tausend

GrammatikKardinalzahl
Aussprache
Worttrennungtau-send (computergeneriert)
Wortbildung mit ›tausend‹ als Erstglied: ↗1000-jährig · ↗Tausender · ↗Tausendfüßer · ↗Tausendfüßler · ↗Tausendjahrfeier · ↗Tausendkünstler · ↗Tausendmarkschein · ↗Tausendschönchen · ↗tausendfach · ↗tausendfältig · ↗tausendjährig · ↗tausendköpfig · ↗tausendmal · ↗tausendstimmig
 ·  mit ›tausend‹ als Letztglied: ↗Abertausend · ↗Zigtausend · ↗abertausend · ↗achttausend · ↗dreitausend · ↗einhunderttausend · ↗eintausend · ↗fünftausend · ↗hunderttausend · ↗sechstausend · ↗viertausend · ↗zehntausend · ↗zigtausend · ↗zweitausend
 ·  mit ›tausend‹ als Grundform: ↗Tausend1 · ↗tausendste
eWDG, 1976

Bedeutung

1000
Beispiele:
die Zahlen von eins bis tausend
siebenhundert und dreihundert ist tausend
tausend, tausende Menschen, Sterne, Sitzplätze
tausend Tonnen Kohle
ein Roman von tausend Seiten
ein Berg von tausend Meter Höhe
etw. kostet tausend Euro
über, mehrere, viele tausend Demonstranten forderten, dass ...
es waren etwa, ungefähr, nahezu, beinahe, knapp, einige, ein paar, mehr als tausend Zuschauer
er lebte vor tausend Jahren
eine arabische Tausend (1000)
eine römische Tausend (M)
ich wette tausend gegen eins (= weiß ganz sicher), dass ...
übertragen drückt eine unbestimmte sehr große Anzahl aus   sehr viele
Beispiele:
der Teller zerbrach in tausend Stücke, Scherben
etw. mit tausend Freuden, Zweifeln tun
etw. bereitet jmdm. tausend Schwierigkeiten
umgangssprachlich er litt tausend Qualen
umgangssprachlich sie schwebte in tausend Ängsten
etw. schillert in tausend Farben
er hat tausend Gründe für sein Verhalten
mit tausend (Grüßen und) Küssen (= Briefschluss)
jmd. findet tausend Vorwände
sie denkt an tausend Dinge zugleich
die tausend kleinen Dinge des täglichen Bedarfs
vertraulich tausend Dank
gehoben, veraltend tausend und aber tausend
er wird das auch in tausend Jahren nicht (= nie) schaffen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tausend · Tausendfüß(l)er · Tausendkünstler · Tausendsas(s)a · tausendschön · Tausendschön · Tausendschönchen
tausend Num. ‘zehnmal hundert’, übertragen ‘sehr viel, ungezählt’. Auszugehen ist von einem (ursprünglich, nach Ausweis des Got., zu den fem. jō-Stämmen gehörenden) Substantiv, das sich über adjektivischen (attributiven) Gebrauch auch zum Zahlwort der Zahlenreihe entwickelt. Ahd. thūsunt (8. Jh.), mhd. tūsent, asächs. (mit dem Suffix der Zehnerreihe) thūsundig, mnd. dūsunt, dūsent, mnl. dūsent, nl. duizend, aengl. þūsend, engl. thousand, anord. þūsund, schwed. tusen, got. þūsundi ‘tausend’ führen auf ein Kompositum, dessen erstes Glied germ. *þūs- mit s-Formans sich zu der Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (s. ↗Daumen, ↗deuten, ↗düster) stellt und dessen zweites Glied dem ersten Bestandteil des unter ↗hundert (s. d.) behandelten Zahlworts (vgl. anord. þūsundraþ neben þūsund) entspricht. Dieselbe Bildungsweise zeigt die baltoslaw. Gruppe lit. túkstantis, lett. tūkstotis, aslaw. tysęšti, tysǫšti, russ. týsjača (тысяча) ‘tausend’. Als Grundbedeutung kann ‘vielhundert’ angenommen werden. Tausendfüß(l)er m. langgestreckter Gliederfüßler mit