tingeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungtin-geln
Wortbildung mit ›tingeln‹ als Grundform: ↗Tingelei
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend als Künstler, besonders als Schauspieler, Musiker, Tänzer, in anspruchslosen Unterhaltungsprogrammen mal hier, mal dort auftreten
Beispiele:
der Sänger bekam kein Engagement und musste tingeln
bevor sie zu dieser Bühne kam, hat sie ein paar Jahre lang getingelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tingeltangel · tingeln
Tingeltangel m. n. ‘Unterhaltungs-, Tanzlokal, einfache Unterhaltungs- und Tanzmusik’, in Berlin (zuerst Tingel-Tangel-Klänge, 1872) lautmalend für Musik mit Beckenschlag gebildet, wie sie in einer Art Konzertcafé gespielt wird. Vgl. schallnachahmendes ting tang bzw. tingel für den Beckenschlag (17. Jh.), auch dingel dangel für zögerndes Hin und Her (18. Jh.), ferner engl. to tinkle ‘hell klingen’ (14. Jh.), to tingle ‘erregt sein’ (14. Jh.), dann ‘klingen, tönen, prickeln’, to ting ‘läuten’, ostfries. tingeln ‘klingeln, ein klingelndes Geräusch machen’, tingen, tengen, tinken ‘schlagen oder anstoßen und dadurch klingen machen’. Dazu im Berufsjargon der Schauspieler im Anschluß an Tingeltangel tingeln Vb. ‘im Schaugeschäft, in kabarettistischen Unterhaltungsprogrammen (auf einer Tournee) auftreten’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bummeln · tingeln · ↗tändeln
Assoziationen
Synonymgruppe
tingeln · ↗tuckern  ●  ↗gondeln  ugs. · ↗gurken  ugs., salopp · ↗juckeln  ugs., salopp · ↗kutschieren  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bierzelt Club Dorf Fernsehshow Fußgängerzone Haustür Jahrmarkt Kleinbus Kleinkunstbühne Kneipe Kreisverband Meeting Nachtclub Provinz Pub Sportfest Stadthalle TV-Show Talk-Show Talkshow UI-Cup herum herumtingeln jahrelang kreuz und quer quer rastlos seitdem umher unermüdlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tingeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nebenbei findet er dennoch immer wieder Zeit, als Sänger durch die Lande zu tingeln.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2002
Hier tingeln die Analysten mit hochkarätigen Managern der Unternehmen, die sie beobachten, durch die Lande.
Die Welt, 24.08.2001
Mit ihrem Buch "Nie war ich furchtloser" tingelt sie über Land.
Bild, 17.10.1997
Wie immer kurz vor dem ersten Test tingeln die Kandidaten von Ort zu Ort.
Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50
Es ging, daß sie ein Wanderleben führte und mit einer Emigrantentruppe in Zürich, Prag, Amsterdam und New York tingelte.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 61
Zitationshilfe
„tingeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tingeln>, abgerufen am 21.11.2019.

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