tröstlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung tröst-lich
Wortbildung  mit ›tröstlich‹ als Erstglied: ↗Tröstlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

Trost bringend, tröstend
Beispiele:
ein tröstlicher Zuspruch, ein tröstliches Gespräch
sie wartete auf ein tröstliches Wort
jmdm. einen tröstlichen Brief schreiben
es ist tröstlich, das zu wissen
dieser Gedanke ist tröstlich
das klingt tröstlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trost · trösten · Tröster · tröstlich · vertrösten
Trost m. ‘seelischer Halt, Zuversicht, Ermutigung im Leid’, ahd. (8. Jh.), mhd. trōst ‘Vertrauen, Zuversicht, Ermutigung, Hilfe, Schutz, Tröster’, asächs. mnd. trōst, mnl. nl. troost, afries. trāst, anord. traust, schwed. tröst sowie anord. traustr ‘zuverlässig, stark’ und (mit anderer Stammbildung) got. trausti ‘Vertrag, Bündnis’ (germ. *traust-) sind mit st-Suffix an den unter ↗Teer (s. d.) angeführten Ansatz ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, auch ‘hart, fest, treu’ (s. ↗trauen, ↗treu), anzuschließen. Aus einer frühen Bedeutung ‘Festigkeit’ entwickelt sich ‘Zuversicht, Vertrauen, Hoffnung’, aber auch ‘Gewährung von Festigkeit’, d. h. ‘(sichtbare) Hilfe, Schutz’. Unter dem Einfluß der christlichen (süddeutschen) Mission wird Trost der dt. Ausdruck für lat. cōnsōlātio ‘durch Zuspruch entstehende seelische Stärkung’. Trost bedeutet heute allgemein ‘seelischer Halt, seelische Unterstützung’. Keinen erkennbaren semantischen Zusammenhang zeigt die Wendung nicht bei Trost(e) sein ‘nicht bei Sinnen, nicht bei Verstand sein’ (Mitte 18. Jh.). Aus der Vorstellung ‘ohne Zuspruch und daher verzweifelt sein’ hervorgegangen? trösten Vb. ‘Trost spenden, seelischen Halt geben’, ahd. trōsten (8. Jh.), mhd. trœsten, trōsten ‘beschwichtigen, aufrichten, Zuversicht, Sicherheit und Schutz gewähren’, reflexiv ‘seine Zuversicht worauf setzen’, ursprünglich ebenfalls ein Wort der südd. Kirchensprache; Tröster m. ‘wer Trost spendet’, ahd. trōstāri (Hs. 12. Jh.), mhd. trœstære, trœster ‘Tröster, Helfer, Bürge’. tröstlich Adj. ‘Trost spendend’, ahd. trōstlīh (um 1000), mhd. trōstlich ‘zuversichtlich, mutig, zuverlässig, Trost gebend, hilfreich’. vertrösten Vb. ‘durch Hervorrufen von Hoffnung hinhalten’, ahd. firtrōsten ‘unbesorgt sein über’, reflexiv ‘verzichten auf, einen Verlust verschmerzen, vergessen’ (um 1000), mhd. vertrœsten ‘Bürgschaft leisten, Sicherheit gewähren’, reflexiv ‘einen Verlust verschmerzen, vergessen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
trostreich · tröstlich

Typische Verbindungen zu ›tröstlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›tröstlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›tröstlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Erkenntnis ist nicht gerade tröstlich, aber nützlich, wenn frau mal wieder nicht weiß, wie sie nach Hause kommen soll.
Die Welt, 08.05.2004
Da ist nur tröstlich, daß Forscher immer viel mehr versprechen, als sie halten können.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1998
Die junge Frau allerdings empfindet nur den tröstlichen Sinn dieses Satzes.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 275
Das nahm aber seinen feinen, großen Worten nichts von ihrer tröstlichen Wirkung.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 323
Es war mir ein klares Bild und fast tröstlich für das buntgemischte Leben.
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 24546
Zitationshilfe
„tröstlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tr%C3%B6stlich>, abgerufen am 30.05.2020.

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