Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

technisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tech-nisch
Wortbildung  mit ›technisch‹ als Erstglied: technisieren  ·  mit ›technisch‹ als Letztglied: chemisch-technisch · medizinisch-technisch · pharmazeutisch-technisch · physikalisch-technisch · wissenschaftlich-technisch
 ·  mit ›technisch‹ als Grundform: -technisch
Herkunft Technik
eWDG

Bedeutungen

1.
zum Bereich der Technik gehörend, auf ihr beruhend und daraus sich ergebend
Beispiele:
die technische Ausrüstung eines Betriebes
eine technische Errungenschaft
der technische Fortschritt
ein technisches Gerät, Verfahren, ein technischer Vorgang
technische Verbesserungen
die technische Reife dieses Produktes
die Reparatur dieser Maschine ist ein technisches Problem
die technischen Daten eines Kraftfahrzeuges
technische Parameter
die Fernsehsendung war wegen eines technischen Fehlers, einer technischen Störung unterbrochen worden
ein technisches Fach studieren
ein Student der technischen Wissenschaften
das technische Zeichnen
eine technische Ausbildung
technische Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kenntnisse
der Technische Direktor
die Technische Hochschule, Universität
ein technisch hochwertiges Erzeugnis
die technisch interessierte Jugend
[Marx] studierte das gesamte Heerwesen bis in alle technischen Einzelheiten [ MehringMarx243]
2.
die methodischen, verfahrensmäßigen, organisatorischen Äußerlichkeiten eines Vorgangs, einer Tätigkeit betreffend
Beispiele:
die Anordnung der Plastiken in der Ausstellung ist keine rein technische Frage
die technischen Kunstgriffe bei der Malerei
unsere Sportler verfügten nicht nur über das bessere technische Können, sondern auch über die größere Kondition
ein technisch meisterhaft geschriebenes Drama, vorgetragenes Musikstück
3.
umgangssprachlich bedingt durch Gründe, die nicht in der Sache selbst liegen
Beispiel:
die Premiere muss aus technischen Gründen verschoben werden
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Technik · technisch · Techniker · Technologie · Technologe
Technik f. zusammenfassende Bezeichnung für die Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für die menschliche Gesellschaft, die dazu nötigen Methoden, Verfahrensweisen, Geräte und Arbeitsmittel; auch ‘Kunstfertigkeit, Geschicklichkeit’. Von griech. téchnē (τέχνη) ‘Kunst, Kunstfertigkeit, Geschick, Handwerk, Gewerbe’ ist abgeleitet griech. technikós (τεχνικός) ‘kunstvoll, kunstverständig, vernünftig, verstandesmäßig, wissenschaftlich, sachgerecht, fachmännisch, listig’. Dazu bzw. zu entlehntem lat. techna ‘der durchtriebene Streich (eines Sklaven)’, mlat. tec(h)na, tegna ‘Handwerks-, Kunstbetrieb, Gewerbe, Kunstfertigkeit’ und substantiviertem lat. technicus ‘Lehrer einer Kunst(fertigkeit)’ bildet die Gelehrtensprache das Substantiv nlat. technica (Neutr. Plur. bzw. Fem. Sing.) ‘Kunstwesen, -dinge, Anweisung zur Ausübung einer Kunst oder Wissenschaft, Gewerbe-, Handwerkslehre’; vgl. im Dt. zuerst Hydrotechnica ‘Wasserbaukunst’ (1724), Technica (1744), danach Technik (Kant 1781). Daneben gleichbed. Technie f. (18. und 19. Jh.), vor allem in der Zusammensetzung Pyrotechnia, Pyrotechnie ‘(artilleristische) Feuerwerkskunst, Feuerwerkerei’, Zymotechnia, -technie ‘Gärungschemie’. technisch Adj. ‘die Technik betreffend, auf ihr beruhend, in der Technik gebräuchlich, fachgemäß’ (1. Hälfte 18. Jh.), zuvor in latinisierter, dem Griech. (s. oben) folgender Form technicus (Mitte 17. Jh.; vgl. Terminus technicus, seit 1668). Techniker m. (2. Hälfte 18. Jh.); zuvor Technicus (1. Hälfte 17. Jh.). Technologie f. Wissenschaft von der Umwandlung der Roh- und Werkstoffe in Fertigprodukte und Gebrauchsgegenstände, Lehre von den in der Technik angewendeten und anwendbaren Arbeits- und Produktionsverfahren (1. Hälfte 18. Jh.), griech. technología (τεχνολογία) ‘kunstgemäße Behandlung, Aufstellung von Regeln für wissenschaftliche Behandlung, wissenschaftlich aufgestellte Regel’ (s. -logie); anfangs ‘Gesamtheit, Systematik der Fachwörter, Lehre von den Fachwörtern, Terminologie(lehre)’, dann ‘Wissenschaft von den Gewerben, Handwerkswissenschaft, Gewerbekunde’ (2. Hälfte 18. Jh.), später mit Ausbreitung der modernen Technik im 19. Jh. zunehmend im oben angeführten Sinne. Technologe m. (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
betreffend · bezogen auf · hinsichtlich · im Hinblick auf · in ...angelegenheiten · in ...dingen · in ...fragen · in Bezug auf · in Hinblick auf · in puncto · mit Blick auf · soweit es ... angeht · soweit es ... betrifft · was (...) angeht · was ... anbelangt · was ... anlangt · wegen · zum Thema · zur Frage  ●  bezüglich  Papierdeutsch · bzgl.  Abkürzung · in Betreff (einer Sache)  Amtsdeutsch, veraltet · ...mäßig  ugs. · ...technisch  ugs. · im ...wesen  geh., auch ironisch · in Sachen  ugs. · von wegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›technisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›technisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›technisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der deutsche Film brauchte außerdem technisch eine gewisse Zeit zur Entwicklung. [Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 156]
Aber das kann uns nicht stören, da wir immer nur auf das Wesen der Dinge sehen, nicht auf technische Operationen. [Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 187]
Der Computer als technisches Gerät, die Hardware allein ohne Software, läßt sich nicht ohne weiteres nützlich verwenden. [Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 117]
Aber auf dem Weg dahin sind intermediäre technische Strukturen wohl unentbehrlich. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 467]
Die RAF hat immer Wert darauf gelegt, sich ihre technischen Mittel selbst zu besorgen. [Der Spiegel, 18.06.1990]
Zitationshilfe
„technisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/technisch>.

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