Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

theoretisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung the-ore-tisch · theo-re-tisch
Wortbildung  mit ›theoretisch‹ als Erstglied: theoretisieren  ·  mit ›theoretisch‹ als Letztglied: allgemein theoretisch · allgemeintheoretisch · erkenntnistheoretisch · medientheoretisch · militärtheoretisch · musiktheoretisch · staatstheoretisch · untheoretisch · vortheoretisch · wirtschaftstheoretisch
Herkunft zu theōrētikósgriech (θεωρητικός) ‘beschauend, (geistig) betrachtend, untersuchend, spekulativ’
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von Theorie (1)
Grammatik: ohne Steigerung
Beispiele:
ihm fehlen die theoretischen Grundlagen
er hat eine ausgesprochen theoretische Begabung
die Thesen waren im theoretischen Teil der Arbeit ausreichend fundiert
die theoretische Chemie, Physik
theoretische und experimentelle Studien
2.
entsprechend der Bedeutung von Theorie (2)
Beispiele:
das ist zwar theoretisch möglich, aber doch sehr unwahrscheinlich
theoretisch ist es sehr einfach zu sagen: ich rauche nicht mehr
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Theorie · theoretisch · Theoretiker · theoretisieren
Theorie f. systematische Zusammenfassung und Verallgemeinerung von Erkenntnissen auf einem (wissenschaftlichen) Gebiet, auch ‘begriffliche, abstrakte Betrachtungsweise’, abschätzig ‘bloße Vermutung, wirklichkeitsferne Meditation’, Entlehnung, zunächst in griech.-lat. Form (Anfang 16. Jh.), aus spätlat. theōria, griech. theōría (θεωρία) ‘Betrachtung, Untersuchung’, besonders ‘das wissenschaftliche, geistige Anschauen’, eigentlich ‘das Zuschauen’; zu griech. theōrós (θεωρός) ‘Zuschauer’. theoretisch Adj. ‘die Theorie betreffend, zu ihr gehörig, auf ihr beruhend, gedanklich, begrifflich’, auch abschätzig ‘bloß ausgedacht, ohne Bezug zur Wirklichkeit’ (1. Hälfte 16. Jh.), spätlat. theōrēticus, griech. theōrētikós (θεωρητικός) ‘beschauend, (geistig) betrachtend, untersuchend, spekulativ’. Älter theorisch (1. Hälfte 16. Jh.), nach spätlat. theōricus, griech. theōrikós (θεωρικός) ‘die Untersuchung, das Anschauen, besonders das Zuschauen im Theater betreffend, für den Zuschauer bestimmt’. Theoretiker m. ‘wer die theoretischen Grundlagen für etw. erarbeitet’ (Anfang 18. Jh.), spätlat. theōrēticus, griech. theōrētikós (s. oben). theoretisieren Vb. ‘Theorien entwickeln, theoretisch durchdenken’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hypothetisch · in der Theorie · rein gedanklich · spekulativ · theoretisch  ●  kontrafaktisch  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
angenommen · hypothetisch · theoretisch
Synonymgruppe
(rein) theoretisch (Adverb) · nach der Theorie  ●  nach der reinen Lehre  fig.

Typische Verbindungen zu ›theoretisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›theoretisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›theoretisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie sie genutzt wird, entscheidet die theoretisch völlig intraktable Psychologie. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 252]
Aber mit der theoretischen Vorbereitung allein ist es nicht getan. [Meyerhoff, Grete: Kleine Imkerschule, Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverl. VEB 1981 [1970], S. 380]
Die Anzahl der auf diese Weise zusammenarbeitenden Computer ist theoretisch unbegrenzt. [Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 72]
Ich habe zumal die theoretische Entwicklung nur sehr lückenhaft zu verfolgen vermocht. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 112]
Und sie denke sich auch nicht hinein in eine theoretische Welt. [Die Zeit, 13.11.1998, Nr. 47]
Zitationshilfe
„theoretisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/theoretisch>.

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