talentlos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungta-lent-los (computergeneriert)
WortzerlegungTalent-los
Wortbildung mit ›talentlos‹ als Erstglied: ↗Talentlosigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

ohne Talent
Beispiel:
neben seinen Leistungen erschienen mir alle anderen Bewerber talentlos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Talent · talentlos · Talentlosigkeit · talentvoll · talentiert
Talent n. antike Gewichtseinheit und die ihr entsprechende ‘Geldsumme’ (Anfang 16. Jh.), übertragen ‘Fähigkeit, Vermögen, auf einem bestimmten Gebiet etw. zu leisten, wozu nicht jedermann in der Lage ist, (besondere) Begabung’ (16. Jh., Paracelsus; zunächst in lat. Form), ‘Mensch, der Talent hat’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus lat. talentum, griech. tálanton, Plur. tálanta (τάλαντον, τάλαντα) ‘Geldsumme, (Gold)gewicht’, eigentlich ‘Waage, Waagschalen’, d. i. (Plur.) ‘die Emporhebenden, Tragenden’, partizipiale Bildung mit nt-Suffix zu tala- in griech. (Aorist) talássai (ταλάσσαι) ‘ertragen, (er)dulden’. Die mit Paracelsus einsetzende übertragene Verwendung beruht auf allegorischer Auslegung des biblischen Gleichnisses vom zinsbringend anzulegenden Gelde (griech. tálanta Matth. 25, 14ff., Luther: Zentner), das als von Gott verliehene Gabe des Verstandes bzw. Geistes gedeutet wird. talentlos Adj. ‘ohne Geschick, ohne besondere Begabung’ (Ende 18. Jh.); Talentlosigkeit f. (1. Hälfte 19. Jh.). talentvoll Adj. ‘begabt, befähigt’ (2. Hälfte 18. Jh.). talentiert Adj. ‘Talent besitzend, begabt’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
leistungsschwach · ↗minderbegabt · ↗schwach · talentlos · ↗unbegabt · ↗unfähig · ↗untalentiert  ●  ↗talentfrei  ugs., ironisch
Assoziationen
  • (geistig) beschränkt · ↗(geistig) minderbemittelt · ↗blöd · ↗blöde · ↗dämlich · geistig nicht (mehr) auf der Höhe · ↗idiotisch · ↗irrsinnig · keinen Grips im Kopf (haben) · nicht besonders helle · nicht gerade helle · ↗schwachköpfig · ↗stockdumm · ↗strohdumm · ↗stupid · ↗stupide · unintelligent · weiß nicht (mehr), was er sagt · weiß nicht (mehr), was er tut  ●  Stroh im Kopf (haben)  fig. · ↗dumm  Hauptform · ↗talentfrei  ironisch · (das) Pulver nicht erfunden haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit Löffeln gegessen haben  ugs. · (die) Weisheit nicht mit dem Schöpflöffel gegessen haben  ugs. · (ein) Spatzenhirn haben  ugs. · (jemandem) haben sie ins Gehirn geschissen  derb · (so dumm) dich beißen doch die Schweine im Galopp  ugs., Spruch · (so) dumm wie 10 Meter Feldweg  ugs. · (so) dumm wie Bohnenstroh  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Gänse beißen  ugs. · (so) dumm, dass ihn die Schweine beißen  ugs. · (total) Banane (sein)  ugs. · (voll) panne  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bedeppert  ugs. · ↗behämmert  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · ↗beknackt  ugs. · ↗belämmert  ugs. · ↗bescheuert  ugs. · beschruppt  ugs. · besemmelt  ugs. · ↗bestusst  ugs. · birnig  ugs. · ↗deppert  ugs., süddt. · ↗doof  ugs. · dumm wie Brot  ugs. · dumm wie Schifferscheiße  derb · dümmer als die Polizei erlaubt  ugs. · ↗gehirnamputiert  derb · ↗grenzdebil  derb · hirnig  ugs. · ↗hohl  ugs. · ↗merkbefreit  ugs. · naturblöd  ugs. · nicht (ganz) bei Trost  ugs. · nicht bis drei zählen können  ugs. · nicht ganz dicht  ugs. · ↗saublöd  ugs. · ↗saudoof  ugs. · ↗saudumm  ugs. · selten dämlich (Verstärkung)  ugs. · strunzdoof  ugs. · ↗strunzdumm  ugs. · strunzendumm  ugs. · unterbelichtet  ugs. · von allen guten Geistern verlassen  ugs.
  • bequem · ↗faul · ↗müßig · ↗passiv · ↗phlegmatisch · ↗tatenlos · ↗träge · ↗untätig  ●  ↗pomadig  ugs.
  • kann es (einfach) nicht · nicht geeignet · ↗unfähig · ↗untüchtig
  • (ein) Nichtswürdiger · ↗(eine) Null  ●  ↗(ein) Nichts  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schauspieler

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›talentlos‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bitter muß ich mir gestehen, gerade hier, wo Geld und Lorbeer winken, da bist du eine glatte Null, unbrauchbar talentlos.
Süddeutsche Zeitung, 18.01.1996
Der platten und talentlosen Tendenzstücke müde, soll er mehr Oper gefordert haben.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 02.03.1932
Sechs Jahre später hat sich der „talentlose“ Junge bereits an die Spitze gelaufen.
Die Zeit, 27.08.1971, Nr. 35
Gespottet, wie über die Langeweile, den schlechten Geschmack der Damen und das talentlose Kurorchester hätte er über seinen Jubiläumswein aber garantiert nicht.
Die Welt, 30.10.2004
Vergebens lassen sie die gerungenen Vorderflossen Umschau halten nach einem zoologischen Ausdruck, den sie einem talentlos klimmziehenden Rekruten verpassen könnten.
Engelhardt, Wilhelm: Kleiner Knigge für heimkehrende Sieger nebst kurzer Instruktion über die Heimat. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 20725
Zitationshilfe
„talentlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/talentlos>, abgerufen am 19.06.2019.

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