torkeln

GrammatikVerb · torkelt, torkelte, ist/hat getorkelt
Aussprache
Worttrennungtor-keln
Wortbildung mit ›torkeln‹ als Letztglied: ↗entlangtorkeln · ↗heraustorkeln · ↗hereintorkeln · ↗umhertorkeln
 ·  mit ›torkeln‹ als Grundform: ↗torkelig
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
sich schwankend, unsicher auf den Beinen halten, taumeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’, mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er hatte zu viel getrunken und ist dann nur noch getorkelt
torkelnd stand er auf
sie torkelten wie betrunken
sich taumelnd bewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
seitwärts, hin und her torkeln
durch die Straßen torkeln
er ist über den Markt getorkelt
als ein Betrunkener in die Wohnung torkelte [KischPrager Gassen501]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Torkel1 · torkeln · Torkel2
Torkel1 m. f. ‘Wein-, Obstpresse, Kelter’, ahd. torcula f. (10. Jh.), torcul n. (um 1000), mhd. torkel m. f. ist eine alem.-bair. Entlehnung von mlat. torcula f., lat. torculum n. ‘Drehpresse zur Weinbereitung’ (vgl. spätlat. torculāre ‘keltern, in der Weinpresse drehen’), zu lat. torquēre ‘drehen, wenden, winden, martern’ (s. ↗Tortur). Davon abgeleitet torkeln Vb. ‘taumeln, sich unsicher auf den Beinen halten, sich schwankend bewegen’ (besonders im Rausch, vor Schwäche, Müdigkeit), mhd. torkeln ‘taumeln’, also eigentlich ‘sich wie eine Kelter bewegen’, wobei wohl die ungleichmäßige Drehbewegung der Kelter mit dem Gang eines Betrunkenen verglichen wird. Aus dem Verb rückgebildet sind spätmhd. (md.) turc ‘schwankende Bewegung, Taumel, Sturz, Umsturz’ und Torkel2 m. ostmd. ‘schwankender, taumelnder Gang, Schwindel’ (19. Jh.); vgl. Torkel (‘Glück’) haben (19. Jh., Studentensprache).

Thesaurus

Synonymgruppe
schwanken · ↗taumeln · torkeln · ↗trudeln · ↗wanken  ●  ↗wackeln  ugs.
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
wackeln  ●  geigeln  ugs., österr. · torkeln  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›torkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bahnsteig Besoffener Betrunkener benommen besoffen betrunken dahintorkeln durcheinander durchtorkeln entgegen entgegentorkeln entlang grölen heran herein herumtorkeln lallen orientierungslos stolpern sturzbetrunken taumeln trunken tänzeln umfallen umher umhertorkeln wanken ziellos zu zutorkeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›torkeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›torkeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die eingeschossigen Häuser scheinen in ihrer ungleichen Höhe zu torkeln.
Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34
Um vier Uhr morgens waren die letzten Gäste auf die Straße getorkelt.
Bild, 04.06.1998
Er patschte mit den Händen um sich her und torkelte gleich wieder in den Spalt, denn offensichtlich war er blind.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 321
Dann torkelte er zurück in den Krug zum zwölften Ende und die Förster hinterdrein.
Hacks, Peter: Der Bär auf dem Försterball, Köln: Middelhauve 1972 [1966], S. 17
So torkelte der Zug die Zugangsstraße entlang und durch das Tor ins Lager hinein.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 10
Zitationshilfe
„torkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/torkeln>, abgerufen am 18.02.2020.

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