tiefsinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtief-sin-nig (computergeneriert)
WortzerlegungTiefsinn-ig
eWDG, 1976

Bedeutungen

entsprechend der Bedeutung von Tiefsinn (Lesart 1)
Beispiel:
eine tiefsinnige Bemerkung, Betrachtung, Untersuchung, Fabel
entsprechend der Bedeutung von Tiefsinn (Lesart 2)
Beispiele:
jmd. starrt tiefsinnig vor sich hin, blickt jmdn. tiefsinnig an
nach diesem schweren Schicksalsschlag wurde er tiefsinnig (= schwermütig, gemütskrank)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tief · Tiefe · vertiefen · tiefsinnig · Tiefsinn
tief Adj. ‘weit (nach) unten, ausgehöhlt, nicht flach’, übertragen ‘dunkel tönend, gehaltvoll, intensiv’, ahd. tiof (8. Jh.), mhd. tief, tiuf, asächs. diop, mnd. dēp, mnl. nl. diep, aengl. dēop, engl. deep, anord. djūpr, schwed. djup, got. diups ‘tief’ führen auf germ. *deupa-, das sich mit lit. dubùs ‘tief, hohl’, lit. daubà ‘Schlucht’, aslaw. dьbrь ‘Kluft, Schlucht, Tal, Abgrund’, russ. (älter) debr’ (дебрь) ‘Wald, Tal, Schlucht’, air. domain ‘tief’ zu einer Wurzel ie. *dheub-, *dheup- ‘tief, hohl’ stellen läßt. Tiefe f. ‘Ausdehnung nach unten, Abgrund, Intensität, Tiefgründigkeit’, ahd. tiufī (8. Jh.), mhd. (durch Angleichung an das Adj.) tiefe und (lautgerecht) tiufe (woraus ↗Teufe, s. d.), asächs. diupi, mnd. dēpe, mnl. diepe, aengl. dīepe, got. diupei, Abstraktbildung mit dem Suffix germ. -īn- zum Adjektiv. Daneben mit dem Suffix germ. -iþō (*deupiþō) mhd. tiufede, tiefte, mnd. dēpede, dēpte, mnl. diepde, nl. diepte, mengl. depthe, engl. depth, anord. dȳpt, got. diupiþa ‘Tiefe’. vertiefen Vb. ‘tiefer machen, ausheben, intensiv verstärken’, reflexiv ‘sich intensiv mit etw. beschäftigen’, mhd. vertiefen ‘vertiefen, versenken’; dazu s. auch ↗verteufen unter ↗Teufe. tiefsinnig Adj. ‘tiefgründig, gründlich durchdacht, trübsinnig, schwermütig’ (1. Hälfte 18. Jh.), zuvor in der heute nicht mehr üblichen Bedeutung ‘scharfsinnig, schlau’ (Ende 16. Jh.). Dazu die Rückbildung Tiefsinn m. ‘grüblerisches Nachsinnen, Trübsinn, Schwermütigkeit’ (Mitte 18. Jh., zuvor Tiefsinnigkeit, 1. Hälfte 18. Jh.); vgl. mhd. tiefer sin.

Thesaurus

Synonymgruppe
durchdacht · ↗gehaltvoll · in die Tiefe gehend · mit Tiefgang · ↗nachdenklich · ↗profund · ↗tief gehend · ↗tief schürfend · ↗tiefgehend · ↗tiefgründig · ↗tiefreichend · ↗tiefschürfend · tiefsinnig
Assoziationen
Synonymgruppe
bedeutsam · ↗bedeutungsschwanger · ↗bedeutungsschwer · ↗bedeutungsvoll · ↗gedankenschwer · ↗gedankenvoll · tief · tiefsinnig · ↗viel sagend · ↗vielsagend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Betrachtung Denker Deutung Dialoge Dichtung Ernst Essay Gedanke Gleichnis Humor Interpretation Kommentar Komödie Metapher Philosoph Reflexion Spekulation Spruch Unterhaltung Weisheit Witz absurd geistreich heiter intelligent klug naiv witzig Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tiefsinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ganz so tiefsinnig geht es heute, wenn in der Politik von der "europäischen Stadt" die Rede ist, selten zu.
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2000
Wenn sie Maler sind, ahmen sie ihm nach, wenn sie Schriftsteller sind, geben sie die tiefsinnigen metaphysischen Erklärungen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 10.03.1925
Die Bewegungen zur Erhaltung des Gleichgewichts glichen einem tiefsinnigen Tanz.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 159
Damit waren sie noch mehr einverstanden als mit seinen tiefsinnigen Erkenntnissen von der Natur ihrer Quellen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 629
Sie war mehrere Jahre älter als er und nicht schön, aber leidenschaftlicher Natur und in ihren ernsthaften und tiefsinnigen Mann sehr verliebt gewesen.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 162
Zitationshilfe
„tiefsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tiefsinnig>, abgerufen am 17.07.2019.

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