tarnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtar-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tarnen‹ als Erstglied: ↗Tarnanstrich · ↗Tarnanzug · ↗Tarnbezeichnung · ↗Tarnfarbe · ↗Tarnkappe · ↗Tarnkleidung · ↗Tarnmantel · ↗Tarnmanöver · ↗Tarnname · ↗Tarnnetz · ↗Tarnorganisation · ↗Tarnung
eWDG, 1976

Bedeutung

etw., jmdn., sich durch Anpassung an die Umgebung unkenntlich machen, gegen Sicht oder Entdeckung schützen, besonders mit Hilfe künstlicher oder natürlicher Mittel
Beispiele:
die Stellung, Geschütze, Panzer, Truppe gegen feindliche Sicht tarnen
die Soldaten im Winter mit Schneehemden tarnen
der Beobachter musste seinen Standort tarnen
seine Beute hatte er mit Blättern und Reisig getarnt (= verdeckt)
ein gut getarnter Hochsitz
übertragen
Beispiele:
er hatte sich mit falschen Papieren getarnt
die verbrecherische Methode der Agententätigkeit wurde immer raffinierter getarnt
er verstand es, seine wahren Absichten zu tarnen (= zu verbergen, verschleiern)
sich mit der Maske des Biedermannes tarnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tarnen · Tarnkappe
tarnen Vb. ‘durch Anpassung an die Umgebung schwer erkennbar machen, gegen Sicht und vor Entdeckung schützen’, übertragen ‘verbergen, verschleiern’. Das im Dt. im 20. Jh. wiederbelebte, nur westgerm. bezeugte Verb ahd. (um 800), mhd. tarnen, ternen ‘zudecken, verhüllen, verbergen, unsichtbar machen’, asächs. (bi)dernian ist gebildet zum westgerm. Adjektiv ahd. tarni, terni ‘unsichtbar, verborgen, verhüllt’ (8. Jh.), asächs. darni, derni ‘heimtückisch, böse’, aengl. dierne ‘verborgen, dunkel, geheim, täuschend, böse’, einer Ableitung mit ni-Suffix (germ. *darnja-) von dem in aengl. darian ‘verborgen, versteckt sein, sich verborgen halten’, mnl. hem bedāren ‘sich beherrschen, zu sich selbst kommen’, nl. bedaren, auch ‘sich legen’ (vom Wind), belegten Verb. Außergerm. kann aind. dhāráyati ‘hält, trägt, erhält’, griech. thrónos (θρόνος) ‘Sessel, Sitz, Herrschersitz’ (s. ↗Thron), lat. frētus ‘gestützt auf, fest vertrauend’ verglichen werden, mit denen das germ. Verb im Sinne von ‘sich zusammen-, zurückhalten, zuhalten, daß man etw. nicht sieht’ zur Wurzel ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ gestellt werden kann. Mhd. tarnen, das sich zunächst im Nhd. nicht fortsetzt, wird zuerst im militärischen Bereich im und nach dem ersten Weltkrieg (vgl. K. Ammon Tarnkleidung (1921)) aus dem Kompositum Tarnkappe f. ‘(in Sage und Märchen) unsichtbar machende Kappe (bzw. Kapuzenmantel)’, Wiederaufnahme (18. Jh.) von mhd. tarnkappe, neu entwickelt als dt. Wort für camouflieren. Dieses ist entlehnt aus frz. camoufler ‘verkleiden, tarnen’, eigentlich wohl ‘Qualm vor die Nase blasen, foppen, ärgern’, vgl. frz. camouflet ‘ins Gesicht geblasene Rauchwolke, derbe Kränkung’, frz. (älter) moufle ‘Schnauze, dickes Gesicht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
camouflieren · den Blicken entziehen · ↗kaschieren · ↗maskieren · tarnen · ↗verbergen · ↗verhehlen · ↗verheimlichen · ↗verstecken
Assoziationen
Synonymgruppe
kaschieren · tarnen · ↗umhüllen · ↗ummänteln · ↗umnebeln · ↗verbergen · ↗verdecken · ↗verfälschen · ↗verhüllen · ↗verkleiden · ↗vernebeln · ↗verschleiern · ↗verstecken · ↗vertuschen · ↗verwischen · ↗zudecken  ●  unter den Teppich kehren  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antizionismus Biedermann Bordell Dealer Decknamen Gärtner Laub Maske Perücke Phrase Religionsgemeinschaft Räuber Schlapphut Selbstmord Sonnenbrille Spion Suizid Trickdieb Trojaner Unauffälligkeit Vermächtnis Weltanschauungsgemeinschaft Zivilist Zweig geschickt notdürftig perfekt raffiniert tricksen täuschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tarnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wie gut haben sich die Aliens auf unserer Erde getarnt?
Bild, 16.04.2005
Nicht umsonst tarnt sich dieser Film unter einem englischen Titel.
Der Tagesspiegel, 21.01.1998
In diesem Haus waren die teuersten Dinge mit kahlen Worten getarnt.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 259
Man bringt ihn dann am Rande der Anlage, vielleicht auch unterhalb der Platte oder in Gebäuden getarnt unter.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 121
Doch nicht nur mit falschen Papieren wollte er sich tarnen.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 367
Zitationshilfe
„tarnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tarnen>, abgerufen am 17.02.2019.

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