taumelig

Grammatik Adjektiv
Nebenform selten taumlig · Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tau-me-lig ● taum-lig (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

schwindlig, schwankend, benommen
Beispiele:
es war, wurde ihm taumlig/taumelig (im Kopf)
er war (von der Überraschung, vor Glück) ganz, ein wenig taumlig/taumelig
er ging, stand, erhob sich taumlig/taumelig (vor Müdigkeit, Hunger)
der Kopf wurde ihm taumlig/taumelig von der schweren körperlichen Anstrengung
als wären sie [Schmetterlinge] noch heute vormittag in taumeligem Flug über die Wiesen hingezogen [G. HermannGebert318]
übertragen ekstatisch, rauschhaft
Beispiel:
ein Gefühl von Stärke ... das ihn erschreckte und zugleich mit einer ungestümen taumeligen Lust erfüllte [R. BartschGeliebt99]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taumeln · Taumel · taum(e)lig
taumeln Vb. ‘sich unsicher, schwankend vorwärts oder hin und her bewegen, schwanken, torkeln’. Das nur im Dt. und Nl. begegnende Verb ahd. tūmilōn ‘dröhnen, tosen’ (8. Jh.), tūmalōn ‘sich im Kreise herumdrehen, rollen’ (Hs. 15. Jh.), mhd. tūmeln ‘sich mit Heftigkeit bewegen, springen, tanzen’, frühnhd. ‘sich (im Schwindel, im Rausch) unsicher bewegen, hin und her wanken’, mnd. mnl. tūmelen, nl. tuimelen ist eine Iterativbildung zu dem untergegangenen Verb ahd. tūmōn ‘kreisen, drehen, (sich) winden’ (10. Jh.), mhd. tūmen. Es gehört als Bildung mit m-Formans zu der unter ↗Duft, ↗Dunst (s. d.) aufgeführten Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf, auch ‘in heftiger, wallender Bewegung sein’; s. auch ↗tummeln. Taumel m. ‘Gefühl des Schwankens, Schwindel(gefühl), rauschhafter Gemütszustand, innere Erregung, Überschwang’ (17. Jh.), Rückbildung von taumeln. taum(e)lig Adj. ‘schwindlig, schwankend, benommen’ (17. Jh.), früher taumelicht.

Thesaurus

Synonymgruppe
angeschlagen · nicht standfest · taumelig · wackelig auf den Beinen · wacklig auf den Beinen  ●  angezählt  ugs.
Assoziationen
  • anfällig · kränkelnd · ↗kränklich · ↗labil · ↗schwächlich
  • abgeschlafft · keine Energie mehr haben · ↗kraftlos · ↗lasch · ↗matt · saft- und kraftlos · ↗schlaff · ↗schlapp  ●  (es .. einfach) nicht mehr gehen  ugs. · ↗alle  ugs. · ↗ausgelutscht  ugs. · ausgepowert  ugs. · ↗daneben  ugs. · ↗down  ugs., veraltend · duhne  ugs., rheinisch · fix und foxi  ugs., veraltet, scherzhaft · geschafft  ugs. · ↗groggy  ugs. · in den Seilen hängen  ugs. · ↗kaputt  ugs. · lurig  ugs., rheinisch · nüntig  ugs., vorarlbergerisch, schweiz., selten · ohne Saft und Kraft  ugs. · ↗platt  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›taumelig‹, ›taumlig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er würde dann nur taumelig, fällt womöglich hin und verletzt sich.
Die Zeit, 14.04.1978, Nr. 16
Denn wenn sie vor Freude ganz taumelig ist, auch dann lässt sie dies in frischen Farben heraus.
Der Tagesspiegel, 13.08.2004
Eine heiße Welle überschwemmte ihn, und er schloß taumelig die Augen.
C't, 1997, Nr. 7
Sie reißt sich von der Couch empor, geht mit taumeligen Schritten zum Spiegel und tupft sich mit einem Tuch über die tränenfeuchten Wangen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 187
Als der Heiligenbauer näher trat, wurde der Schmetterling zuerst aus seiner Trunkenheit verscheucht und flog fallend, taumelig, unsicher davon, wieder nur ein Schmetterling.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 229
Zitationshilfe
„taumelig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taumelig>, abgerufen am 27.05.2020.

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