tauchen

GrammatikVerb · tauchte, hat/ist getaucht
Aussprache
Worttrennungtau-chen
Wortbildung mit ›tauchen‹ als Erstglied: ↗Tauchboot · ↗Tauchente · ↗Tauchgerät · ↗Tauchkugel · ↗Tauchmaske · ↗Tauchsieder · ↗Tauchtiefe · ↗tauchfähig
 ·  mit ›tauchen‹ als Letztglied: ↗abtauchen · ↗antauchen · ↗auftauchen · ↗eintauchen · ↗emportauchen · ↗hinabtauchen · ↗hinuntertauchen · ↗untertauchen · ↗wegtauchen · ↗zurücktauchen · ↗übertauchen
 ·  formal verwandt mit: ↗Sporttauchen · ↗Streckentauchen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹, mit Hilfsverb ›ist‹
unter Wasser gehen und sich mit dem ganzen Körper unter der Wasseroberfläche fortbewegen
a)
unter kurzfristigem Anhalten der Atemluft oder mittels künstlicher Zuführung von Sauerstoff
Beispiele:
beim Baden tauchen
er kann bis zu zwei Minuten tauchen
er hat, ist nach Perlen, Muscheln, bis auf den Grund des Sees getaucht
die Tauchente taucht nach Nahrung
mit Hilfsverb ›ist‹
in etw. tauchen
Beispiele:
er tauchte in die Flut
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? [SchillerTaucher]
aus etw. tauchen
Beispiel:
er tauchte aus dem Wasser, der Flut, wieder in die Höhe (= kam wieder aus dem Wasser hervor)
gehoben, bildlich
Beispiele:
er war in einen tiefen Schlaf getaucht
Wir überschritten mehrere Höhenzüge und tauchten in ein tiefes Tal [RennKrieg18]
übertragen in etw. tauchensich in etw. hineinbewegen, in etw. verschwinden
Beispiele:
die Sonne ist ins Meer, hinter den Horizont getaucht
er tauchte ins Dunkel der Nacht
das Flugzeug tauchte in den Nebel
daß der Junge ... ins Haus tauchte und gleich darauf mit einem Papierdrachen wieder zum Vorschein kam [Hausm.Überfall44]
aus etw. tauchenzum Vorschein kommen, sichtbar werden
Beispiele:
er tauchte plötzlich aus dem Dunkel, ist aus dem Nebel getaucht
eine aus dem Wasser tauchende Insel
er lebe hier in Obhut des alten Verwalters und seiner Frau, scheu, selten ans Licht tauchend [Feuchtw.Goya387]
b)
mit Hilfe eines technischen Antriebes
Beispiel:
das Unterseeboot kann bis zu 500 Meter (Tiefe) tauchen, hat mehrere Tage lang getaucht, ist getaucht
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., jmdn. in eine Flüssigkeit tauchenetw., jmdn. in eine Flüssigkeit stecken, halten
Beispiele:
er taucht seine Hand, Angel, seinen Kopf ins Wasser
sie taucht das Brot in ihren Kaffee, den Löffel in die Suppe
er tauchte seine Füllfeder in die Tinte, den Stoff in die Farbe
gehoben, bildlich
Beispiel:
er tauchte seine Blicke in ihre Augen
in etw. getaucht seinvon etw. ganz erfüllt sein
Beispiel:
das Zimmer war in Sonne, tiefe Dämmerung, helles Licht getaucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tauchen · Taucher · Düker
tauchen Vb. ‘unter die Wasseroberfläche gehen, sich unter Wasser fortbewegen, in Wasser, in eine Flüssigkeit stecken, hineinhalten’. Die Herkunft der westgerm. Verben ahd. -tūhhan (vgl. firtūhhan ‘in Vergessenheit versinken’, um 1000, intūhhan ‘eintauchen’, 11. Jh.), mhd. tūchen, touchen, mnd. mnl. dūken, nl. duiken, engl. to duck (vgl. aengl. duce, dūce, engl. duck ‘Ente’, eigentlich ‘Taucher’) ist ungeklärt; über eine mögliche Verbindung mit dem unter ↗tief (s. d.) behandelten Adjektiv s. das Intensivum ↗ducken. Ursprünglich (so noch im Ahd.) ist tauchen ein starkes Verb. Im Mhd. Mnd. Mnl. stehen neben den schwachen noch starke Formen, vgl. das Präteritum mnd. updōk oder das Part. Prät. mhd. betochen ‘(mit Blut) bedeckt’. Außerhalb des Hd. bedeuten die Verben auch ‘sich ducken, beugen’ bzw. ‘sich verbergen’. Taucher m. ‘tauchender Wasservogel’, ahd. tūhhāri (um 800, daneben tūhhil, 10. Jh.), mhd. tūchære, tūcher; vgl. asächs. dukār, mnd. dǖker, dūker, mnl. dūkere, nl. duiker. Nhd. Taucher in der Bedeutung ‘wer taucht, wer sich unter der Wasseroberfläche fortbewegt oder dort technische Arbeiten ausführt’ seit dem 16. Jh. Als Fachwort aus dem Nd. Düker m. Unterführung einer Rohrleitung unter einer Straße, einem Wasserlauf, einer Gleisanlage u. dgl. (20. Jh.), entsprechend nd. Düker ‘Taucher’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
eintauchen · ↗eintunken · tauchen · ↗tunken  ●  ↗stippen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blau Dunkel Dunkelheit Farbe Licht Meer Rot Scheinwerfer Sonne Tiefe Wasser Zwielicht ab abtauchen auf auftauchen ein eintauchen emportauchen hervortauchen hinabtauchen hineintauchen plötzlich schwimmen tief untertauchen wegtauchen wiederauftauchen zurücktauchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der erlaube es höchstens, in Campus einer Tiefe von zwölf bis vierzehn Metern zu tauchen.
Der Tagesspiegel, 27.08.2000
Die Nacht taucht sie in ein wunderbar leuchtendes Blau, und der volle Mond lässt ihre roten Dächer strahlen, wie man es schöner nicht träumen kann.
Die Welt, 27.11.1999
Und immer tiefer tauchte der gewaltige Kasten in den grauen Regen.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 254
Aber das ist schön, in eine Frau wie in ein Meer zu tauchen.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2999
Überall tauchen Elemente auf, die später zur Romantik sich sammeln, jetzt aber nicht weiterführen und wirkungslos verpuffen.
Benz, Richard: Die romantische Geistesbewegung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16414
Zitationshilfe
„tauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tauchen>, abgerufen am 23.02.2019.

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