timen
GrammatikVerb · timt, timte, hat getimt
Aussprache
Worttrennungti-men
HerkunftEnglisch
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
seltener jmd. timt etw.die Zeit von etw. (mit der Stoppuhr) messen; stoppen, abstoppen
Beispiel:
Walter Jens lieferte [für das Fernsehen], zuvor exakt mit der eigenen Stoppuhr getimt, bis zu drei Minuten Klartext, ob nun zur Mondlandung, zur Aktualität Martin Luthers oder zu Solschenizyns »Gulag« - und das meist ohne Versprecher. [Der Spiegel, 17.06.2013, Nr. 25]
2.
jmd. timt etw.für etw. den geeigneten, passenden Zeitpunkt bestimmen, benutzen und dadurch einen gut koordinierten Ablauf herbeiführen
Beispiele:
Die Inszenierung ist handwerklich astrein gemacht, keine Frage. […] Die Abläufe, die Choreografie, die Musikeinsätze, der Sound, das Licht – alles perfekt getimt, aufeinander abgestimmt, arrangiert, installiert. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2014]
»Ich bin ziemlich konstant gefahren und habe mir das Rennen gut eingeteilt»«, sagte [der Straßenrad-Weltmeister Leo] Appelt, der nach der Zieldurchfahrt entkräftet auf dem Boden lag: »Das ganze Rennen war perfekt getimt [Die Zeit, 22.09.2015 (online)]
[Marlis] Petersen legt eine witzige Karikatur eines egomanen, schließlich torkelnden Models hin [der Stella in der Oper Hoffmanns Erzählungen]. Wie sie dies alles timt, in einer Art szenischem Crescendo zum skurrilen Gipfel führt, sollte jedem Opernsänger als Paradebeispiel musiktheatraler Virtuosität vermittelt werden. [Der Standard, 05.07.2012]
Immer wieder aber muss man leise schmunzeln [über den Kabarettisten], weil vieles trotz der Überspitzung so real erscheint: »Alles ist getimt. Der Videorekorder, die Brotbackmaschine, die Geburt meiner Tochter.« [Der Standard, 02.03.2003]
Man könnte vielleicht auch sagen, daß sie [die Weitspringerin] besser verstand, im richtigen Augenblick mit dem Wind zu springen. Aber genau »timen« läßt sich das ja nicht und so hatte die Leverkusenerin bei ihrem Siegessprung von 6,78 m und dann doch 60 cm/pro Sek. Rückenwind, die Bulgarin dagegen bei ihrem weitesten Satz von 6,77 m – 50 m Gegenwind. [Die Zeit, 15.12.1972, Nr. 50]
Zitationshilfe
„timen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/timen>, abgerufen am 21.11.2017.

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