Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

taugen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung tau-gen
Wortbildung  mit ›taugen‹ als Erstglied: Taugenichts · tauglich  ·  mit ›taugen‹ als Letztglied: zusammentaugen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd., etw. taugt nicht für, zu etw.⟩ jmd., etw. ist zu etw. ungeeignet
    1. ⟨etw. taugt nicht für jmdn.⟩
  2. 2. [umgangssprachlich] ⟨jmd., etw. taugt nichts⟩ jmd., etw. ist nichts wert, leistet nichts
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., etw. taugt nicht für, zu etw.jmd., etw. ist zu etw. ungeeignet
Beispiele:
er taugt nicht für das Landleben, für schwere körperliche Arbeiten, zu diesem Beruf
er taugt dafür nicht, zu (gar) nichts
das taugt nicht, zu nichts (= hat keinen Zweck, ist ungeeignet)
etw. taugt nicht für jmdn.
Beispiele:
dieser Film taugt nicht für Kinder
diese Arznei taugt nicht für jeden
schwere Speisen taugen nicht für Kranke
2.
umgangssprachlich jmd., etw. taugt nichtsjmd., etw. ist nichts wert, leistet nichts
Beispiele:
der Junge taugt (in der Schule) nichts, hat nie viel getaugt
dieses Radio taugt nicht viel, wenig
die Augen der alten Frau taugen nichts mehr (= sind schlecht)
die beste Krankheit taugt nichts (= Kranksein ist immer schlecht)
Auf der Bühne sollte sich nun zeigen, was das Programm in Wahrheit taugte (= wie wertvoll es war) [ NollHolt2,55]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taugen · tauglich · Taugenichts
taugen Vb. ‘geeignet, brauchbar sein’. Das Präteritopräsens ahd. tugan (9. Jh.), mhd. tugen, tügen, tougen, asächs. aengl. dugan, mnd. dȫgen, mnl. dōghen, dȫghen, nl. deugen, anord. duga, got. dugan ‘taugen, nützen’ und die unter tüchtig und Tugend (s. d.) genannten Formen lassen sich (bei semantischen Schwierigkeiten) formal mit aind. dṓgdhi ‘melkt, melkt heraus, zieht heraus’, griech. (mit Nasalpräsens) tynchánein (τυγχάνειν) ‘(an)treffen, (den Zweck) erreichen, Glück haben, sich zufällig ereignen, zutragen’, týchē (τύχη) ‘das Gelingen, Zufall, Glück, Schicksal, Los’, ir. dūan (aus *dhughnā) ‘Gedicht’, dūal (aus *dhughlo-) ‘passend’, lit. daũg ‘viel’, russ. dúžij (дужий) ‘kräftig’ verbinden und auf ie. *dheugh- ‘berühren, (aus)drücken, melken, reichlich spenden’ zurückführen. Für das Germ. ist dann eine Bedeutungsentwicklung von ‘gemilcht haben’ zu ‘nützen’ bzw. von ‘gemolken haben’ zu ‘Nutzen haben’ vorauszusetzen (vgl. Seebold 150). – tauglich Adj. ‘zu etw. taugend, geeignet, brauchbar’ (16. Jh.), zuvor taugenlich, tuglich, tüglich (15. bis 17. Jh.). Taugenichts m. ‘Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz’ (1691), wenig älter Taugenicht (17. Jh.); vgl. frühnhd. Tügenicht und Tögenicht (16. Jh.), mnd. dȫgenicht, dȫgnichts, auch Nichtstaug (17. Jh.); imperativischer Scheltname.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) taugen · ernstzunehmend · ordentlich · seinen Namen verdienen · vernünftig  ●  gescheit  ugs. · reell  ugs., veraltend · richtig  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • nichts taugen
Synonymgruppe
geeignet sein (zu / für) · sich eignen (für etwas) · taugen (zu / für)  ●  zu gebrauchen sein (für etwas)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›taugen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taugen‹.

Verwendungsbeispiele für ›taugen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wo es gelang, taugen sie bloß für ein paar Mann. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 218]
Das alles taugt nichts für sie, nicht der Ort, nicht die Stunde. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 83]
Viele dachten wohl, was nichts kostet, kann auch nicht viel taugen. [C’t, 1997, Nr. 4]
Für die Orientierung taugen sie selbst in einigermaßen bekannten Gebieten nicht. [C’t, 1997, Nr. 2]
Und was er übrigens gesagt habe, das tauge alles miteinander nicht. [Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 646]
Zitationshilfe
„taugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taugen>.

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