taugen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtau-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›taugen‹ als Erstglied: ↗Taugenichts · ↗tauglich  ·  mit ›taugen‹ als Letztglied: ↗zusammentaugen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmd., etw. taugt nicht für, zu etw.jmd., etw. ist zu etw. ungeeignet
Beispiele:
er taugt nicht für das Landleben, für schwere körperliche Arbeiten, zu diesem Beruf
er taugt dafür nicht, zu (gar) nichts
das taugt nicht, zu nichts (= hat keinen Zweck, ist ungeeignet)
etw. taugt nicht für jmdn.
Beispiele:
dieser Film taugt nicht für Kinder
diese Arznei taugt nicht für jeden
schwere Speisen taugen nicht für Kranke
2.
umgangssprachlich jmd., etw. taugt nichtsjmd., etw. ist nichts wert, leistet nichts
Beispiele:
der Junge taugt (in der Schule) nichts, hat nie viel getaugt
dieses Radio taugt nicht viel, wenig
die Augen der alten Frau taugen nichts mehr (= sind schlecht)
die beste Krankheit taugt nichts (= Kranksein ist immer schlecht)
Auf der Bühne sollte sich nun zeigen, was das Programm in Wahrheit taugte (= wie wertvoll es war) [NollHolt2,55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taugen · tauglich · Taugenichts
taugen Vb. ‘geeignet, brauchbar sein’. Das Präteritopräsens ahd. tugan (9. Jh.), mhd. tugen, tügen, tougen, asächs. aengl. dugan, mnd. dȫgen, mnl. dōghen, dȫghen, nl. deugen, anord. duga, got. dugan ‘taugen, nützen’ und die unter ↗tüchtig und ↗Tugend (s. d.) genannten Formen lassen sich (bei semantischen Schwierigkeiten) formal mit aind. dṓgdhi ‘melkt, melkt heraus, zieht heraus’, griech. (mit Nasalpräsens) tynchánein (τυγχάνειν) ‘(an)treffen, (den Zweck) erreichen, Glück haben, sich zufällig ereignen, zutragen’, týchē (τύχη) ‘das Gelingen, Zufall, Glück, Schicksal, Los’, ir. dūan (aus *dhughnā) ‘Gedicht’, dūal (aus *dhughlo-) ‘passend’, lit. daũg ‘viel’, russ. dúžij (дужий) ‘kräftig’ verbinden und auf ie. *dheugh- ‘berühren, (aus)drücken, melken, reichlich spenden’ zurückführen. Für das Germ. ist dann eine Bedeutungsentwicklung von ‘gemilcht haben’ zu ‘nützen’ bzw. von ‘gemolken haben’ zu ‘Nutzen haben’ vorauszusetzen (vgl. Seebold 150). tauglich Adj. ‘zu etw. taugend, geeignet, brauchbar’ (16. Jh.), zuvor taugenlich, tuglich, tüglich (15. bis 17. Jh.). Taugenichts m. ‘Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz’ (1691), wenig älter Taugenicht (17. Jh.); vgl. frühnhd. Tügenicht und Tögenicht (16. Jh.), mnd. dȫgenicht, dȫgnichts, auch Nichtstaug (17. Jh.); imperativischer Scheltname.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) eignen für · ↗passen (zu)  ●  taugen  ugs.
Assoziationen
  • Abstandhalter · Distanzscheibe · Distanzstück · Passscheibe · Passstück
Synonymgruppe
dienen · ↗eignen · ↗fungieren · ↗herhalten · ↗wirken  ●  taugen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) taugen · ↗vernünftig (sein)  ●  ↗gescheit (sein)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrede Beleg Entschuldigung Feindbild Gradmesser Held Identifikationsfigur Maßstab Modell Rezept Symbol Sündenbock Vorbild allemal allenfalls bedingt bestenfalls bestens dazu durchaus ebensowenig höchstens kaum mehr nicht viel was wenig wirklich überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer nicht kritisch ist in dem Sinn, dass er es anders will, als es ist, taugt nicht zum Kritiker.
Der Tagesspiegel, 05.01.2002
Aber für jeden Fall taugt dieser wohlfeile Rat auch nicht.
Süddeutsche Zeitung, 20.04.1999
Herr Prior meinte daraufhin, wenn der eine nicht taugt, taugt der andere.
o. A.: Zweihundertvierzehnter Tag. Donnerstag, 29. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 29533
Und wo es gelang, taugen sie bloß für ein paar Mann.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 218
Und was er übrigens gesagt habe, das tauge alles miteinander nicht.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 646
Zitationshilfe
„taugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taugen>, abgerufen am 20.09.2019.

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