tränen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungträ-nen
eWDG, 1976

Bedeutung

das Auge träntdas Auge sondert, meist aufgrund einer Reizung durch Wind, Rauch, Tränen ab
Beispiele:
von dem Rauch, Qualm tränen mir die Augen
vom angestrengten Sehen fingen ihm die Augen an zu tränen
Tränendes Herz (= Zierpflanze aus Ostasien mit herzförmigen roten Blüten, die wie Trauben herabhängen, Brennende Liebe)
Mühsam die kleinen, tränenden, rotgeränderten Augen aufmachend [G. Hauptm.Quint1,14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Träne · tränen
Träne f. aus dem Auge als Tropfen austretende Flüssigkeit. Ahd. trahan m. (9. Jh.), mhd. trahen, (kontrahiert) trān m. ‘Träne, Tropfen’, asächs. (Plur.) trahni ‘Tränen’, mnd. trān ‘Träne, Tropfen’, auch ‘aus Meeressäugetieren oder Fischen gewonnenes Öl’ (s. ↗Tran), mnl. traen, nl. traan beruhen auf einem alten u-Stamm germ. *trahnu-, ie. *drak̑nu- ‘Träne’. Da vergleichbare Bildungen wie griech. dákry (δάκρυ) ‘Träne, Harz’, daraus entlehnt alat. dacruma (weitergebildet zu lat. lacrima) ‘Träne’, air. dēr, abret. dacr sowie das unter ↗Zähre (s. d.) behandelte Substantiv ie. *dak̑ru- voraussetzen, ist vielleicht von ie. *drak̑ru- ‘Träne’ auszugehen, woraus die vorgenannten ie. Formen dissimiliert sind. Vgl. ferner ohne konsonantischen Anlaut aind. áśru ‘Träne’, lit. ãšara ‘Träne’ (aus ie. *akru-, wenn nicht aus Vermischung mit einem anderen Wort hervorgegangen). Zum Komplex vgl. Hamp in: Glotta 50 (1972) 291 ff. Frühnhd. trene f. (15. Jh.), nhd. Thräne (17. Jh.), Träne (18. Jh.) ist eine durch Kontraktion aus dem Plur. mhd. trahene, trehene entstandene Form, die als femininer Sing. angesehen und zu der ein neuer schwacher Plur. frühnhd. trenen, nhd. Tränen gebildet wird. tränen Vb. ‘Tränen absondern’, ahd. trānen (um 1000), mhd. trahenen, trehenen, trānen, trēnen; vgl. frühnhd. trähern ‘weinen’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge brennen jucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tränen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beide Augen tränten, weil er wohl zu früh wieder ins Training eingestiegen war.
Bild, 07.02.2003
Fünf Minuten lang applaudierten die Gäste, manch einer wischte sich verstohlen eine Träne ab.
Die Welt, 25.04.2002
Nicht jeder Gast fühlt sich im dichten Tabaksqualm wohl, und selbst passionierten Rauchern beginnen einmal die Augen zu tränen.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 26
Aber der steife, noch nicht völlig ausgegorene Wahnsinn des Säufers tränte ihm schon aus den vorgequollenen Augen heraus.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18526
Er peitschte euch ins Gesicht, rieb wie Schmirgelpapier über die Haut und machte die Augen tränen.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 62
Zitationshilfe
„tränen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tränen>, abgerufen am 14.11.2019.

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