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temperamentvoll

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tem-pe-ra-ment-voll
Wortzerlegung Temperament -voll
eWDG

Bedeutung

voll Temperament, lebhaft
Beispiele:
eine temperamentvolle Frau, Rede
ein temperamentvoller Tanz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Temperament · temperamentvoll · temperamentlos
Temperament n. individuelle Veranlagung des Menschen, die sich in der Art seines Verhaltens, seines Reagierens auf Reize äußert, auch ‘Gemütsart’ und vielfach ‘Lebhaftigkeit, Schwung’. Lat. temperāmentum ‘das richtige Verhältnis gemischter Dinge, die gehörige Mischung, das rechte Maß, Mäßigung’, gebildet zu lat. temperāre ‘das rechte Maß beobachten, mäßig sein, in das gehörige Maß, Verhältnis bringen, mischen’, wird zunächst (1. Hälfte 16. Jh.) im Sinne von ‘richtiges Mischungsverhältnis’ (von Kräutern), ‘ausgleichendes Heilmittel’ in die Sprache der Pharmazie entlehnt, danach auf das ‘Mischungsverhältnis der menschlichen Körpersäfte’ (im Sinne der antiken Temperamentenlehre) übertragen (2. Hälfte 16. Jh.). Daraus entwickelt sich (etwa 18. Jh.) die heutige Bedeutung. – temperamentvoll Adj. ‘lebhaft, schwungvoll, feurig, spritzig’ (Anfang 20. Jh.). temperamentlos Adj. ‘schwunglos, träge, lahm’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
emotional erregt · feurig · heißblütig · leidenschaftlich · mit Verzückung · temperamentvoll · ungestüm · voller Leidenschaft  ●  frenetisch  geh. · hitzig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
impulsiv · lebhaft · temperamentvoll
Assoziationen
Synonymgruppe
prickelnd · schmissig · schnittig · spritzig · sprühend · temperamentvoll
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›temperamentvoll‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›temperamentvoll‹.

Verwendungsbeispiele für ›temperamentvoll‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei manchen tropischen Formen scheint es hier etwas temperamentvoller zuzugehen. [Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 122]
Er sei zwar sehr temperamentvoll in der Diskussion gewesen; immerhin hätte man aber über diese Frage mit ihm reden können. [Nr. 109: Gespräch Kohl mit Bush vom 3. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22405]
Der zerbrochene Krug liest man unter einer temperamentvoll geschwungenen weißen Plastik. [Die Zeit, 07.10.2011, Nr. 16]
Sogar die temperamentvollsten Tiere werden in dieser Zeit ruhig, fast würdevoll. [Die Zeit, 07.04.2008, Nr. 14]
Wenn sie von sich selbst erzählt, tut sie das ohne Stocken, mit temperamentvollen Sprüngen. [Die Zeit, 12.03.2001, Nr. 11]
Zitationshilfe
„temperamentvoll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/temperamentvoll>.

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