tippeln

Grammatik Verb · tippelt, tippelte, ist getippelt
Aussprache 
Worttrennung tip-peln
Wortbildung  mit ›tippeln‹ als Erstglied: ↗Tippelbruder · ↗Tippler · ↗tippelig · ↗tipplig
 ·  mit ›tippeln‹ als Grundform: ↗Tippelei

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich] ...
    1. 1. (weit) zu Fuß gehen
    2. 2. mit kleinen Schritten laufen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
(weit) zu Fuß gehen
Beispiele:
weil wir kein Taxi kriegen konnten, mussten wir nach Hause tippeln
wir sind am anderen Tag die acht Kilometer bis in die nächste Stadt getippelt
veraltend als Tippelbruder durchs Land ziehen
Beispiel:
Das Land wurde überlaufen von Schwärmen tippelnder und bettelnder Arbeitsloser [ PutlitzUnterwegs93]
2.
mit kleinen Schritten laufen
Beispiel:
das Kind tippelte neben der Mutter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tippeln · Tippelbruder
tippeln Vb. ‘gehen, wandern’, im Rotw. (Anfang 19. Jh.) von Handwerksburschen, danach heute ‘zu Fuß gehen’, (von Kindern) ‘mit kurzen Schritten laufen’; lautliche und semantische Berührungen mit lautmalenden Verben wie dappeln (von Zwergen) ‘mit kleinen Schritten gehen’ (Goethe), ↗tappen, ↗trappen, ↗trappeln und ↗trippeln (s. d.) sind unverkennbar. Tippelbruder m. rotw. ‘wandernder (und bettelnder) Handwerksbursche, Landstreicher’ (Anfang 20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›tippeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tippeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›tippeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tagelang tippelt er mit durchgelaufenen Schuhen durch Wien - hungernd, frierend, erschöpft.
Die Zeit, 04.10.1996, Nr. 41
Aus der südlichen Ecke tippelt Karin heran, 58, adrett, zurückhaltend.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2002
Und alle tippeln wieder an und beziehen vergnügt wieder ihre Quartiere.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 224
Der älteste Caputher ist hundertdrei Jahre und tippelt noch jeden Morgen mit abgezähltem Geld zum Bäcker.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 191
Elli wird nicht verlegen, lacht, reißt sich los, breitet die Arme aus, schwingt sie auf und ab, tippelt mit den Füßen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 137
Zitationshilfe
„tippeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tippeln>, abgerufen am 20.01.2021.

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