Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

taktisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tak-tisch
Wortbildung  mit ›taktisch‹ als Letztglied: fototaktisch · hypotaktisch · parataktisch · phototaktisch · wahltaktisch
Herkunft Taktik
eWDG

Bedeutungen

1.
die Taktik betreffend, auf ihr beruhend
Beispiele:
taktische Grundsätze, Maßnahmen, Manöver
eine taktische Aufgabe, Erwägung
ein taktischer Erfolg, Fehler
taktisch vorgehen
Militär entsprechend der Bedeutung von Taktik (1)
Beispiele:
ein taktischer Einsatz
eine taktische Rakete, Reserve
ein taktischer Verband (= Verband von Truppenteilen, Einheiten einer bestimmten Waffengattung oder Spezialtruppe)
Sportein taktisch schönes, taktisch sehr gut geführtes Spiel
entsprechend der Bedeutung von Taktik (2)
Beispiel:
Diese komplizierte … Situation zwang die Partei zur Ausarbeitung einer neuen taktischen Linie [ Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung11,22]
2.
übertragen geschicktes, planmäßiges Verhalten, Vorgehen betreffend
Beispiele:
ein taktischer Schritt, Ratschlag
taktisch klug, falsch handeln
Es war Anfall aufgesammelten Zorns, der ihn zu dem taktischen Mißgriff verleitet hatte [ Wasserm.Maurizius38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Taktik · taktisch · taktieren · Taktiker
Taktik f. ‘Theorie und Praxis der Planung, Vorbereitung und Durchführung militärischer Operationen’ (1. Hälfte 18. Jh.), verallgemeinert ‘klug vorausberechnetes, planmäßiges Vorgehen’ (2. Hälfte 18. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. tactique, das auf griech. taktikḗ (téchnē) (τακτικὴ τέχνη) ‘(Kunst der) Anordnung, Aufstellung (eines Heeres)’, dem substantivierten Fem. von griech. taktikós (τακτικός) ‘die Stellung eines Heeres betreffend’, beruht; zu griech. tássein, (att.) táttein (τάσσειν, τάττειν) ‘auf einen bestimmten Posten, in Reih und Glied stellen, feststellen, ordnen, regeln’. taktisch Adj. ‘die militärische Taktik betreffend, auf ihr beruhend’ (2. Hälfte 18. Jh.), in allgemeiner Verwendung ‘auf kluger Berechnung beruhend, geschickt und planvoll vorgehend’ (Anfang 20. Jh.). taktieren Vb. (besonders im politisch-diplomatischen Bereich) ‘sich der jeweiligen Lage entsprechend geschickt verhalten, taktisch vorgehen’ (1. Hälfte 20. Jh.). Taktiker m. militärisch ‘Lehrer der Taktik, geschickter Heerführer’ (2. Hälfte 18. Jh.), allgemein (besonders im politisch-diplomatischen Bereich) ‘wer planvoll, geschickt, methodisch vorgeht’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
taktisch  ●  berechnet  fig. · kalkuliert  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›taktisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taktisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›taktisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Ende aber ließ ich alle taktischen Überlegungen außer acht. [Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 108]
Es wird einem doch nicht verboten sein, auch sich selbst gegenüber taktisch zu verfahren. [Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 222]
Denn es gibt Preise, die man nicht zahlt, auch taktisch nicht. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 17]
Somit ist Mill nur taktisch über Hume hinausgekommen, nicht aber prinzipiell. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2066]
Wegen des engen Raumes konnte von taktischer Führung keine Rede sein. [Die Zeit, 10.10.1997, Nr. 42]
Zitationshilfe
„taktisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taktisch>.

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