Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

taumelig

Grammatik Adjektiv
Nebenform selten taumlig
Aussprache 
Worttrennung tau-me-lig ● taum-lig (computergeneriert)
eWDG

Bedeutung

schwindlig, schwankend, benommen
Beispiele:
es war, wurde ihm taumlig/taumelig (im Kopf)
er war (von der Überraschung, vor Glück) ganz, ein wenig taumlig/taumelig
er ging, stand, erhob sich taumlig/taumelig (vor Müdigkeit, Hunger)
der Kopf wurde ihm taumlig/taumelig von der schweren körperlichen Anstrengung
als wären sie [Schmetterlinge] noch heute vormittag in taumeligem Flug über die Wiesen hingezogen [ G. HermannGebert318]
übertragen ekstatisch, rauschhaft
Beispiel:
ein Gefühl von Stärke … das ihn erschreckte und zugleich mit einer ungestümen taumeligen Lust erfüllte [ R. BartschGeliebt99]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taumeln · Taumel · taum(e)lig
taumeln Vb. ‘sich unsicher, schwankend vorwärts oder hin und her bewegen, schwanken, torkeln’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb ahd. tūmilōn ‘dröhnen, tosen’ (8. Jh.), tūmalōn ‘sich im Kreise herumdrehen, rollen’ (Hs. 15. Jh.), mhd. tūmeln ‘sich mit Heftigkeit bewegen, springen, tanzen’, frühnhd. ‘sich (im Schwindel, im Rausch) unsicher bewegen, hin und her wanken’, mnd. mnl. tūmelen, nl. tuimelen ist eine Iterativbildung zu dem untergegangenen Verb ahd. tūmōn ‘kreisen, drehen, (sich) winden’ (10. Jh.), mhd. tūmen. Es gehört als Bildung mit m-Formans zu der unter Duft, Dunst (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf, auch ‘in heftiger, wallender Bewegung sein’; s. auch tummeln. Taumel m. ‘Gefühl des Schwankens, Schwindel(gefühl), rauschhafter Gemütszustand, innere Erregung, Überschwang’ (17. Jh.), Rückbildung von taumeln. taum(e)lig Adj. ‘schwindlig, schwankend, benommen’ (17. Jh.), früher taumelicht.

Thesaurus

Synonymgruppe
angeschlagen · nicht standfest · taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›taumelig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taumelig‹.

Verwendungsbeispiele für ›taumelig‹, ›taumlig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er würde dann nur taumelig, fällt womöglich hin und verletzt sich. [Die Zeit, 14.04.1978, Nr. 16]
Denn wenn sie vor Freude ganz taumelig ist, auch dann lässt sie dies in frischen Farben heraus. [Der Tagesspiegel, 13.08.2004]
Eine heiße Welle überschwemmte ihn, und er schloß taumelig die Augen. [C't, 1997, Nr. 7]
Dann öffnet sich eine Luke, und sie stehen leicht taumelig wieder auf festem Boden. [Die Welt, 23.05.2005]
Er bremst, wo es nur geht, auch in den wildesten, taumeligsten Passagen, und erzielt so eine distanzierende Glaubwürdigkeit. [Die Zeit, 13.05.1994, Nr. 20]
Zitationshilfe
„taumelig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taumelig>.

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