taufen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung tau-fen
Wortbildung  mit ›taufen‹ als Erstglied: Taufakt · Taufbecken · Taufbekenntnis · Taufgebühr · Taufgeschenk · Taufgesellschaft · Taufgesinnte · Taufkapelle · Taufkerze · Taufkirche · Taufkissen · Taufkleid · Taufmatrikel · Taufname · Taufpate · Taufregister · Taufschein · Taufstein · Tauftuch · Taufunterricht · Taufwasser · Taufzeuge · Täufer · Täufling
 ·  mit ›taufen‹ als Letztglied: nottaufen · umtaufen · zwangstaufen
 ·  mit ›taufen‹ als Grundform: Taufe
eWDG

Bedeutungen

1.
Religion jmdn., besonders ein Kind, durch die Taufe in die Gemeinschaft der Christen aufnehmen
Beispiele:
der Pfarrer hat das Kind getauft
er ist nicht getauft, lässt sich taufen
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
er ist mit Spreewasser getauft (= ist geborener Berliner)
übertragen
Beispiele:
der Wirt hat den Wein getauft (= mit Wasser verdünnt)
der Regen hat uns tüchtig getauft (= durchnässt)
2.
jmdm., einer Sache einen Namen geben
a)
Religion bei der Taufe
Beispiele:
der Pfarrer taufte das Kind auf die Namen Jens Michael
er wurde Peter getauft, ist auf den Namen Peter getauft (worden)
er ist nach seinem Großvater getauft
b)
etw., jmdn. (feierlich) nennen, benennen
Beispiele:
ein Schiff beim Stapellauf, eine Glocke taufen
der Kapitän taufte den Frachter nach seiner Ehefrau »Maria«
wir haben unseren Hund »Struppi« getauft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taufen · Taufe · Täufer · Täufling · Taufname
taufen Vb. ‘an jmdm. die christliche Taufe vollziehen’ (durch Besprengen des Kopfes mit geweihtem Wasser, anfangs, verschiedentlich noch heute, durch Eintauchen des ganzen Körpers in Wasser), ‘einen Namen geben’. Das gemeingerm. Verb ahd. toufen (um 800), mhd. toufen, töufen ‘untertauchen, taufen’, asächs. dōpian, mnd. dȫpen ‘tauchen, taufen’, mnl. dōpen, nl. dopen, aengl. dēopian ‘untertauchen’, schwed. döpa ‘taufen’, got. daupjan ‘eintauchen, taufen’ ist (ablautendes) Faktitivum (eigentlich ‘tief machen’, d. h. ‘ein-, untertauchen’) zu dem unter tief (s. d.) behandelten Adjektiv. Die Verwendung des Verbs im christlichen Sinne geht von got. daupjan aus, womit Wulfila griech. baptízein (βαπτίζειν) ‘wiederholt ein-, untertauchen’, kirchensprachlich ‘taufen’ wiedergibt, Erweiterung von griech. báptein (βάπτειν) ‘untertauchen’; vgl. spätlat. baptizāre ‘beträufeln’, kirchenlat. ‘taufen’. Durch gotische Arianer oder griechische Kaufleute dringt das got. Verb donauaufwärts (5. Jh.) ins Bair., von wo aus es sich im Kontinentalgerm. weiter verbreitet. Ihm stehen eigene Bezeichnungen in aengl. fulwian ‘taufen’ und anord. skīra ‘reinigen, taufen’ gegenüber. Taufe f. ‘Sakrament zur Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Christen, feierliche Namensgebung’, ahd. toufī (8. Jh.), touf (9. Jh.), toufa (bair. 11. Jh.), mhd. touf(e), asächs. dōpi, mnd. dȫpe, mnl. dōpe, nl. doop, got. daupeins; nach griech. (kirchensprachlich) báptisma (βάπτισμα) ‘Taufe’. Täufer m. ‘wer tauft’, ahd. toufāri (9. Jh.), mhd. toufære, toufer. Täufling m. ‘wer getauft wird’ (16. Jh.). Taufname m. ‘in der Taufe gegebener Name, Vorname’, mhd. toufname.

Typische Verbindungen zu ›taufen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taufen‹.

Verwendungsbeispiele für ›taufen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Mutter ließ ihn heimlich taufen, doch auf Fragen nach Gott antwortet er ausweichend. [Die Zeit, 17.08.2012, Nr. 34]
Meine Kinder taufen zu lassen, weil das so ein schöner Brauch ist, wäre mir nie in den Sinn gekommen. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 15]
Die Opposition hat ihn so getauft, er ist schon seit 29 Jahren im Amt. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Statt dessen taufen sie sie wie illegitime Kinder mit fremden Namen. [Die Zeit, 18.05.1990, Nr. 21]
Dann können sie nämlich nachträglich noch getauft und in die Kirche aufgenommen werden. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12]
Zitationshilfe
„taufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taufen>.

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