einem in viele Segmente gegliederten Körper und sehr vielen Beinen, zuvor Tausendfuß (18. Jh.), Tausendbein (Ende 17. Jh.), Übersetzung von lat. mīlipeda, mīllepeda, griech. chīliópūs (χιλιόπους) ‘Tausendfüßler’. Mit einer Steigerungsform Tausend-, die euphemistisch auch zur Umschreibung des Teufels dient (s. ↗potz, ↗potztausend), ist gebildet Tausendkünstler m. ‘Teufel’ als ‘Alleskönner, Zauberer’ (16. Jh.), dann ‘Gaukler, Magier’. Ebenso Tausendsas(s)a m. ‘vielseitig begabter, geschickter, oft auch leichtsinniger Mensch, Draufgänger’, aber auch ‘Glückskind’ und ‘Teufel’ (Mitte 18. Jh.), Substantivierung von tausend sa! sa!, einem aufmunternden Lockruf für Jagdhunde (vgl. hopsassa); vgl. mhd. , zazā, aus afrz. ça ‘hier(her), wohlan’ (frz. çà), dem lat. ecce hāc ‘sieh hierher’ zugrunde liegt. tausendschön Adj. ‘übermäßig schön’ (16. Jh.). Substantiviert Tausendschön n. Name der gefüllten Gartenform des Gänseblümchens (um 1600); heute meist als Deminutivum Tausendschönchen n. (seit 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ein Großaufgebot von · reichlich viele  ●  (ganze) Heerscharen von  fig. · eine (ganze) Armada von  fig. · sehr viele  Hauptform · (und) nicht zu knapp  ugs. · jede Menge  ugs. · noch und noch  ugs. · noch und nöcher  ugs. · ohne Ende (nachgestellt)  ugs. · tausend  ugs., fig. · ↗zig  ugs.
Assoziationen
  • wimmeln von · wimmeln vor  ●  es gibt (hier) Tausende von (...)  variabel · (es ist) alles voll von  ugs.
  • (es) nicht fehlen lassen (an) · großzügig austeilen · nicht sparen an · nicht sparen mit  ●  es hagelt (nur so)  fig. · (nur so) um sich schmeißen (mit)  ugs. · um sich werfen (mit)  ugs.
  • (eine) Vielzahl (von) · (eine) große Anzahl · ein große Menge an · eine (ganze) Palette an · eine (ganze) Palette von · eine Menge · eine Vielzahl (von) · eine beachtliche Anzahl an · eine beachtliche Anzahl von · eine große Menge von · eine große Zahl von · eine größere Anzahl (an) · in großer Zahl · zahlreiche  ●  viele  Hauptform · ↗reichlich  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhänger Arbeitsplatz Beschäftigte Besucher Delegierte Demonstrant Dollar Einwohner Euro Exemplar Gruß Kehle Kilometer Kleinigkeit Kubikmeter Kuß Liter Meile Mensch Meter Quadratkilometer Quadratmeter Soldat Stab Teilnehmer Tonne Tote Zuhörer Zuschauer rund

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tausend‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mehrere tausend Beamte sind rund um die Uhr im Einsatz.
Der Tagesspiegel, 13.12.2001
Dabei fielen den Tätern mehrere tausend Euro in die Hände.
Die Welt, 12.06.2003
Ich verzichtete ungern auf diese leicht zu verdienenden tausend Mark.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 32
Tausend Mark an einem einzigen Vormittag ließen sich nicht aufschreiben.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 200
Ringsum haben wir den Tod gesehen in tausend Gestalten täglich.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 68
Zitationshilfe
„tausend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tausend>, abgerufen am 16.07.2019.

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