tröpfeln

GrammatikVerb · tröpfelt, tröpfelte, hat/ist getröpfelt
Worttrennungtröp-feln
Wortbildung mit ›tröpfeln‹ als Letztglied: ↗betröpfeln · ↗eintröpfeln
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
eine Flüssigkeit in einzelnen Tropfen irgendwohin fallen lassen, träufeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Medizin auf ein Stück Zucker tröpfeln
Öl ins Ohr tröpfeln
bildlich
Beispiel:
ich muß einen dicken Tropfen Essig ins Sektglas des Erfolges tröpfeln [BredelSöhne52]
2.
es tröpfeltes regnet in kleinen, noch vereinzelten Tropfen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
es begann zu tröpfeln
3.
in Tropfen herabfallen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
Blut tröpfelt aus der Wunde
übertragen
Beispiel:
gehobenImmer noch tröpfelt Beifall [SteinbergEinzug262]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tropfen · tropfen · tröpfeln
Tropfen m. ‘kleinste Menge Flüssigkeit’, ahd. tropho (8. Jh.), mhd. tropfe, trophe, (md.) troppe, frühnhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) tropfen (16. Jh., vgl. md. droppen, 15. Jh.), mnl. droppe, druppe (vgl. nl. droppel, druppel) stehen als Neuerung mit Geminate (wohl unter Einfluß des nahestehenden Verbs, s. unten) gegenüber einfache Konsonanz aufweisendem asächs. drop, mnd. mnl. drope, aengl. dropa, engl. drop, anord. dropi. Alle Formen gehören ablautend zu dem unter ↗triefen (s. d.) behandelten Verb. Redensartlich steter Tropfen höhlt den Stein, älter ein weycher tropff hölet auch die steyn ausz (1541), vgl. lat. gutta cavat lapidem (Ovid); ein Tropfen auf dem, einem heißen Stein ‘viel zu wenig’ (1. Hälfte 19. Jh.). tropfen Vb. ‘in Tropfen herabfallen (lassen)’, ahd. trophōn (um 800), mhd. tropfen, mnd. drüppen, dröppen, mnl. droppen zeigt gegenüber ↗triefen (s. d.) intensivierende (bzw. lautsymbolische) Doppelkonsonanz. Vgl. (unpersönlich) es tropft ‘es regnet in vereinzelten Tropfen, es fängt an zu regnen’ (16. Jh.). tröpfeln Vb. ‘in einzelnen, wenigen Tropfen herabfallen, in kleinen Tropfen verabreichen’ (15. Jh.), Deminutiv- und Iterativbildung zu tropfen.

Thesaurus

Synonymgruppe
rieseln · ↗sickern · ↗tropfen · ↗träufeln · tröpfeln · ↗verrinnen
Synonymgruppe
sickern · tröpfeln

Typische Verbindungen zu ›tröpfeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tröpfeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›tröpfeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch in der Gruppe beäugt man sich, die Worte tröpfeln zäh.
Die Zeit, 01.01.2003, Nr. 01
Doch kurz vor Beginn fängt es an zu tröpfeln, dann zu nieseln, dann zu regnen.
Der Tagesspiegel, 09.06.2002
Bei uns regnet es morgens, abends und tagsüber tröpfelt es.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 24.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und während mir die Augen tröpfelten, begann er zu lesen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18120
Während unseres Gesprächs, das sich über den ganzen Vormittag zieht, tröpfeln langsam die Kinder ins Haus.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 97
Zitationshilfe
„tröpfeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tr%C3%B6pfeln>, abgerufen am 02.04.2020.

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