Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

tingeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung tin-geln
Wortbildung  mit ›tingeln‹ als Grundform: Tingelei
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend als Künstler, besonders als Schauspieler, Musiker, Tänzer, in anspruchslosen Unterhaltungsprogrammen mal hier, mal dort auftreten
Beispiele:
der Sänger bekam kein Engagement und musste tingeln
bevor sie zu dieser Bühne kam, hat sie ein paar Jahre lang getingelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tingeltangel · tingeln
Tingeltangel m. n. ‘Unterhaltungs-, Tanzlokal, einfache Unterhaltungs- und Tanzmusik’, in Berlin (zuerst Tingel-Tangel-Klänge, 1872) lautmalend für Musik mit Beckenschlag gebildet, wie sie in einer Art Konzertcafé gespielt wird. Vgl. schallnachahmendes ting tang bzw. tingel für den Beckenschlag (17. Jh.), auch dingel dangel für zögerndes Hin und Her (18. Jh.), ferner engl. to tinkle ‘hell klingen’ (14. Jh.), to tingle ‘erregt sein’ (14. Jh.), dann ‘klingen, tönen, prickeln’, to ting ‘läuten’, ostfries. tingeln ‘klingeln, ein klingelndes Geräusch machen’, tingen, tengen, tinken ‘schlagen oder anstoßen und dadurch klingen machen’. Dazu im Berufsjargon der Schauspieler im Anschluß an Tingeltangel tingeln Vb. ‘im Schaugeschäft, in kabarettistischen Unterhaltungsprogrammen (auf einer Tournee) auftreten’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bummeln · tingeln · tändeln
Assoziationen
Synonymgruppe
karriolen · tingeln · tuckern · zuckeln  ●  schaukeln  fig. · gondeln  ugs. · gurken  ugs., salopp · juckeln  ugs., salopp · karjuckeln  ugs., scherzhaft · kutschieren  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›tingeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tingeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›tingeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nebenbei findet er dennoch immer wieder Zeit, als Sänger durch die Lande zu tingeln. [Süddeutsche Zeitung, 06.09.2002]
Und wenn sie nicht gestorben sind, tingeln sie noch heute. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.1998]
Und wenn sie nicht gestorben sind, tingeln sie noch weiter. [Süddeutsche Zeitung, 23.02.1996]
In letzter Zeit tingelt er etwas weniger ausgiebig durch die Lande. [Süddeutsche Zeitung, 18.08.1995]
Schon seit zehn Tagen tingeln die Promoter durch die Schulen des Landes. [Die Welt, 18.03.2004]
Zitationshilfe
„tingeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tingeln>.

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