träufeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungträu-feln
Wortbildung mit ›träufeln‹ als Letztglied: ↗einträufeln · ↗herabträufeln · ↗hineinträufeln
 ·  mit ›träufeln‹ als Grundform: ↗Geträufel · ↗beträufeln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
eine Flüssigkeit tropfenweise auf, in etw. gießen
Beispiele:
Zitronensaft auf das Fischfilet, den Kaviar träufeln
sie musste stündlich acht Tropfen des Medikaments in das Ohr träufeln
er träufelte vorsichtig ein wenig Benzin ins Feuerzeug
bildlich
Beispiel:
Alfred Tutein träufelte Gift in ihre Worte [JahnnNiederschrift1,72]
2.
etw. träufelt auf, in, von etw.etw. tröpfelt auf, in, von etw.
Beispiel:
das Wasser träufelte vom Dach, auf seinen Hut
bildlich
Beispiel:
Worte der Milde, süß wie Honig, sollen von meinen Lippen träufeln [Suderm.2,76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

träufeln · träufen
träufeln Vb. ‘tropfenweise gießen, tröpfeln, tropfen (lassen)’ ist eine Iterativbildung (16. Jh.) zu veraltetem träufen Vb. ahd. troufen (10. Jh.), mhd. troufen, tröufen ‘tropfen’, eigentlich ‘tropfen lassen’, mnd. drȫpen, mnl. nl. (mundartlich) drōpen, aengl. drȳpan, drīepan, anord. dreypa, seinerseits ablautendes Kausativum zu ↗triefen (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
rieseln · ↗sickern · ↗tropfen · träufeln · ↗tröpfeln · ↗verrinnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Bewußtsein Essig Flüssigkeit Gift Herz Hirn Lautsprecher Lippe Löffel Mund Nase Ohr Pipette Saft Seele Säure Tropfen Wasser Wunde Zitronensaft Zunge ein einträufeln langsam spritzen täglich Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›träufeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein gutes Jahr lang pinselte, träufelte, spritzte er drauflos, wild entschlossen, alle entgangenen Erfahrungen nachzuholen.
Die Zeit, 18.02.2002, Nr. 07
Auf den Chip träufelt der Arzt Blut oder Gewebe, das er zuvor dem Patienten entnommen hat, züchtet daraus eine Zellkultur.
Bild, 10.02.2000
Jetzt träufelte unter den Gesängen des Chores einer der untergebenen Priester drei Tropfen des heiligen Myron-Öles in das Becken.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 51
Den Tiefen entquillt kristallene Klarheit, vom Himmel träufelt der heilige Tau.
o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933
Mit seinem Löffel träufelte er Soße in einen Kanal aus kalten Erbsen.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 216
Zitationshilfe
„träufeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/träufeln>, abgerufen am 23.10.2019.

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