Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tappen

Grammatik Verb · tappt, tappte, ist/hat getappt
Aussprache  [ˈtapn̩]
Worttrennung tap-pen
Wortbildung  mit ›tappen‹ als Erstglied: täppisch  ·  mit ›tappen‹ als Letztglied: danebentappen · davontappen · entlangtappen · herumtappen · hineintappen · umhertappen · vorübertappen · zutappen
 ·  mit ›tappen‹ als Grundform: ertappen · tapsen
Mehrwortausdrücke  im Dunkeln tappen
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
mit unsicheren, unbeholfenen, plumpen Schritten, oft leise, dumpfe Geräusche erzeugend gehen, sich vorwärtstasten, besonders im Dunkeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’ bzw. mit ‘hat’
Beispiel:
hilflos sind, haben sie im Finstern getappt
a)
übertragen im Dunkeln, Finstern tappenim Ungewissen sein, nichts Genaues wissen
siehe auch im Dunkeln tappenZDL
Beispiel:
die Polizei tappte bei der Aufklärung des Verbrechens noch im Dunkeln
b)
irgendwohin tappen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Menschen sind mit vorgestreckten Händen durch den dichten Nebel getappt
wir tappten vorsichtig durch den dunklen Gang, Wald
er tappte wie traumwandlerisch aus dem Wirtshaus
die Treppe tappend hinaufsteigen
wir hörten tappende Schritte näherkommen
c)
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichblindlings in eine Falle, in sein Verderben tappen
2.
nach etw. tappennach etw. ungeschickt greifen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Kind hat nach meinem Arm getappt
der Pudel tappte mit den Vorderpfoten nach ihr
ich tappte (= suchte) im Finstern nach der Taschenlampe

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tapp · tappen · tapen · ertappen · tapsen · Taps · Tappe · täppisch · tapperig · taprig · Tap(p)ergreis
tapp Interjektion lautmalend für ein leichtes, unsicheres Aufsetzen von Fuß oder Pfote, oft in der Doppelung tapp tapp oder mit Sekundärablaut tipp tapp (19. Jh., doch gewiß älter). Davon abgeleitet mit wechselnder Vokalquantität tappen, tapen Vb. ‘plump auftreten oder gehen, ungeschickt, unbeholfen, tastend gehen und umherfühlen’, spätmhd. tāpen, nhd. tappen (16. Jh., im tunkeln tappen Luther; vgl. auch frühnhd. betappen ‘betasten’, 15. Jh.). ertappen Vb. ‘aufspüren, bei Verbotenem ergreifen, erwischen, überraschen’ (16. Jh.). Dazu das Intensivum tapsen Vb. ‘plump und schwerfällig gehen’ (dapsen, 17. Jh.). Taps m. ‘schwerfälliger, täppischer Kerl’ (18. Jh.). Tappe f. (heute nur noch mundartlich, auch Tape f., Tapen n.) ‘Pfote, Tatze, deren Spur im Boden’, frühnhd. tappe, dappe, mhd. tāpe; verhochdeutscht (selten) Tapfe (Anfang 17. Jh.), auch Tapp, Tappe m. ‘Schlag, Klaps’ (16. Jh.). täppisch Adj. ‘schwerfällig, unbeholfen, plump, linkisch’, mhd. tæpisch. tapperig, taprig Adj. ‘unbeholfen, unsicher’ (19. Jh.). Tap(p)ergreis m. ‘alter, gebrechlicher Mensch’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›tappen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tappen‹.

Zitationshilfe
„tappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tappen>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

Wortverlaufskurve

Wortverlaufskurve 1600−1999
Wortverlaufskurve ab 1946

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