Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

torkeln

Grammatik Verb · torkelt, torkelte, ist/hat getorkelt
Aussprache 
Worttrennung tor-keln
Wortbildung  mit ›torkeln‹ als Letztglied: entlangtorkeln · heraustorkeln · hereintorkeln · umhertorkeln
 ·  mit ›torkeln‹ als Grundform: torkelig
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
sich schwankend, unsicher auf den Beinen halten, taumeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’/‘hat’
Beispiele:
er hatte zu viel getrunken und ist dann nur noch getorkelt
torkelnd stand er auf
sie torkelten wie betrunken
sich taumelnd bewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
seitwärts, hin und her torkeln
durch die Straßen torkeln
er ist über den Markt getorkelt
als ein Betrunkener in die Wohnung torkelte [ KischPrager Gassen501]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Torkel1 · torkeln · Torkel2
Torkel1 m. f. ‘Wein-, Obstpresse, Kelter’, ahd. torcula f. (10. Jh.), torcul n. (um 1000), mhd. torkel m. f. ist eine alem.-bair. Entlehnung von mlat. torcula f., lat. torculum n. ‘Drehpresse zur Weinbereitung’ (vgl. spätlat. torculāre ‘keltern, in der Weinpresse drehen’), zu lat. torquēre ‘drehen, wenden, winden, martern’ (s. Tortur). Davon abgeleitet torkeln Vb. ‘taumeln, sich unsicher auf den Beinen halten, sich schwankend bewegen’ (besonders im Rausch, vor Schwäche, Müdigkeit), mhd. torkeln ‘taumeln’, also eigentlich ‘sich wie eine Kelter bewegen’, wobei wohl die ungleichmäßige Drehbewegung der Kelter mit dem Gang eines Betrunkenen verglichen wird. Aus dem Verb rückgebildet sind spätmhd. (md.) turc ‘schwankende Bewegung, Taumel, Sturz, Umsturz’ und Torkel2 m. ostmd. ‘schwankender, taumelnder Gang, Schwindel’ (19. Jh.); vgl. Torkel (‘Glück’) haben (19. Jh., Studentensprache).

Thesaurus

Synonymgruppe
schwanken · taumeln · torkeln · trudeln · wanken  ●  wackeln  ugs.
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
wackeln  ●  geigeln  ugs., österr. · torkeln  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›torkeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›torkeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›torkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die eingeschossigen Häuser scheinen in ihrer ungleichen Höhe zu torkeln. [Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34]
Um vier Uhr morgens waren die letzten Gäste auf die Straße getorkelt. [Bild, 04.06.1998]
Mit den Augen rollend japst er nach Luft und torkelt gegen Tische und Wände. [Süddeutsche Zeitung, 14.06.1999]
Vor allem nach dem Springen torkelt der eine oder andere Fans alkoholisiert zurück in den Ort. [Der Tagesspiegel, 06.01.2004]
Wer mit ausgetrunkenem Kasten als Erster ins Ziel torkelt, hat gewonnen. [Süddeutsche Zeitung, 01.07.1996]
Zitationshilfe
„torkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/torkeln>.

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