totlaufen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungtot-lau-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungtotlaufen
Rechtschreibregeln§ 34 (2.2)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich ohne Ergebnis verlaufen
Beispiel:
die Verhandlungen liefen sich tot
sich an jmdm., etw. totlaufenerfolglos gegen jmdn., etw. angehen
Beispiele:
er lief sich an seinen zähen Widersachern tot
Er war nicht der erste, der sich an Pater Mackenzies hartem Schädel totlief [CramerKonzessionen404]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) verlaufen · ↗(sich) verlieren · im Leeren verlaufen · im Nichts verlaufen · ins Leere laufen (mit) · nicht fruchten (bei jemandem) · nicht vorankommen · nicht weiterkommen (mit) · nicht weiterverfolgt werden · nichts bewirken · nichts herauskommen (bei) · ↗verpuffen · wirkungslos verpuffen · zu nichts führen  ●  wirkungslos bleiben  Hauptform · (sich) in Luft auflösen  ugs. · (sich) in Rauch auflösen  ugs. · (sich) in Wohlgefallen auflösen  ugs. · (sich) totlaufen  ugs. · genauso gut hätte ich (+ absurde Handlung)  ugs. · im Sand verlaufen  ugs. · im Sande verlaufen  ugs. · nicht helfen  ugs. · nichts bringen  ugs. · vergebliche Liebesmüh sein  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplätschern  ugs. · ↗versanden  ugs.
Assoziationen
  • (sich) erübrigen · Muster ohne Wert · die Mühe nicht wert · ↗fruchtlos · nichts wert · ↗nutzlos · ohne Sinn und Zweck · ↗sinnlos · unnotwendig · ↗unnötig · ↗unnütz · ↗wertlos · zu nichts nutze · zu nichts nütze · ↗zwecklos · ↗überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · ↗akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · ↗entbehrlich  geh. · ↗müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · ↗verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • elfenhaft · ↗engelhaft · ↗feenhaft · ↗körperlos · ↗sylphidenhaft · wie eine Sylphe  ●  ↗ätherisch  geh.
  • (das) Unmögliche wollen  ●  versuchen, einen Pudding an die Wand zu nageln  ugs.
  • (etwas) nicht beweisen können · keine Handhabe haben (gegen) · nichts in den Händen haben
  • erfolglos · ↗fruchtlos · ↗ineffektiv · ↗nutzlos · ↗unwirksam · ↗vergeblich · ↗verlustreich · verluststark · ↗wirkungslos  ●  stumpfes Schwert  fig. · ↗frustran  fachspr.
  • leere Versprechungen  ●  ↗Seifenblase  fig. · ↗Windei  fig. · ↗Luftnummer  ugs. · vox et praeterea nihil  geh., lat.
  • (ein) hoffnungsloser Fall (sein) · (jemand ist) nicht zu retten · (jemandem ist) nicht zu helfen
  • (es) wird nichts aus · (jemandem/einer Sache) ist kein Erfolg beschieden · keinen Erfolg haben (mit) · nicht zum Erfolg führen · nichts bringen  ●  nicht klappen  ugs. · nicht zu Streich kommen (mit)  geh., veraltend
  • keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei jemandem) · nicht ziehen (bei)
  • (nicht die gewünschte) Wirkung haben (bei) · keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei)  ●  (nicht) ziehen (bei)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Protest bald laufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›totlaufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum, so fragt sich ein politischer Journalist, hat sich diese Bewegung nicht totgelaufen, woher nimmt sie ihre Kraft?
Die Zeit, 14.06.1985, Nr. 25
Der konnte den Overath gar nicht foulen, nur totlaufen konnte er ihn.
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2004
Bleibe Frieden, so würde es sich erst in Jahren totlaufen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 130
Ihm war an der Fortsetzung des Streites, der sich totgelaufen hatte, nichts gelegen.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 25808
Wieweit lassen sich die Prinzipien, auf denen das moderne Lebenssystem beruht, durchführen, ohne daß sie sich totlaufen oder überschlagen?
Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 25019
Zitationshilfe
„totlaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/totlaufen>, abgerufen am 22.04.2019.

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