Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

trösten

Grammatik Verb · tröstet, tröstete, hat getröstet
Aussprache 
Worttrennung trös-ten
GrundformTrost
Wortbildung  mit ›trösten‹ als Erstglied: Tröster  ·  mit ›trösten‹ als Letztglied: hinwegtrösten · ungetröstet · vertrösten
eWDG

Bedeutung

jmdn. mit Trost aufrichten, jmdm. Trost bringen
Beispiele:
jmdn. liebevoll, mit herzlichen Worten in seinem Leid, Unglück trösten
seine Worte trösteten mich
jmdn. über einen Verlust trösten
sie war nur schwer zu trösten
tröstende Worte sprechen
getröstet ging das Kind zu Bett
sich (mit etw.) tröstensich mit etw. abfinden
Beispiele:
sich mit dem Gedanken trösten, dass …
er tröstete sich rasch über den Verlust seiner Frau
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlicher hat sich schnell mit einer anderen Frau getröstet (= hat schnell eine andere Frau gefunden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trost · trösten · Tröster · tröstlich · vertrösten
Trost m. ‘seelischer Halt, Zuversicht, Ermutigung im Leid’, ahd. (8. Jh.), mhd. trōst ‘Vertrauen, Zuversicht, Ermutigung, Hilfe, Schutz, Tröster’, asächs. mnd. trōst, mnl. nl. troost, afries. trāst, anord. traust, schwed. tröst sowie anord. traustr ‘zuverlässig, stark’ und (mit anderer Stammbildung) got. trausti ‘Vertrag, Bündnis’ (germ. *traust-) sind mit st-Suffix an den unter Teer (s. d.) angeführten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, auch ‘hart, fest, treu’ (s. trauen, treu), anzuschließen. Aus einer frühen Bedeutung ‘Festigkeit’ entwickelt sich ‘Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung’, aber auch ‘Gewährung von Festigkeit’, d. h. ‘(sichtbare) Hilfe, Schutz’. Unter dem Einfluß der christlichen (süddeutschen) Mission wird Trost der dt. Ausdruck für lat. cōnsōlātio ‘durch Zuspruch entstehende seelische Stärkung’. Trost bedeutet heute allgemein ‘seelischer Halt, seelische Unterstützung’. Keinen erkennbaren semantischen Zusammenhang zeigt die Wendung nicht bei Trost(e) sein ‘nicht bei Sinnen, nicht bei Verstand sein’ (Mitte 18. Jh.). Aus der Vorstellung ‘ohne Zuspruch und daher verzweifelt sein’ hervorgegangen? trösten Vb. ‘Trost spenden, seelischen Halt geben’, ahd. trōsten (8. Jh.), mhd. trœsten, trōsten ‘beschwichtigen, aufrichten, Zuversicht, Sicherheit und Schutz gewähren’, reflexiv ‘seine Zuversicht worauf setzen’, ursprünglich ebenfalls ein Wort der südd. Kirchensprache; Tröster m. ‘wer Trost spendet’, ahd. trōstāri (Hs. 12. Jh.), mhd. trœstære, trœster ‘Tröster, Helfer, Bürge’. tröstlich Adj. ‘Trost spendend’, ahd. trōstlīh (um 1000), mhd. trōstlich ‘zuversichtlich, mutig, zuverlässig, Trost gebend, hilfreich’. vertrösten Vb. ‘durch Hervorrufen von Hoffnung hinhalten’, ahd. firtrōsten ‘unbesorgt sein über’, reflexiv ‘verzichten auf, einen Verlust verschmerzen, vergessen’ (um 1000), mhd. vertrœsten ‘Bürgschaft leisten, Sicherheit gewähren’, reflexiv ‘einen Verlust verschmerzen, vergessen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Trost spenden · aufbauen · ermutigen · trösten
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›trösten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trösten‹.

Verwendungsbeispiele für ›trösten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mich hat dieses Lied schon als Kind an Gräbern oft getröstet. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 180]
Erst warst du überrascht, dann hast du versucht ihn zu trösten. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 23]
Über das Dasein des Bösen muß man sich durch den Genuß des Guten trösten. [Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13662]
Wen das Schicksal derart straft, kann sich auch kaum mit den Zahlen der deutschen Statistik trösten. [Die Zeit, 25.07.1997, Nr. 31]
Er wird sich jetzt damit trösten, daß auch Labour bei der Wahl verloren hat. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1991]]
Zitationshilfe
„trösten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tr%C3%B6sten>.

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