toben

GrammatikVerb · tobt, tobte, hat/ist getobt
Aussprache
Worttrennungto-ben
Wortbildung mit ›toben‹ als Erstglied: ↗Toberei · ↗Tobsucht  ·  mit ›toben‹ als Letztglied: ↗antoben · ↗austoben · ↗durchtoben · ↗herumtoben · ↗lostoben · ↗rumtoben · ↗umhertoben · ↗umtoben
 ·  mit ›toben‹ als Grundform: ↗Getobe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
(vor Wut) außer sich sein, sich wild, wie ein Irrsinniger gebärden, rasen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
vor Wut, Zorn, Empörung, Schmerz toben
er schrie und tobte, als er davon erfuhr
wie ein Besessener, ein Berserker toben
schon von weitem hörte man sein Toben
das Publikum tobte vor Begeisterung
bildlich in wilder, stürmischer Bewegung sein
Beispiele:
das Meer, ein Sturm tobt
über der Nordsee tobte ein Orkan
tobende Wellen
die Schlacht, der Kampf hat mehrere Tage getobt
ein Krieg tobte über das Land
sein Herz tobte vor Erregung
tobende Leidenschaft hatte sie ergriffen
2.
(lärmend) herumtollen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
die Kinder tobten in ihrem Zimmer, im Garten, haben den ganzen Nachmittag getobt
irgendwohin toben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
die Kinder sind durch die Parkanlagen getobt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

toben · Tobsucht · tobsüchtig
toben Vb. ‘außer sich, nicht bei Verstand sein, rasen, wüten, lärmen, ausgelassen sein’, ahd. tobōn (um 800), tobēn (9. Jh.), irtobēn (8. Jh.), mhd. toben ‘rasen, wüten, wahnwitzig, toll, nicht bei Sinnen sein’, asächs. doƀon, mnd. dōven, aengl. dofian sowie (als Rest eines starken Verbs?) anord. dofinn ‘stumpf, schlaff’ gehören wie ↗taub (s. d.) zu der dort genannten Wurzelerweiterung ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (auch vom Geist und den Sinnen). Tobsucht f. ‘unbeherrschte Wut, Raserei’, mhd. tobesuht. tobsüchtig Adj. mhd. tobesühtic.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufdrehen · ↗ausgelassen (sein) · ↗herumtoben · ↗herumtollen · toben · ↗tollen  ●  (seine) dollen (o.ä.) fünf Minuten haben  ugs. · ↗aufgedreht (sein)  ugs. · rumbandusen  ugs., regional
Assoziationen
Synonymgruppe
Randale machen · ↗herumtoben · ↗herumwüten · ↗randalieren · toben · ↗wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · ↗berserkern  geh., selten · ↗rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.
Assoziationen
  • außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · ↗fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
  • herumspringen wie Rumpelstilzchen  ●  herumspringen wie ein HB-Männchen  veraltend, fig. · im Dreieck springen  Hauptform, fig. · im Sechseck springen  fig.
  • (das ist) zum Auswachsen!  ugs. · (das ist) zum Verrücktwerden!  ugs. · (das ist) zum Verzweifeln!  ugs. · das hältst du (doch) im Kopf nicht aus!  ugs. · das ist (ja) nicht auszuhalten!  ugs. · das ist (ja) nicht zum Aushalten!  ugs. · gleich platzt mir die Hutschnur!  ugs., veraltend · ich dreh (hier noch) durch!  ugs. · ich dreh am Rad!  ugs., fig. · ich krieg die Krise!  ugs. · ich krieg zu viel!  ugs. · ich spring gleich aus dem Fenster!  ugs. · mir platzt gleich der Arsch!  derb · mir platzt gleich der Kragen!  ugs., veraltend
  • (seiner) Verärgerung Ausdruck geben  ●  (seinem) Unmut Luft machen  variabel · Dampf ablassen  fig. · ↗(sich) auskotzen  derb, fig.
  • Flegelei · ↗Flegelhaftigkeit · ↗Grobheit · Krawallmacherei · ↗Pöbelei · ↗Rowdytum · ↗Rüpelei · ↗Rüpelhaftigkeit · provokantes Auftreten
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begeisterung Bär Bürgerkrieg Gewitter Kampf Kleinkrieg Konkurrenzkampf Krieg Kulisse Kulturkampf Machtkampf Orkan Preiskampf Saal Schlacht Schlammschlacht Schneesturm Streit Sturm Unwetter Verteilungskampf austoben brüllen draußen herum herumtoben lostoben schreien umtoben weitertoben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›toben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rund rum diesen geschichtsträchtigen Flecken Erde tobt das moderne Leben.
Bild, 20.06.2003
Und auch in diesem Jahr tobt wieder der Bär in den Wäldern.
Der Tagesspiegel, 16.03.2002
Ein paar Stunden zuvor erst bei Übergabe der Akten hatte er mir gegenüber geradezu getobt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1922. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1922], S. 70
Der Mann stellte sich in den ersten Tagen stumm, dann tobte er.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 127
Sobald er betrunken nach Hause komme, beginne er zu toben.
Friedländer, Hugo: Die Geheimnisse des Alexianer-Klosters Mariaberg. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 151
Zitationshilfe
„toben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/toben>, abgerufen am 09.12.2019.

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