tippeln

GrammatikVerb · tippelt, tippelte, ist getippelt
Aussprache
Worttrennungtip-peln
Wortbildung mit ›tippeln‹ als Erstglied: ↗Tippelbruder · ↗Tippler  ·  mit ›tippeln‹ als Grundform: ↗Tippelei
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
(weit) zu Fuß gehen
Beispiele:
weil wir kein Taxi kriegen konnten, mussten wir nach Hause tippeln
wir sind am anderen Tag die acht Kilometer bis in die nächste Stadt getippelt
veraltend als Tippelbruder durchs Land ziehen
Beispiel:
Das Land wurde überlaufen von Schwärmen tippelnder und bettelnder Arbeitsloser [PutlitzUnterwegs93]
2.
mit kleinen Schritten laufen
Beispiel:
das Kind tippelte neben der Mutter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tippeln · Tippelbruder
tippeln Vb. ‘gehen, wandern’, im Rotw. (Anfang 19. Jh.) von Handwerksburschen, danach heute ‘zu Fuß gehen’, (von Kindern) ‘mit kurzen Schritten laufen’; lautliche und semantische Berührungen mit lautmalenden Verben wie dappeln (von Zwergen) ‘mit kleinen Schritten gehen’ (Goethe), ↗tappen, ↗trappen, ↗trappeln und ↗trippeln (s. d.) sind unverkennbar. Tippelbruder m. rotw. ‘wandernder (und bettelnder) Handwerksbursche, Landstreicher’ (Anfang 20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Bühne Fuß ab barfuß her herum hin hinterher los nervös umher vorbei zu zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tippeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tagelang tippelt er mit durchgelaufenen Schuhen durch Wien - hungernd, frierend, erschöpft.
Die Zeit, 04.10.1996, Nr. 41
Aus der südlichen Ecke tippelt Karin heran, 58, adrett, zurückhaltend.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2002
Und alle tippeln wieder an und beziehen vergnügt wieder ihre Quartiere.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 224
Der älteste Caputher ist hundertdrei Jahre und tippelt noch jeden Morgen mit abgezähltem Geld zum Bäcker.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 191
Elli wird nicht verlegen, lacht, reißt sich los, breitet die Arme aus, schwingt sie auf und ab, tippelt mit den Füßen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 137
Zitationshilfe
„tippeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tippeln>, abgerufen am 17.11.2019.

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