Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tanzen

Grammatik Verb · tanzt, tanzte, hat/ist getanzt
Aussprache 
Worttrennung tan-zen
Wortbildung  mit ›tanzen‹ als Erstglied: Tanzabend · Tanzbar · Tanzbaum · Tanzbein · Tanzboden · Tanzbär · Tanzcafé · Tanzclub · Tanzdiele · Tanzeinlage · Tanzerei · Tanzetablissement · Tanzfest · Tanzfigur · Tanzfliege · Tanzfläche · Tanzform · Tanzgaststätte · Tanzgeiger · Tanzgirl · Tanzgruppe · Tanzhaus · Tanzkapelle · Tanzkarte · Tanzkleid · Tanzklub · Tanzkreisel · Tanzkränzchen · Tanzkunst · Tanzkurs · Tanzkursus · Tanzlehrer · Tanzlied · Tanzlokal · Tanzlust · Tanzmariechen · Tanzmaske · Tanzmaus · Tanzmeister · Tanzmelodie · Tanzmusik · Tanzorchester · Tanzpaar · Tanzparkett · Tanzpartner · Tanzpause · Tanzplatte · Tanzplatz · Tanzproduktion · Tanzrassel · Tanzrhythmus · Tanzsaal · Tanzschlager · Tanzschrift · Tanzschritt · Tanzschuh · Tanzschule · Tanzschuppen · Tanzschüler · Tanzsport · Tanzstunde · Tanzstück · Tanzszene · Tanztee · Tanztheater · Tanztherapie · Tanztrainer · Tanzturnier · Tanzunterricht · Tanzveranstaltung · Tanzverbot · Tanzvergnügen · Tanzwagen · Tanzweise · Tanzwut · Tanzzirkel · Tänzer · tanzbar · tanzfreudig · tanzlustig · tanzwütig
 ·  mit ›tanzen‹ als Letztglied: abtanzen · antanzen · austanzen · betanzen · durchtanzen · eintanzen · ertanzen · hereintanzen · herumtanzen · hintanzen · seiltanzen · umhertanzen · umtanzen · vorbeitanzen · vortanzen · weitertanzen · zertanzen
 ·  mit ›tanzen‹ als Grundform: Tanz
eWDG

