träumerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungträu-me-risch (computergeneriert)
WortzerlegungTräumer-isch
eWDG, 1976

Bedeutung

in Gedanken versunken, versonnen
Beispiele:
ein träumerischer Mensch (= Träumer)
ein träumerischer Blick
er schaute träumerisch in die Ferne
Bei diesen Erzählungen bekam sie träumerische Augen [RennKindheit35]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Traum · träumen · Träumer · träumerisch · verträumen · verträumt
Traum m. ‘im Schlaf auftretende Vorstellung, sehnlicher Wunsch’, ahd. (9. Jh.), mhd. troum, asächs. mnd. drōm, mnl. nl. droom, mengl. drēm, engl. dream, anord. draumr, schwed. dröm setzt germ. *drauma- aus *draugma- ‘nicht wirkliches Bild, Trugbild’ voraus (vgl. ahd. gitrog, asächs. gidrog ‘Erscheinung, Trugbild’), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ma- zu ie. *dhreugh- ‘trügen, listig schädigen’ (s. ↗trügen). träumen Vb. ‘einen Traum, Träume haben, sich Wunsch-, Phantasievorstellungen hingeben’, ahd. troumen (um 1000), mhd. troumen, tröumen, mnd. drȫmen, mnl. drōmen, droemen, nl. dromen, engl. to dream, anord. dreyma, schwed. drömma. Träumer m. ‘wer seinen Gedanken, Phantasien nachhängt’, selten ‘wer im Schlaf (häufig) träumt’, ahd. troumāri (11. Jh.), mhd. troumære. träumerisch Adj. ‘in Gedanken versunken, verträumt, versonnen’ (18. Jh.). verträumen Vb. ‘eine Zeit träumend verbringen’ (17. Jh.); oft verträumt Part.adj. ‘träumerisch, versonnen, abseits vom lauten Getriebe, idyllisch’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(in Gedanken) versunken · träumerisch · ↗verträumt  ●  in den Wolken  fig. · ↗traumverloren  geh. · ↗traumversunken  geh. · träumerisch entrückt  geh. · ↗weltvergessen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Auge Ausdruck Blick Erinnerung Improvisation Melancholie Phantasie Poesie Ruhe Schönheit Sehnsucht Stimmung Ungenauigkeit Versunkenheit Vision Wesen Zustand blicken dunkel fast geradezu klingen leise melancholisch poetisch sanft still weich wiederholen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›träumerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man findet sie mal träumerisch kühl, mal grillenhaft lyrisch, oft sehr schön.
Die Zeit, 10.06.1983, Nr. 24
Da er so lange nicht gefunden wurde, schwärmte träumerischer Mut nach überallhin aus.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 26
Der sehr träumerisch aussehende, bartlose junge Mann lebte sehr zurückgezogen.
Friedländer, Hugo: Der Zopfabschneider vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3536
Leise und rührend beschattete ein träumerischer Ernst ihre glanzvollen Züge.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5646
Hinter ihrer Säule neigt Donna Leon für einen Moment träumerisch den Kopf.
Der Tagesspiegel, 11.04.2005
Zitationshilfe
„träumerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/träumerisch>, abgerufen am 24.04.2019.

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