trübselig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungtrüb-se-lig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›trübselig‹ als Erstglied: ↗Trübseligkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
die Stimmung drückend
a)
betrübend
Beispiele:
eine trübselige Mitteilung, Nachricht, Geschichte
ein trübseliger Brief
er hatte mir manche trübselige Stunde vertrieben [Bergengr.Pelageja185]
b)
ziemlich dunkel und daher bedrückend
Beispiele:
ein trübseliger Wintertag, trübseliges Wetter
eine trübselige Schänke
Sie hatte den ganzen Tag beim trübseligen Schein eines schwelenden Lämpchens in der Küche gewaschen [ViebigTägl. Brot48]
c)
trübselige FarbenFarben, die wegen ihrer Zusammensetzung oder Verschmutzung nicht leuchtend und klar sind
Beispiel:
Glen, die hatte so trübselige Farben an, sah aus wie ihre eigene Tante [GaiserSchlußball31]
2.
traurig, bedrückt
Beispiele:
in trübseliger Stimmung sein
trübselig dreinschaun, dasitzen, lächeln
Wir sind alle ein bißchen angetrunken. Ich werde trübselig [RemarqueIm Westen154]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter ↗Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. ↗-sal, ↗-sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ist) schwer ums Herz · bedrückt · ↗bekümmert · ↗betrübt · ↗freudlos · ↗gedrückt · ↗kummervoll · ↗lustlos · nicht aufzuheitern · ↗niedergedrückt · ↗niedergeschlagen · ↗resigniert · trübselig · ↗trübsinnig · ↗unfroh · ↗unglücklich  ●  ↗traurig  Hauptform · dasitzen wie ein Häufchen Elend  ugs. · ↗geknickt  ugs. · ↗unlustig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dasein Gedanke Stimmung ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trübselig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen solch einen Satz hat auch der trübselige Tag keine Chance mehr.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.1995
Außer uns standen an dem trübseligen Platz nur noch zwei Männer.
Die Zeit, 30.11.1990, Nr. 49
Es begann auf eine noch schläfrige, recht trübselige Art zu regnen.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 160
Dies ist der trübseligste, hoffnungsloseste und düsterste Tag, den ich erleben kann.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 1
Als sie dann eines Tages das trübselige, niedergeschlagene Wesen der Schwester zu bemerken begann, fing sie in ihrer frischen energischen Art heftig zu schelten an.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15109
Zitationshilfe
„trübselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/trübselig>, abgerufen am 20.07.2019.

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