temperamentlos

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtem-pe-ra-ment-los (computergeneriert)
WortzerlegungTemperament-los
Wortbildung mit ›temperamentlos‹ als Erstglied: ↗Temperamentlosigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

ohne Temperament, träge
Beispiel:
temperamentlos sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Temperament · temperamentvoll · temperamentlos
Temperament n. individuelle Veranlagung des Menschen, die sich in der Art seines Verhaltens, seines Reagierens auf Reize äußert, auch ‘Gemütsart’ und vielfach ‘Lebhaftigkeit, Schwung’. Lat. temperāmentum ‘das richtige Verhältnis gemischter Dinge, die gehörige Mischung, das rechte Maß, Mäßigung’, gebildet zu lat. temperāre ‘das rechte Maß beobachten, mäßig sein, in das gehörige Maß, Verhältnis bringen, mischen’, wird zunächst (1. Hälfte 16. Jh.) im Sinne von ‘richtiges Mischungsverhältnis’ (von Kräutern), ‘ausgleichendes Heilmittel’ in die Sprache der Pharmazie entlehnt, danach auf das ‘Mischungsverhältnis der menschlichen Körpersäfte’ (im Sinne der antiken Temperamentenlehre) übertragen (2. Hälfte 16. Jh.). Daraus entwickelt sich (etwa 18. Jh.) die heutige Bedeutung. temperamentvoll Adj. ‘lebhaft, schwungvoll, feurig, spritzig’ (Anfang 20. Jh.). temperamentlos Adj. ‘schwunglos, träge, lahm’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Diesel läuft leise und ist trotz seiner nur 109 PS nicht temperamentlos.
Die Welt, 04.06.2005
Hier bewährt sich das tüftlig skrupulöse, temperamentlose Hantieren mit Daten und Details.
Die Zeit, 25.11.1994, Nr. 48
Und so wurde das von ihnen inzwischen beherrschte Land zu diesem langweiligen, intellektuell temperamentlosen RTL-2-Krähwinkel, das es seit Jahren schon ist.
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2001
Der zahme, aber temperamentlose Markus hatte weiter nichts dagegen einzuwenden.
Lorenz, Konrad: Das Jahr der Graugans, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1990 [1979], S. 64
Nach diesem Tor ging der oft temperamentlos wirkende Neubarth aus sich heraus, stürmte auf den Rasen und machte einen Luftsprung.
Der Tagesspiegel, 18.11.2002
Zitationshilfe
„temperamentlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/temperamentlos>, abgerufen am 16.09.2019.

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