Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tauschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung tau-schen
Wortbildung  mit ›tauschen‹ als Erstglied: Tauschanzeige · Tauschbeziehung · Tauschbörse · Tauscherei · Tauschgebot · Tauschgerechtigkeit · Tauschgeschäft · Tauschgesellschaft · Tauschgut · Tauschhandel · Tauschmittel · Tauschobjekt · Tauschpartner · Tauschprozess · Tauschring · Tauschverfahren · Tauschverhältnis · Tauschverkehr · Tauschvertrag · Tauschware · Tauschweg · Tauschwert · Tauschwohnung · tauschweise
 ·  mit ›tauschen‹ als Letztglied: abtauschen · austauschen · eintauschen · umtauschen
 ·  mit ›tauschen‹ als Grundform: Tausch
eWDG

Bedeutung

etw. tauschenjmdm. etw. geben und gleichzeitig etw. anderes, meist gleichen Wertes dafür annehmen, sich etw. wechselseitig geben
Beispiele:
Briefmarken, alte Münzen, Abzeichen, Waren tauschen
die Wohnung (mit jmdm.) tauschen
er möchte seine Wohnung gegen eine kleinere tauschen
sie haben mit der Wohnung getauscht
die Plätze, Sitze, Zimmer, das Bett (mit jmdm.) tauschen
ich möchte mit niemandem, keinem tauschen (= keine andere Lebensstellung, Position einnehmen)
ich würde gerne mit ihm tauschen (= an seiner Stelle sein, sein Leben führen)
Wir knieten nieder und tauschten die Ringe [bei der Trauung] [ HartungWunderkinder173]
übertragen
Beispiel:
sie haben die Rollen, mit den Rollen getauscht (= jeder benimmt sich, wie es sonst der andere tut)
etw. wechselseitig einander zukommen lassen
Beispiele:
sie tauschten (schadenfrohe, befremdete, fragende) Blicke
einen Blick, Händedruck, Kuss tauschen
Küsse, Zärtlichkeiten, Schwüre (mit jmdm.) tauschen
sie tauschten einen Gruß, Grüße (miteinander)
einige Worte, Bemerkungen, wenige Sätze, Rede und Gegenrede wurden getauscht
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tauschen · Tausch · Tauschhandel · vertauschen
tauschen Vb. ‘etw. für etw. anderes geben’ (16. Jh.), vgl. älteres mhd. vertūschen (14. Jh.), frühnhd. vertauschen (15. Jh.), s. unten. Das Verb geht zurück auf mhd. tūschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tiuschen (s. täuschen), also eigentlich wohl ‘einem (im Handel) in betrügerischer Absicht etw. aufschwatzen, durch Unterschiebung von etw. Falschem sein Spiel mit jmdm. treiben’. Ein Bedeutungsübergang zu ‘Waren wechseln, handeln’ und damit eine semantische Trennung der Verben mhd. tūschen und tiuschen dürfte sich bereits im Mhd. anbahnen, vgl. mhd. rostūschen ‘Pferdehandel treiben’, rostūscher ‘Pferdehändler’ (s. Roß1). Tausch m. ‘Handlung, Vorgang des Tauschens, Tauschgeschäft’ (16. Jh.), vgl. älteres tūschbrief (Mitte 15. Jh.) gegenüber mhd. tūsch ‘Spaß, Gespött, Schelmerei, Täuschung, Betrug’; Rückbildung aus dem Verb. Tauschhandel m. (Anfang 18. Jh.). vertauschen Vb. ‘austauschen, auswechseln, versehentlich mitnehmen, verwechseln’, mhd. vertūschen ‘vertauschen’ (ohne betrügerischen Nebensinn).

täuschen · enttäuschen · Täuscher
täuschen Vb. ‘jmdn. etw. Falsches glauben machen, jmdn. irreführen’, reflexiv ‘sich irren, eine falsche Vorstellung, Meinung haben’, mhd. tiuschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tūschen (s. tauschen), stammt wohl aus dem Nd., vgl. mnd. tūschen ‘täuschen, betrügen, sein Spiel mit jmdm. haben, mit Würfeln spielen, tauschen, wechseln’, mnl. tuuscen, nl. (älter) tuisen ‘täuschen, würfeln’. Herkunft unbekannt. Im Obd. ist das Verb nicht üblich; Luthers teuschen wird hier mit (be)triegen, (ver)vorteilen verdeutlicht. enttäuschen Vb. ‘jmds. Erwartungen nicht erfüllen’, eigentlich ‘aus einer Täuschung herausreißen’, gebildet (um 1800) als Ersatz für heute unübliches desabusieren (frz. désabuser) und detrompieren (frz. détromper). Täuscher m. ‘wer andere täuscht, irreführt’, mhd. tiuschære, tiuscher ‘Täuscher, Betrüger’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
Ökonomie
Synonymgruppe
handeln · tauschen  ●  kaupeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Geschäfte machen · Handel betreiben · Handel treiben · handeln (mit)  ●  negoziieren  fachspr., kaufmännisch
Synonymgruppe
(Dienst) tauschen · (Schicht / Dienst) übernehmen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›tauschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tauschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›tauschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unterdessen tauschen die anderen hinter seinem Rücken immerfort die Plätze. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 283]
Nie sollte man Stück gegen Stück tauschen, da man zu leicht übervorteilt wird. [Kühne, Heinz: Wir sammeln Briefmarken, Gütersloh u. a.: Bertelsmann Ratgeberverl. [1969] [1959], S. 161]
Uns geht es heute darum, Geld in Wissen zu tauschen. [o. A.: Geld in Wissen tauschen. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]]
Viele von ihnen tauschen ihre Uniformen hastig gegen zivile Kleidung. [Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18]
Als Arbeiter erbringt er eine Leistung und bekommt dafür Geld; das Geld tauscht er als Kunde gegen die Leistung anderer. [o. A. [Bar.]: Währungsreserven. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1977]]
Zitationshilfe
„tauschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tauschen>.

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