ebensowenig eigentlich fortan hierzulande längst ohnehin quasi sowieso vorerst weiterhin weithin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tabu‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann kann man das ruhig auch mal sagen, sonst aber sind die Fehler der anderen tabu.
Der Tagesspiegel, 22.01.1999
Und das Eis des Sees ist tabu, wohl auch brüchig.
Süddeutsche Zeitung, 13.01.1994
Der Tote ist für sie nicht tot, er wirkt weiter, nur sein Name ist tabu.
Brandenburg, H.: Zigeuner. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 37379
Was benannt, begriffen, gemessen ist, ist überwältigt, starr, "tabu" geworden.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 152
Auch sind in der Frauengruppe, in der beide arbeiten, Frauenbeziehungen ziemlich tabu.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 159
Zitationshilfe
„tabu“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tabu>, abgerufen am 20.01.2018.

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