teilnehmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungteil-neh-men
WortzerlegungTeilnehmen
Wortbildung mit ›teilnehmen‹ als Erstglied: ↗Teilnehmer  ·  mit ›teilnehmen‹ als Grundform: ↗Teilnahme
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
an etw. teilnehmensich an etw. beteiligen, bei etw. mitmachen
Beispiele:
an einer Demonstration, Unterhaltung, Versammlung teilnehmen
an einem Ausflug, Lehrgang, Wettbewerb teilnehmen
am Straßenverkehr teilnehmen
2.
an etw., jmdm. teilnehmenetw. mitfühlen, mit jmdm. mitleiden
Beispiel:
er nahm teil an ihrem Kummer, Schmerz, Ärger, Glück, an ihm
häufig im Part. Präs.
Beispiele:
ein teilnehmender Blick
jmdn. teilnehmend ansehen
jmdm. teilnehmend die Hand drücken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teil · teilen · Teilung · teilbar · abteilen · Abteilung · erteilen · mitteilen · Mitteilung · verteilen · teilhaftig · teils · Anteil · Anteilnahme · Gegenteil · gegenteilig · Nachteil · nachteilig · benachteiligen · Vorteil · übervorteilen · teilhaben · Teilhaber · teilnehmen · Teilnahme
Teil m. n. ‘Stück eines Ganzen, Einzelheit, Anteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. teil m. n., asächs. dēl m., mnd. dēl m. n., mnl. nl. deel n., aengl. dǣl m., engl. deal, got. dails f. sowie ahd. teila f. ‘Teilung’ (9. Jh.), mhd. teile f. ‘Teilung, Zugeteiltes’, anord. deila f. ‘Teilung, Zwiespalt, Streit’, got. daila f. ‘Teilnahme’ (germ. *dail- mit unterschiedlicher Stammbildung) und aslaw. dělъ ‘Teil’, russ. (älter) del (дел) ‘Teilung’ sind Bildungen mit l-Suffix, die mit lit. dailýti ‘teilen’ zusammenstimmen. Weitere Verknüpfungen bleiben unsicher. Zu einer Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’? Oder stammt der germ.-baltoslaw. Ausdruck aus einer Substratsprache? teilen Vb. ‘ein Ganzes in Einzelstücke zerlegen’, ahd. teilen, teilōn (8. Jh.), mhd. teilen, asächs. dēlian, mnd. mnl. dēlen, deilen, nl. delen, aengl. dǣlan, engl. to deal, anord. deila, got. dailjan, Bildung zum Substantiv; dazu Teilung f. ahd. teilunga (um 900), mhd. teilunge, und teilbar Adj. ‘so beschaffen, daß man es teilen kann’ (15. Jh.). abteilen Vb. ‘einteilen, trennen, absondern’, mhd. abeteilen ‘(gerichtlich) aberkennen, vermögensrechtlich abfinden, einen Teil von einem Ganzen trennen’; vgl. got. afdailjan ‘ein Zehntel abgeben’. Abteilung f. ‘Abtrennung, Loslösung, Abschnitt, Teil eines Ganzen’, (militärisch) ‘Gliederungseinheit der Truppe’, auch ‘Bereich der Verwaltung und Arbeitsorganisation’ (18. Jh.), mhd. abeteilunge ‘Abtrennung, Loslösung’, frühnhd. ‘Erbteilung’ (16. Jh.), auch ‘Eisenbahnabteil’ (2. Hälfte 19. Jh.), s. ↗Abteil. erteilen Vb. ‘(auf Grund einer Verfügungsgewalt eine Aufgabe, eine Berechtigung) zuteil werden lassen’, ahd. irteilen ‘Recht zuteilen, ein Urteil aussprechen, einen Rat, Befehl geben’ (8. Jh.), mhd. erteilen ‘ein Urteil sprechen, richten, verurteilen, als Urteil zuerkennen, teilen’. Dazu ↗Urteil, s. d. mitteilen Vb. ‘etw. wissen lassen, benachrichtigen, anvertrauen’, mhd. miteteilen ‘Rat geben, etw. mit jmdm. teilen, jmdm. zukommen lassen, übergeben’; Mitteilung f. ‘Nachricht, Meldung, Benachrichtigung, Bekanntgabe’ (16. Jh.). verteilen Vb. ‘(ein Ganzes in einzelnen Stücken) ausgeben’, ahd. firteilen ‘des Anteils berauben, verurteilen’ (10. Jh.), mhd. verteilen ‘ver-, zerteilen, bei einer Teilung übergehen, enterben, den Anteil absprechen, eines Anteils berauben, durch Urteil absprechen, verurteilen, verdammen, verfluchen, verwünschen’. teilhaftig Adj. ‘Anteil habend’, mhd. teilhaftic, teilheftic. teils Adv. ‘teilweise, zum Teil’ (17. Jh.), aus der genitivischen Fügung mhd. eines teiles, frühnhd. (eines) theils ‘zum Teil, einige’, wohl entstanden aus Verbindungen, in denen Teil als Ergänzung zum Verb auftritt. Anteil m. ‘zustehender, zufallender Teil, innere Anteilnahme, Beteiligung’, mhd. anteil; die übertragene Bedeutung ‘Mitgefühl’, besonders in der Wendung Anteil nehmen, entsteht im 18. Jh.; dazu Anteilnahme f. ‘(innere) Beteiligung, Mitgefühl’ (19. Jh.). Gegenteil n. ‘den Gegensatz zu etw. anderem Darstellendes’, mhd. gegenteil ‘Gegenpartei im Rechtsstreit’; im heutigen verallgemeinerten Sinne seit dem 16. Jh.; gegenteilig Adj. (16. Jh.). Nachteil m. ‘Umstände, die jmdn. beeinträchtigen, jmdm. schaden’ (15. Jh.), als Gegenwort zu älterem Vorteil, s. unten; nachteilig Adj. (15. Jh.).; benachteiligen Vb. ‘zurücksetzen, nicht das gleiche zugestehen’ (16. Jh.). Vorteil m. ‘günstiger Umstand, Gewinn, Nutzen’, ahd. forateila f. ‘Belohnung, Zuteilung’ (8. Jh.), mhd. vorteil m. n. ‘Teil voraus, Vorausempfang, Vorrecht’, mnd. vordēl n.; übervorteilen Vb. ‘Vorteil über jmdn. erringen, überlisten, betrügen’ (15. Jh.). teilhaben Vb. ‘beteiligt sein, teilnehmen’, ahd. teil habēn (8. Jh.), mhd. teil haben; Teilhaber m. ‘Mitberechtigter an Eigentum, besonders Geschäftseigentum’ (Anfang 18. Jh.), Kompagnon verdrängend. teilnehmen Vb. ‘sich beteiligen, mitmachen, mitempfinden, mitfühlen’, ahd. teil neman (8. Jh.), mhd. teil nemen; Teilnahme f. ‘Beteiligung, das Beteiligtsein, Mitgefühl’ (18. Jh.), älter Teilnehmung.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Seine tun · (seinen) Beitrag leisten · ↗(sich) (aktiv) einbringen · ↗(sich) beteiligen · beitragen zu · ↗mitarbeiten · ↗mitwirken · teilnehmen  ●  ↗mitmachen  ugs. · ↗mitmischen  ugs. · ↗mitreden  ugs.
Assoziationen
  • (integraler) Bestandteil sein (von) · Mitglied sein · Teil sein von · ↗angehören · ↗dazugehören · eine(r) von uns sein · gehören zu · gerechnet werden zu · zugehörig sein · zählen zu  ●  eine(r) der ihren  geh. · mit von der Partie sein  ugs.
  • Anteil haben · beteiligt sein · ↗partizipieren · ↗teilhaben · teilnehmen  ●  mit am Tisch sitzen  fig. · mit ins Boot geholt werden  fig. · mit ins Boot genommen werden  fig.
  • dabei sein · teilnehmen · unter den Teilnehmenden sein · zugegen sein  ●  (sich) blicken lassen  ugs. · (sich) sehen lassen  ugs. · ↗beehren  geh. · ↗beiwohnen  geh. · ↗da sein  ugs.
  • (jemanden) beteiligen · (jemanden) dabei haben wollen · (jemanden) gewinnen für · ↗einbinden · kooperieren mit  ●  ins Boot holen  fig.
Synonymgruppe
dabei sein · teilnehmen · unter den Teilnehmenden sein · zugegen sein  ●  (sich) blicken lassen  ugs. · (sich) sehen lassen  ugs. · ↗beehren  geh. · ↗beiwohnen  geh. · ↗da sein  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Anteil haben · beteiligt sein · ↗partizipieren · ↗teilhaben · teilnehmen  ●  mit am Tisch sitzen  fig. · mit ins Boot geholt werden  fig. · mit ins Boot genommen werden  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Beratung Demonstration Feier Gespräch Konferenz Seminar Sitzung Spiel Tagung Training Treff Treffen Turnier Unterricht Veranstaltung Verhandlung Vertreter Wahl Weltmeisterschaft Wettbewerb Wettkampf Währungsunion Zeremonie aktiv auch daran erstmals nehmen nicht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›teilnehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie werden niemals in der Lage sein, am sozialen Leben erfolgreich teilzunehmen.
Die Zeit, 03.11.2005, Nr. 45
Demnach hätte Young an den Olympischen Spielen 2000 nicht teilnehmen dürfen.
Der Tagesspiegel, 30.06.2004
Ich habe mich darauf eingestellt, persönlich an diesem Empfang teilzunehmen.
Nr. 91: Schreiben Jaruzelski an Kohl vom 13. November 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22215
Als die übrigen Tische verlassen waren, bat ich, teilnehmen zu dürfen.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 186
An dem können nun die beiden Kinder des Meeres nicht teilnehmen.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10323
Zitationshilfe
„teilnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/teilnehmen>, abgerufen am 22.10.2019.

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