Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

trübsinnig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung trüb-sin-nig
Wortzerlegung Trübsinn -ig
eWDG

Bedeutung

für längere Zeit sehr niedergeschlagen, traurig
Beispiele:
in trübsinnige Stimmung verfallen
jmd. ist vor Kummer trübsinnig geworden
sich in einer düsteren, niedergeschlagenen Stimmung befindend
Beispiele:
trübsinnig in einer Ecke sitzen
[ein Maler] der ziemlich verlumpt aussah und trübsinnig auf die Tischplatte stierte [ Wasserm.Wahnschaffe1,245]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

trübe · trüben · Trübsinn · trübsinnig · Trübsal · trübselig · betrüben · betrüblich
trübe Adj. ‘undurchsichtig, nicht klar, nicht hell, freudlos’. Das westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. truobi ‘dunkel, undurchsichtig, getrübt, betrübt, verwirrt’ (8. Jh.), mhd. trüebe ‘lichtlos, glanzlos, düster, finster, traurig, bekümmert’, asächs. drōƀi ‘trübe, betrübt’, mnd. drȫve ‘betrübt, traurig’, mnl. droeve, nl. droef ‘betrübt, düster, dunkel, unklar, unverständlich’, aengl. drōf ‘unruhig, in Verwirrung, schmutzig, schlammig’ (germ. *drōbi-) ist verwandt mit den unter Treber angeführten germ. und außergerm. Formen und stellt sich mit diesen zu ie. *dherəbh-, *dhrāb-, *dhrəbh-, einer Erweiterung der Wurzel ie. *dher(ə)- ‘trüber Bodensatz einer Flüssigkeit, Schmutz’, auch von trüben Farbtönen. Ausgehend von ‘aufgewühlt’ (von Gewässern), ‘unklar, schlammig’, entwickeln sich bereits im Ahd. die übertragenen Bedeutungen ‘unklar, nicht oder kaum durchsichtig’ und (seelisch, geistig) ‘verwirrt, unruhig, verstört’. – trüben Vb. ‘trübe, dunkler machen, beeinträchtigen, stören’, ahd. truoben ‘Bodensatz aufwühlen, Wasser verunreinigen, verwirren, beunruhigen, erschüttern’ (8. Jh.), mhd. trüeben, truoben ‘trübe machen, beunruhigen, verwirren’, reflexiv ‘sich betrüben’, aengl. drēfan ‘betrüben, erregen, beunruhigen’, got. drōbjan ‘trüben, irre machen’. Daneben steht intransitives ahd. truobēn ‘betrübt, dunkel werden’ (9. Jh.), mhd. truoben ‘trübe sein oder werden, traurig werden’, asächs. drōƀian ‘betrübt werden, zurückschrecken’, got. drōbnan ‘unruhig werden’. Im Nhd. wird das intransitive Verb aufgegeben und durch reflexives sich trüben ersetzt. Übertragener Gebrauch ist in den frühesten Zeugnissen bereits voll ausgebildet. Trübsinn m. ‘schwermütige, melancholische Gemütsverfassung’ und trübsinnig Adj. ‘schwermütig, hoffnungs- und mutlos, pessimistisch’ (beide Mitte 18. Jh.). Trübsal f. ‘Traurigkeit, Melancholie, Hoffnungslosigkeit’, ahd. truobisal n. m. (11. Jh.), mhd. trüebesal n. m. f. ‘Undurchsichtigkeit, Finsternis, Drangsal, Plage, Traurigkeit, Betrübnis’, bis ins 19. Jh. mit schwankendem Genus; zum Ableitungssuffix s. -sal, -sel. trübselig Adj. ‘mit Ungemach, Bedrängnis behaftet, traurig, mutlos’ (16. Jh.), besonders in neuerer Sprache ‘armselig, kümmerlich’; voraus geht Trübseligkeit f. (15. Jh.). betrüben Vb. ‘traurig machen’, ahd. bitruoben ‘verderben’ (Hs. 13. Jh.), mhd. betrüeben ‘trübe machen, verdunkeln, betrüben, heimsuchen’. betrüblich Adj. ‘traurig machend, Bedauern hervorrufend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bedrückt · bekümmert · betrübt · ein Häufchen Elend (sein) · freudlos · gedrückt · kummervoll · nicht aufzuheitern · niedergedrückt · niedergeschlagen · tieftraurig · trübselig · trübsinnig · unglücklich  ●  gedeftet  österr. · traurig  Hauptform · down  ugs. · geknickt  ugs. · verzagt  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›trübsinnig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›trübsinnig‹.

Verwendungsbeispiele für ›trübsinnig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und warum starrt sie gar so trübsinnig ins tropfnasse Grün? [Süddeutsche Zeitung, 27.06.1995]
Das Spiel plätscherte trübsinnig wie der Regen vor sich hin. [Bild, 19.01.2001]
Ohne die Touristen sähe es auf der Anlage des insolventen Unternehmens allerdings recht trübsinnig aus. [Der Tagesspiegel, 08.07.2002]
Einige klatschten die Spieler ab, die Übrigen standen eher trübsinnig herum. [Der Tagesspiegel, 31.01.2002]
Gemessen an seiner Lage erschien er mir eher stark, er wirkte weder verbittert noch trübsinnig. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Zitationshilfe
„trübsinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/tr%C3%BCbsinnig>.

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