Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

toben

Grammatik Verb · tobt, tobte, hat/ist getobt
Aussprache 
Worttrennung to-ben
Wortbildung  mit ›toben‹ als Erstglied: Toberei · Tobsucht  ·  mit ›toben‹ als Letztglied: Getobe · antoben · austoben · durchtoben · herumtoben · lostoben · rumtoben · umhertoben · umtoben
Mehrwortausdrücke  hier tobt der Bär
eWDG

Bedeutungen

1.
(vor Wut) außer sich sein, sich wild, wie ein Irrsinniger gebärden, rasen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
vor Wut, Zorn, Empörung, Schmerz toben
er schrie und tobte, als er davon erfuhr
wie ein Besessener, ein Berserker toben
schon von weitem hörte man sein Toben
das Publikum tobte vor Begeisterung
bildlich in wilder, stürmischer Bewegung sein
Beispiele:
das Meer, ein Sturm tobt
über der Nordsee tobte ein Orkan
tobende Wellen
die Schlacht, der Kampf hat mehrere Tage getobt
ein Krieg tobte über das Land
sein Herz tobte vor Erregung
tobende Leidenschaft hatte sie ergriffen
2.
(lärmend) herumtollen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
die Kinder tobten in ihrem Zimmer, im Garten, haben den ganzen Nachmittag getobt
irgendwohin toben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
die Kinder sind durch die Parkanlagen getobt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

toben · Tobsucht · tobsüchtig
toben Vb. ‘außer sich, nicht bei Verstand sein, rasen, wüten, lärmen, ausgelassen sein’, ahd. tobōn (um 800), tobēn (9. Jh.), irtobēn (8. Jh.), mhd. toben ‘rasen, wüten, wahnwitzig, toll, nicht bei Sinnen sein’, asächs. doƀon, mnd. dōven, aengl. dofian sowie (als Rest eines starken Verbs?) anord. dofinn ‘stumpf, schlaff’ gehören wie taub (s. d.) zu der dort genannten Wurzelerweiterung ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (auch vom Geist und den Sinnen). Tobsucht f. ‘unbeherrschte Wut, Raserei’, mhd. tobesuht. tobsüchtig Adj. mhd. tobesühtic.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgedreht sein · ausgelassen (sein) · herumtoben · herumtollen · toben · tollen  ●  (he)rumbandusen  ugs., regional · (seine) dollen (o.ä.) fünf Minuten haben  ugs. · aufgekratzt sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Randale machen · herumtoben · herumwüten · randalieren · toben · wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ausrasten  ugs. · austicken  ugs. · berserkern  geh., selten · rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›toben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›toben‹.

Verwendungsbeispiele für ›toben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann stellte sich in den ersten Tagen stumm, dann tobte er. [Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 127]
Ein paar Stunden zuvor erst bei Übergabe der Akten hatte er mir gegenüber geradezu getobt. [Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1922. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1922], S. 70]
Es weht der Wind mit Stärke zehn, es tobt das wilde Meer. [konkret, 1988]
Aber mögen sie noch so toben: Was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter! [konkret, 1982]
Sobald er betrunken nach Hause komme, beginne er zu toben. [Friedländer, Hugo: Die Geheimnisse des Alexianer-Klosters Mariaberg. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 151]
Zitationshilfe
„toben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/toben>.

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