Bedeutung

sich rhythmisch, bestimmten Regeln folgend, nach Musik bewegen, beim künstlerischen Tanz allein oder mit einem Partner, in einem Ballett, beim Gesellschaftstanz mit einem Partner
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
gut, schlecht, flott, leicht, schwer, fröhlich, selbstvergessen, unbeschwert tanzen
ich tanze (un)gern
mit jmdm. tanzen
er konnte nicht tanzen
tanzen lernen, gehen
hier wird heute Abend getanzt
drinnen tanzen sie schon
zu den Klängen einer Kapelle, eines Plattenspielers tanzen
wir haben oft zusammen getanzt
er tanzte nur einmal mit ihr
sie haben sich müde getanzt
wir haben die ganze Nacht hindurch getanzt
einen Tango, Foxtrott, Reigen tanzen
Figuren, Walzer tanzen
auf dem Seil tanzen (= auf einem ausgespannten Seil balancieren)
das Ballett der Staatsoper, die berühmte Ballerina hat hervorragend getanzt
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichman kann nicht auf allen, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen (= man kann nicht bei allen, bei zwei Veranstaltungen gleichzeitig dabeisein)
umgangssprachlichnach jmds. Pfeife tanzen (= widerspruchslos tun, was der andere will)
saloppjmdm. auf der Nase tanzen (= jmds. Gutmütigkeit, Nachlässigkeit missbrauchen)
sprichwörtlichwenn die Katze fort ist, tanzen die Mäuse (= bei fehlender Aufsicht nehmen sich manche allerlei Freiheiten heraus)
sprichwörtlichwenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen (= wenn es jmdm. zu gut geht, wird er übermütig)
übertragen
Beispiele:
die Mücken tanzen (= wimmeln durcheinander)
er blickte auf die tanzenden Schneeflocken
der im Sonnenstrahl tanzende Staub
das kleine Boot tanzte steuerlos auf den Wellen
er schlug mit der Faust auf den Tisch, dass die Teller und Tassen tanzten (= hochhüpften)
er ließ die Peitsche auf dem Rücken des Pferdes tanzen (= schlug mit der Peitsche auf das Pferd ein)
die Buchstaben tanzten (= verschwammen) ihm vor den Augen
Ihre großen, breitschultrigen Schatten tanzten an der Wand (= huschten hin und her an der Wand), weil die Kerzenflamme tanzte [ TucholskyRheinsberg28]
irgendwohin tanzen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
er ist quer durch den Saal getanzt
er ist vor Ausgelassenheit durch das Zimmer getanzt (= ist im Zimmer umhergehüpft und gesprungen)
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichaus der Reihe tanzen (= sich nicht nach der Ordnung, den anderen richten, nach eigenem Gutdünken handeln)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tanzen · Tanz
tanzen Vb. ‘sich rhythmisch (zu Musik) bewegen’, auch ‘hüpfen, springen, sich leicht und froh bewegen’, mhd. tanzen, mnd. dansen, danzen, Entlehnung des höfischen Rittertums (mit hd. t- aus d- und -z- als Übergangslaut zwischen n und s) über Flandern (vgl. mnl. nl. dansen) aus gleichbed. afrz. dancer, dancier, danser (frz. danser). Herkunft ungeklärt. Man hat auf Grund der zuerst nordfrz. Bezeugung des Verbs germ. Ursprung angenommen und setzt anfrk. *dintjan ‘sich hin und her bewegen’ voraus (vgl. mnl. deinsen, nl. deinzen ‘zurückweichen, -schrecken’, fries. dintje ‘leicht zittern’, isl. dynta ‘den Körper auf- und niederbewegen’). FEW 15, 2, 63 möchte dagegen (im Hinblick auf den Stammvokal afrz. -a-) eher anfrk. *dantisōn vorziehen. Anders Meier/Pen̄a in: Archiv f. d. Studium d. neueren Spr. 203 (1966/67) 321 ff., die, ausgehend von lat. rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’, rotundāre ‘rund machen, abrunden’, Formen wie vlat. *retundāre oder *rotantiāre, *retantiāre ‘drehen, tanzen’ und *rotantia, *retantia ‘Drehung, Tanz’ erschließen, woraus sich im Westroman. *redançare und *redança bzw. mit Abfall von re- *dançare und *dança entwickelt habe. – Tanz m. ‘Folge rhythmischer (von Musik begleiteter) Körperbewegungen’, auch das diese begleitende ‘Instrumentalstück’ sowie ‘Tanzveranstaltung’, mhd. tanz, mnd. dans, danz, entlehnt (wie das Verb) über mnl. dans aus afrz. dance, danse.

Thesaurus

Synonymgruppe
tanzen  ●  abhotten  ugs. · abtanzen  ugs. · abzappeln  ugs. · das Tanzbein schwingen  ugs. · schwofen  ugs.
Oberbegriffe
  • (sich) körperlich betätigen
Assoziationen
Synonymgruppe
schwirren · schwärmen · tanzen (Mücken)

Typische Verbindungen zu ›tanzen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tanzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›tanzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunächst einmal hat jeder anwesende Herr grundsätzlich die Pflicht, mit allen anwesenden Damen zu tanzen. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 337]
Die Herren sind nun verpflichtet, zunächst mit allen Damen am Tisch zu tanzen. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 263]
Laß mich nur immer tanzen, Du gibst mir nichts dazu! [Röhrich, Lutz: dazu. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6328]
Er würde nicht einmal mit ihr tanzen, so sehr verabscheue er zu führen. [Die Zeit, 05.01.1996, Nr. 2]
Der Kongreß tanzt, der Kanzler lacht, mal sehen, wann gestorben wird. [konkret, 1983]
Zitationshilfe
„tanzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tanzen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
tanzbar
tantrisch
tanto
tantenhaft
tannen
tanzfreudig
tanzlustig
tanzwütig
taoistisch
tapen