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territorial

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ter-ri-to-ri-al
Wortzerlegung Territorium -al
Wortbildung  mit ›territorial‹ als Erstglied: Territorialgewässer · Territorialgrenze · Territorialheer · Territorialherr · Territorialkommando · Territorialprinzip · Territorialstaat · Territorialstruktur · Territorialsystem
 ·  mit ›territorial‹ als Letztglied: exterritorial · extraterritorial · interterritorial · komplex-territorial
 ·  mit ›territorial‹ als Grundform: Territorialität
Herkunft zu territōriālisspätlat ‘zu einem Gebiet gehörig’ < terralat ‘Erde, Erdboden, Land’
eWDG

Bedeutung

ein Territorium betreffend
a)
ein (geographisches) Gebiet betreffend
Beispiele:
die territoriale Gliederung eines Kontinents
ein Staat stellt territoriale Forderungen an einen anderen Staat
territoriale Streitigkeiten zwischen zwei Staaten
weil sich die Arbeiterbewegung … schnell entwickelte, und das sowohl zahlenmäßig wie territorial [ Engels-Biographie474]
die meisten Nager leben territorial, das heißt … jeder Verband bezieht einen abgegrenzten Lebensraum [ K. Zimmerm.Säugetiere29]
b)
das Staatsgebiet betreffend
Beispiele:
die territoriale Integrität, Unverletzlichkeit eines Staates
die territoriale Einheit, Zersplitterung eines Staates
c)
DDR einen örtlichen Bereich betreffend
Beispiele:
eine territoriale Einheit (= Element der Territorialstruktur)
die territorialen Organe
territoriale Erfordernisse, Besonderheiten
Wirtschaftdie territoriale Planung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Territorium · territorial · exterritorial
Territorium n. ‘Gebiet, Land, Verwaltungs-, Staats-, Hoheitsgebiet’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von lat. territōrium ‘zu einer Stadt gehöriges Ackergebiet, Stadtgebiet’, einer Bildung zu lat. terra ‘Erde, Erdboden, Land’. Anfangs und vereinzelt bis ins 19. Jh. in lat. flektierten Formen. territorial Adj. ‘das Hoheits-, das Staatsgebiet, einen örtlichen Bereich betreffend, zu ihm gehörig’, Ende 17. Jh. aus spätlat. territōriālis ‘zu einem Gebiet gehörig’. exterritorial Adj. ‘außerhalb der Staatsgewalt stehend, ihr nicht unterworfen’, Neubildung des 18. Jhs. mit dem Präfix ex- im Sinne von (oder verkürzt aus) lat. extrā ‘außerhalb’.

Typische Verbindungen zu ›territorial‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›territorial‹.

Verwendungsbeispiele für ›territorial‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die medizinische Betreuung geht über die im territorialen System nicht hinaus. [Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - G. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 28916]
Und was dachten Sie über die Verwirklichung dieser territorialen Fragen, ich meine über den Weg, sie zu lösen? [o. A.: Achtundneunzigster Tag. Mittwoch, 3. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16879]
Diese war ein rein territorial charakterisiertes Gesetz gewesen, und gerade dadurch war sie bemerkenswert. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 20351]
Geht es nur um den Schutz des territorialen Status quo von 1992? [Die Zeit, 07.03.1997, Nr. 11]
Die Probleme, die korrigiert werden sollten, waren territorial genommen unbedeutend. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]]
Zitationshilfe
„territorial“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/territorial>.

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