Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tauchen

Grammatik Verb · taucht, tauchte, hat/ist getaucht
Aussprache 
Worttrennung tau-chen
Wortbildung  mit ›tauchen‹ als Erstglied: Tauchanzug · Tauchboot · Tauchente · Taucher · Tauchfahrt · Tauchgang · Tauchgerät · Tauchkugel · Tauchlackieren · Tauchmanöver · Tauchmaske · Tauchpanzer · Tauchretter · Tauchroboter · Tauchschein · Tauchsieder · Tauchstation · Tauchtiefe · tauchfähig
 ·  mit ›tauchen‹ als Letztglied: abtauchen · antauchen · auftauchen · eintauchen · emportauchen · hinabtauchen · hinuntertauchen · untertauchen · wegtauchen · zurücktauchen · übertauchen
 ·  formal verwandt mit: Sporttauchen · Streckentauchen
eWDG

Bedeutungen

1.
unter Wasser gehen und sich mit dem ganzen Körper unter der Wasseroberfläche fortbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’/‘ist’
a)
unter kurzfristigem Anhalten der Atemluft oder mittels künstlicher Zuführung von Sauerstoff
Beispiele:
beim Baden tauchen
er kann bis zu zwei Minuten tauchen
er hat, ist nach Perlen, Muscheln, bis auf den Grund des Sees getaucht
die Tauchente taucht nach Nahrung
in etw. tauchen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
er tauchte in die Flut
Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? [ SchillerTaucher]
aus etw. tauchen
Beispiel:
er tauchte aus dem Wasser, der Flut, wieder in die Höhe (= kam wieder aus dem Wasser hervor)
gehoben, bildlich
Beispiele:
er war in einen tiefen Schlaf getaucht
Wir überschritten mehrere Höhenzüge und tauchten in ein tiefes Tal [ RennKrieg18]
übertragen in etw. tauchensich in etw. hineinbewegen, in etw. verschwinden
Beispiele:
die Sonne ist ins Meer, hinter den Horizont getaucht
er tauchte ins Dunkel der Nacht
das Flugzeug tauchte in den Nebel
daß der Junge … ins Haus tauchte und gleich darauf mit einem Papierdrachen wieder zum Vorschein kam [ Hausm.Überfall44]
aus etw. tauchenzum Vorschein kommen, sichtbar werden
Beispiele:
er tauchte plötzlich aus dem Dunkel, ist aus dem Nebel getaucht
eine aus dem Wasser tauchende Insel
er lebe hier in Obhut des alten Verwalters und seiner Frau, scheu, selten ans Licht tauchend [ Feuchtw.Goya387]
b)
mit Hilfe eines technischen Antriebes
Beispiel:
das Unterseeboot kann bis zu 500 Meter (Tiefe) tauchen, hat mehrere Tage lang getaucht, ist getaucht
2.
etw., jmdn. in eine Flüssigkeit tauchenetw., jmdn. in eine Flüssigkeit stecken, halten
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er taucht seine Hand, Angel, seinen Kopf ins Wasser
sie taucht das Brot in ihren Kaffee, den Löffel in die Suppe
er tauchte seine Füllfeder in die Tinte, den Stoff in die Farbe
gehoben, bildlich
Beispiel:
er tauchte seine Blicke in ihre Augen
in etw. getaucht seinvon etw. ganz erfüllt sein
Beispiel:
das Zimmer war in Sonne, tiefe Dämmerung, helles Licht getaucht
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tauchen · Taucher · Düker
tauchen Vb. ‘unter die Wasseroberfläche gehen, sich unter Wasser fortbewegen, in Wasser, in eine Flüssigkeit stecken, hineinhalten’. Die Herkunft der westgerm. Verben ahd. -tūhhan (vgl. firtūhhan ‘in Vergessenheit versinken’, um 1000, intūhhan ‘eintauchen’, 11. Jh.), mhd. tūchen, touchen, mnd. mnl. dūken, nl. duiken, engl. to duck (vgl. aengl. duce, dūce, engl. duck ‘Ente’, eigentlich ‘Taucher’) ist ungeklärt; über eine mögliche Verbindung mit dem unter tief (s. d.) behandelten Adjektiv s. das Intensivum ducken. Ursprünglich (so noch im Ahd.) ist tauchen ein starkes Verb. Im Mhd. Mnd. Mnl. stehen neben den schwachen noch starke Formen, vgl. das Präteritum mnd. updōk oder das Part. Prät. mhd. betochen ‘(mit Blut) bedeckt’. Außerhalb des Hd. bedeuten die Verben auch ‘sich ducken, beugen’ bzw. ‘sich verbergen’. Taucher m. ‘tauchender Wasservogel’, ahd. tūhhāri (um 800, daneben tūhhil, 10. Jh.), mhd. tūchære, tūcher; vgl. asächs. dukār, mnd. dǖker, dūker, mnl. dūkere, nl. duiker. Nhd. Taucher in der Bedeutung ‘wer taucht, wer sich unter der Wasseroberfläche fortbewegt oder dort technische Arbeiten ausführt’ seit dem 16. Jh. Als Fachwort aus dem Nd. Düker m. Unterführung einer Rohrleitung unter einer Straße, einem Wasserlauf, einer Gleisanlage u. dgl. (20. Jh.), entsprechend nd. Düker ‘Taucher’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
eintauchen · eintunken · tauchen · tunken  ●  stippen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›tauchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tauchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›tauchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und immer tiefer tauchte der gewaltige Kasten in den grauen Regen. [Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 254]
Aber das ist schön, in eine Frau wie in ein Meer zu tauchen. [Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2999]
Offenkundig hat es sich längst verflüssigt, taucht mal in dieser, mal in jener Gestalt auf. [Der Spiegel, 20.10.1997]
Wo immer Bücher besprochen werden, ist er schon da, flutscht an ihnen vorbei, krault über sie drüber, taucht aus ihnen auf. [Die Zeit, 05.04.1996 (online)]
Der Raum ist in sechs mal sechs Meter rotes Licht getaucht. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Zitationshilfe
„tauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tauchen>.

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