teuflisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungteuf-lisch (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
(höchst) bösartig, niederträchtig, infam, boshaft
Beispiele:
ein teuflischer Plan, teuflisches Spiel
eine teuflische List, Intrige
teuflische Freude an etw. haben
teuflisch lächeln, grinsen
als mische sich in all ihre Liebe ... etwas Teuflisches, Tückisches ein [BrodFrau315]
wie der Teufel, wie vom Teufel
Beispiele:
eine teuflische Fratze
teuflisches Gelächter
eine teuflische Erfindung
Granaten oder wer weiß was für teuflische Dinge [SteinbergUhren242]
2.
umgangssprachlich, übertrieben sehr groß
Beispiele:
das ist eine teuflische Kälte heute
teuflische Anstrengungen
adverbiell
sehr
Beispiele:
»Ist es schwer, dahin zu kommen?« »Geradezu teuflisch schwer ...« [SeghersTransit5,79]
bei den Liftjungen muß man teuflisch aufpassen [KafkaAmerika235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teufel · Deixel · teuflisch · Teufelei
Teufel m. nach biblischer (neutestamentlicher) Vorstellung ‘Feind Gottes, Verderber der Menschheit, Verkörperung des Bösen’, im Aberglauben ‘böser Geist, Dämon’, ahd. tiufal (8. Jh.), mhd. tiuvel, tievel, tīvel, tivel, (md.) tūvel, dūvel, asächs. diuƀal, mnd. dǖvel, mnl. dūvel, dievel, nl. duivel, aengl. dēofol, engl. devil, anord. djǫfull, schwed. djävul. Die Formen beruhen letztlich auf kirchenlat. diabolus, griech. diábolos (διάβολος), eigentlich ‘Verleumder’, zu griech. diabállein (διαβάλλειν) ‘entzweien, verklagen, verleumden, verschmähen’, eigentlich ‘auseinanderwerfen’ (s. ↗diabolisch); vgl. griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen, treffen’. Der Weg der Entlehnung ist nicht endgültig geklärt. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 228 f. schließt unmittelbare Entlehnung aus vlat. diabulus, *diavulus nicht aus, hält aber auch das auf dem Griech. beruhende (und vom Vlat. beeinflußte?) got. diabulus neben diabaúlus als Ausgangsform für möglich. Im letzteren Fall wäre das Wort im Zuge der arianischen Mission vor der hd. Lautverschiebung ins Donaugebiet und nach Bayern gelangt, wo über *diuƀul unter Angleichung an ahd. (obd.) tiuf ‘tief’ und das mask. Suffix -al (aus älterem -ul) ahd. tiufal entsteht, das sich über das germ. Sprachgebiet verbreitet. Dagegen erklärt Knobloch in: Festschr. Pivec (1966) 221 f. vlat. *diavulus als in Gallien entstanden und sieht in daraus hervorgegangenem afrk. *diuƀul die den westgerm. Sprachen vermittelte Form. In euphemistischer Verhüllung Deixel m. Teixel (17. Jh.), auch Teuchsel, Deihhel, Teitschel, Deibel, Deiker. teuflisch Adj. ‘wie der Teufel, bösartig, niederträchtig, boshaft’, mhd. tiuvel(i)sch; vgl. ahd. tiufallīh (9. Jh.). Teufelei f. ‘teuflische Gesinnung, Schändlichkeit, niederträchtige Handlung’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
barbarisch · ↗bestialisch · ↗brutal · teuflisch · ↗unmenschlich · ↗viehisch
Assoziationen
Synonymgruppe
diabolisch · ↗satanisch · teuflisch
Assoziationen
Synonymgruppe
besessen · ↗böse · ↗dämonisch · teuflisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besessenheit Blendwerk Bosheit Dämon Einflüsterung Eingebung Fratze Gebräu Geplärr Grinsen Komplott Kreislauf Machination Maschinerie Mixtur Mordplan Pakt Preisspirale Regelkreis Saat Spirale Verführer Verführerin Verführung Verführungskunst Vergnügen Versuchung göttlich himmlisch wahrhaft

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›teuflisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt ist die Welt in großen Teilen immer noch ein teuflischer Ort für Frauen.
Die Zeit, 16.07.2013, Nr. 23
Und außerdem verlegte er die teuflische Geschichte in die Fünfziger Jahre.
Der Tagesspiegel, 01.03.2000
Der erste nur kümmerlich fallende Schnee hat eine ähnliche Wirkung wie beginnender Regen (S. 425): die Straße wird teuflisch glatt.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 428
Er aber wünschte, lieber augenblicklich zu sterben, als länger unter so teuflischer Belustigung zu leiden.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 124
Unverzüglich setzte er auch mit der "Ausrottung des teuflischen Schwelens" ein.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 331
Zitationshilfe
„teuflisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/teuflisch>, abgerufen am 12.11.2019.

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